Review: FSAddon Vancouver+

Vorwort:
Dieser Bericht lehnt sich an meine Kanadareise im August 2005 an und soll einem direkten Vergleich mit Jon Patchs Vancouver+ dienen. Ich freue mich auf eure Begleitung ins virtuelle FSAddon Vancouver+ von Jon Patch.
Einleitung:
Es ist der 19. August 2005 und wir sitzen, nach einer relativ kurzen und unruhigen Nacht, in einem Café am Flughafen London Heathrow und warten auf unseren Flug nach Vancouver. Es stand zuerst noch zur Diskussion über Zürich und Toronto nach Vancouver zu fliegen (wäre fast gleich teuer gekommen) aber wir entschieden uns für diese, doch etwas einfachere Variante. Hinzu kommt, dass es ab Heathrow drei tägliche Direktflüge nach British-Columbia gibt und wir somit die Qual der Wahl hatten. Wir entschieden uns für den Morgenflug, da wir so am Mittag ankommen würden und schon am ersten Tag noch was von der Stadt hätten.
Inzwischen ist unser Flug auch schon fürs Boarding bereit, und wir besteigen die halbleere Air Canada Boeing 767.
Nach einem raschen Start auf der Piste 27R durchbrechen wir die trübe Wolkendecke und steigen auf unsere Reiseflughöhe um schliesslich das Festland über Nordirland zu verlassen. Während unter uns die Weiten des Atlantiks vorbeiziehen, widme ich mich dem Unterhaltungssystem.
Kauf, Download und Installation:
Diese etwas langweiligere Flugphase ergibt eine gute Gelegenheit uns der Installation, dem Kauf und dem Download der Szenerie unserer Zieldestination zuzuwenden. Wir wollen ja schliesslich nicht in einem Vancouver von Microsoft landen, sondern in dem von Jon Patch.
Daher gehen wir in den Simmarket und schauen uns dort nach Vancouver+ um. Dabei stossen wir rasch auf das gesuchte Produkt: Vancouver+ - Part 1.
Die Bilder unter der Szeneriebeschreibung sehen sehr vielversprechend aus und die Vorfreude macht die 13-stündige Flugreise noch länger.
Also laden wir, nach der Bezahlung von 39.44 Euros die stattlichen 131MB’s runter. 131MB, kein Pappenstiel, besonders wenn man nicht auf eine schnelle Internetverbindung zurückgreifen kann und eventuell noch mit einem Dampfmodem unterwegs ist. Es wird daher auch eine CD-Delivery angeboten, welche 18 Tage beanspruchen kann. Eine „Boxed-Version“ ist nicht erhältlich und meines Wissens bisher nicht in Planung.
Nachdem die 131MB auf die Festplatte geladen sind und man den „Registration-Key“ erhalten hat, steht der Installation nichts mehr im Wege.
Durch Doppelklick auf das erhaltene .EXE-File startet sich die Installationsroutine, der erster Schritt darin besteht darin, den „Registration-Key“ zu überprüfen.
Der Scenery Configurator

Die” Kommandozentrale” der Szenerie. Mit diesem migelieferten Konfigurationsprogramm lässt sich die Szenerie weitgehend personalisieren.
Nach der 1- 2-minütigen Installation wird ein sog. „Scenery Configurator“ gestartet, in dem man viele Optionen aktivieren oder deaktivieren kann. So lassen sich sämtliche Flugplätze, Heliports und Seaplanebases sowie der integrierte AI-Traffic de- bzw. aktivieren.
Dazu lässt sich anhaken, ob man eine der beiden Ultimate Terrain Szenerien besitzt.
Auch die Tatsache, dass neben einer Option jeweils vermerkt ist, welchen Effekt die Auswahl auf die Szenerie, die Performance oder das Autogen hat, fällt positiv auf.
Von diesem „Configurator“ aus sind auch das Support-Forum und das Manual erreichbar. Er ist so gewissermassen das Kernstück der Peripherie des eigentlichen Produkts.
Hat man dort alle Änderungen und Aktivierungen vorgenommen, so wird man nach dem Klick auf „OK“ nochmals darauf hingewiesen, was die vorgenommenen Änderungen bewirken und daran erinnert alles erneut zu überprüfen.
Inzwischen sind wir mit unserer Boeing 767 - nach einem mehr oder weniger leckeren Frühstück - über Grönland. Ich schaue runter auf die riesigen Eisfelder und Gletscher und frage mich, wer oder was dort unten leben mag.
Handbuch und weitere Infos
Diese Zeit nutzen wir um das Handbuch und die anderen Zusatzdateien, die jetzt unter dem Eintrag „FSAddon“ unter „Programme“ stehen, anzuschauen.
Unter dem Eintrag „Programme“ finden wir fünf Dateien: Einen Link zum Support Forum, den „Scenery Configurator“, das Manual, „Uninstall Vancouver+“ und „Vancouver+ Maps“.
Dazu anzumerken gilt, dass das Manual und der Link zum Support-Forum ja bereits im „Scenery-Configurator“ verfügbar sind und somit dieser Eintrag eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen wäre; trotzdem wurde er aber hinzugefügt, was sehr zur Übersichtlichkeit beiträgt.
Das Manual

Das sehr ausführliche Manual umfasst 61 Seiten und bespricht die Kompatibilität aller verfügbaren Addons dieser Region.
Das Manual ist sehr ausführlich, ausführlicher könnte es für eine Szenerie nicht sein. Respekt! Es ist ein insgesamt 61 Seiten langes, in englisch gehaltenes PDF, von dem die ersten 10 Seiten, sozusagen als Einleitung, einen Screenshotbericht eines Users enthalten. Nicht wirklich nötig, aber durchaus lesenswert.
Danach folgen einige Informationen über die installierten Dateien, die Installation und Deinstallation sowie die Reparation der Szenerie.
Auf vier Seiten gibt es Tipps und Tricks bezüglich Performance und deren acht gehen für die Beschreibung der Szenerie (Routen AI-Traffic, Pistenlänge der Flugplätze usw.) drauf.
Echt verblüffend und bei vielen anderen Szenerien wünschenswert sind die acht Seiten, welche die Kompatibilität mit allen nur erdenklichen Free- und Payware Szenerien und Addons der Region zu überprüfen. Hat man also schon ein Addon für diese Region installiert, so reicht ein Blick ins Manual und man weiss, ob und wie dieses mit Vancouver+ kompatibel ist.
Die Karten
Die Karten sind in einer html-Datei gehalten und nach Regionen bzw. Auflösung (Massstab) geordnet. Es handelt sich dabei um Luftaufnahmen (es könnte sich um das Basismaterial für die Szenerie handeln) der gesamten Region. Die Flugplätze sind symbolisch eingezeichnet worden. VFR-Karten der Region und der Flugplätze sucht man vergeblich. Schade, das wäre bei dem sonst sehr ausführlichen Manual das Tüpfelchen auf den i gewesen!
Unser Flugzeug hat inzwischen den Atlantik überquert und fliegt jetzt über die Hudson Bay. Ich schaue mir derweil noch mal den Reiseprospekt für Vancouver an und schwelge in Vorfreude.
Real

Ein Photo des echten Vancouver. Schön zu sehen im Vordergrund sind die vielen Yachthäfen
Vancouver liegt an der Westküste Kanadas im Staat British-Columbia. Genauer gesagt an der Mündung des Fraser-Rivers in den Pazifischen Ozean. Die Stadt ist mit 2.16 Millionen Einwohner die grösste Stadt im Westen Kanadas und somit drittgrösste des Landes insgesamt.
Durch die Holzindustrie, welche sich im 19. Jahrhundert in „Gastown“, wie Vancouver damals noch hiess, niederliess und durch den „Canadian-Pacific-Railway“, welcher Vancouver als Endstation hatte, wuchs die Bevölkerung rasch an.
Durch die Eisenbahn kamen auch viele asiatische Arbeiter ins Land und liessen sich nieder. Nicht verwunderlich also, dass Vancouver den zweitgrössten Chinatown Nordamerikas hat.
Heute ist Vancouver vor allem wegen seinen Stränden, Parks, Gärten und den nahen, riesigen Wildnisgebieten bekannt.
Tipp: Da es jede Menge gut erreichbarer Ausflugsziele gibt, sollten Sie schon bei der Buchung zu Hause an einen Mietwagen denken. Es vereinfacht die Erreichbarkeit einiger Ziele bedeutend.
Diesen Tipp habe wir uns zum Glück zu Herzen genommen, um so mit einem bereits am Flughafen gemieteten Auto British-Columbia auf eigene Faust zu entdecken.
Eindrücke der Stadt
Inzwischen haben wir wieder grünes Land unter uns und befinden uns inzwischen über Kelowna, eine Stadt rund 300km von Vancouver. Die Seat-Belt signs gehen an und wir beginnen mit dem faszinierenden Anflug über die Rocky Mountains. Schon hier sieht man, wie schön die Hügel und Berge dank dem detaillierten LOD11 (für Vancouver) und LOD10 (für die Umgebung) Mesh aussehen.

Schön ersichtlich auch im Anflug auf Vancouver, 20 Meilen von der Stadt entfernt, das detaillierte Mesh.
Während wir auf das ILS der Piste 26L einbiegen, wird ein grosser Bahnhof sichtbar, eventuell ein Teil des „Canadian-Pacific-Railway“. Jedenfalls ist der Gleisverlauf erstaunlich detailliert wiedergegeben. Auch die Brücke im Final wurde sehr detailliert nachgebildet.


Exakte Gleisverläufe sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert.
Allerdings vermisse ich die von meiner letzten Vancouverreise bekannten, hier nicht oder nur sehr sporadische vorhandenen typischen Holzflöße. Hat die kanadische Holzindustrie einen solchen Einbruch erlebt seit meiner letzten Visite?
Nach einer mehr oder weniger sanften Landung auf P Nigel Grant’s CYVR (lässt sich perfekt in die Szenerie einbinden) erreichen wir ziemlich müde von dem 13 Stunden-Flug schliesslich unseren Mietwagen. Rasch geht es über die Granville Street ins Stadtzentrum, wo wir unser Hotel, dank der detaillierten und originalgetreuen Darstellung rasch finden. Der Aufbau der Stockwerke ist zwar nicht mehr ganz genau so, wie ich ihn in Erinnerung hatte, aber unser Zimmer finden wir trotzdem...

Unser Hotel: Die Ähnlichkeit beim Vergleich Real und Simulation ist verblüffend.
Nach einem kurzen Nickerchen machen wir uns auf, die Stadt zu entdecken. Ich weiss nicht, ob ich noch so verschlafen bin, aber mir kommt es so vor, als sei ich schon mal hier gewesen. Der Detailgrad ist einfach frappant! Vor allem die vielen sehr schön texturierten Häuser fallen positiv auf. Wir entscheiden uns, dem Tipp des Concierge zu folgen und fahren als erstes in den Stanley Park.
Auf dem Weg dorthin werden die detaillierten Häuser seltsamerweise immer weniger und sehen mehr und mehr aus wie Standardgebäude. Diese haben zwar noch eine einigermassen individuelle Form, unterscheiden sich aber im Großen Ganzen nur wenig von den Standardgebäuden.

Je mehr man sich aus dem Zentrum Richtung Park bewegt, desto seltener werden die detaillierten Häuser. Soweit bis man praktisch gar keinen Vergleich mehr herstellen kann...
Im Park lädt der sehr schönen Blick auf die Skyline und auf die vielen Wasserflugzeuge, die hier ständig an- und abfliegen, zu längerem Verweilen ein und die Tatsache, dass rund die Hälfte der Häuser eher „microsoftisch“ aussehen, fällt gar nicht mehr auf.

Bei einem Blick auf die Skyline falle die Standardhäuser nicht mehr so auf. Sie gehen in dem Gemisch „Alt“ - „Neu“ unter und integrieren sich gut ins Stadtbild.
Etwas weiter westwärts, kommt man an einen Aussichtspunkt, der den Blick auf die auf die imposante Lions Gate -Hängebrücke und die dahinter liegenden Gebirge frei gibt. Auch schön anzusehen ist die breite Palette an Booten, welche die Brücke passiert. Das reicht vom Lotsenschiff über Motorboote bis zum Kreuzfahrtschiff, alle natürlich mit den bekannten Effekten, wie nächtlicher Beleuchtung, spritzender Gischt und Bugwellen.
Neben diesen Details mutet dafür der unschöne Strassenverlauf unter der Brücke seltsam an. Hier hätte man sicher eine ansprechendere Lösung finden können.

Die Lions Gate Hängebrücke wird leider durch den nicht korrigierten Strassenverlauf unter der Brücke etwas in den Schatten gestellt. Auch zu sehen sind hier die Ai-Schiffe, die in der ganzen Szenerie verteilt sind und für eine grosse Lebendigkeit der Szenerie sorgen.

Ai-Schiffe mit allen bekannten Effekten wie nächtliche Beleuchtung, spritzender Gischt und Bugwellen gehören hier zum Standard.
Wir entschlissen uns, nachdem wir von den uns ständig überfliegenden Wasserflugzeugen in den Bann gezogen wurden, zum Jacht- und Wasserflughafen zu fahren, um die Schiffe und Flugzeuge mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Bei den Segelschiffen, Motorbooten und Jachten ist die grosse Anzahl an Details und auch die Vielfalt sehr gut gelungen. Man sieht erst bei genauerem Hinsehen ein Boot zweimal, was bei der grossen Anzahl an in dieser Szenerie verwendeten Booten echt eine Leistung ist. En paar hundert Meter weiter ist der Wasserflughafen, von wo aus die kleinen Dash-2 in die Unwegsameren Regionen Kanadas fliegen. Und nicht nur das, auch Rundflüge werden gemacht...leider bleibt mein Vater hart, und meint, dass 250 Euro für eine halbe Stunde zuviel seien.


Der Wasserflughafen und der gleich daneben gelegene Jachthafen laden zu einer Spazierfahrt bzw. zu einem Rundflug an. Besonders die detaillierten in mehreren Bemalungen und eigens für die Szenerie erstellten Dash-2 fallen auf.
Die Umgebung
Grouse Mountain
Am nächsten Tag entschliessen wir uns, die unmittelbare Umgebung Vancouvers etwas genauer anzusehen. Dazu besteigen oder besser befahren wir am folgenden Morgen als erstes den „Grouse Mountain“. Es handelt sich dabei um einen im Norden Vancouvers gelegenen Berg (1250 müM), der durch eine Seilbahn oder einen extrem steilen Pfad erreicht wird. Der Berg ist das, der Stadt Vancouver wohl am nächsten gelegene, Skigebiet und ist mit mehreren Restaurants und einem Helikopterlandeplatz auch entsprechend gut ausgerüstet.
Wir müssen leider mit dem steilen Pfad vorlieb nehmen (die Seilbahn ist trotz Berg- und Talstation nicht vorhanden), und erreichen nach mehrstündigem Fussmarsch schliesslich den Gipfel. Ich mach mich natürlich als erstes auf zum Helikopterlandeplatz um zu sehen, ob da was los ist.
Und tatsächlich: Kaum ein paar Minuten da, kommt auch schon ein Helikopter der lokalen Helifirma „Helijet“ angerauscht und landet zentimetergenau auf der Plattform. Solche Präzision muss man zuerst mal nachmachen...

Nicht nur Ai-Flugzeuge und Schiffe gibt es, nein, auch AI-Helikopter und dies natürlich in mehreren Bemalungen. So setzt der Helijet Bell zentimetergenau auf der Plattform der Bergstation des Grouse Mountains auf.
Flugobjekte über Vancouver
Von der Aussichtsplattform aus fallen die vielen Flugobjekte auf, die ständig über Vancouver verkehren; seien es Linienjets, Wasserflugzeuge oder Helis, und damit zu einer lebendigen Atmosphäre beitragen. Man hat von hier aus die wohl schönste Aussicht auf Vancouver.


Ein Blick vom Grouse Mountain auf die Stadt gibt eine gute Übersicht über das Stadtzentrum und die Umgebung.
Nach einem „BeaverTail“ (kanadische Spezialität) entscheiden wir uns, leider wieder zu Fuss, da die Bahn noch immer nicht vorhanden ist, abzusteigen und den Süden der Stadt näher zu erkunden. Insbesondere die Hafenanlagen und Anlegestellen der Fähren in Tsawwassen, welche nach unter anderem Vancouver Island (Vancouver vorgelagerte Insel) fahren, interessieren uns.
Tsawwassen
Am interessantesten sind die dort gelagerten grossen Kohlemengen und diese finden wir auch genauso vor, wie wir sie noch in Erinnerung hatten. Sehr schön ist dabei, dass es sich, wie bei allen Zusatztexturen die in dieser Szenerie verwendet wurden, um Photorealistische Texturen handelt und so das ganze noch lebensnaher und realistischer wirkt. Einzig die Häuser wurden irgendwie umgebaut. Jedenfalls finden wir an den Stellen, wo eigentlich Lagerhallen und Abfertigungs-Gebäude stehen sollten jetzt Wohnhäuser. Schade, denn auch hier hätte man die Szenerie noch perfektionieren können, indem man mit einfachen Mitteln Standard-Lagerhallen hingestellt hätte. Bei Bedarf kann der User aber hier auch noch mit einem Autogeneditor selber Hand anlegen. So gravierend ist der Fehler also nicht.

Falsche Autogenhäuser stören das ansonsten schöne Bild. Bei Bedarf kann der User aber hier mit einem Autogeneditor auch noch selber Hand anlegen

Schön zu sehen der mit Phototexturen versehene Hafenboden. Besonders das pechschwarze Kohlelager und die (leider) statischen Schiffe fallen dabei auf.
Schade, dass sich die Schiffe hier nicht bewegen! Bei all den beweglichen Motorbooten und Kreuzfahrtschiffen hätte man von den grossen Frachtern auch etwas mehr Aktivität erwarten dürfen. Besonders bedauert haben wir das bei den, eigentlich im Viertelstundentakt an- und ablegenden, Fähren. Als wir die Anlegestelle wieder verlassen, ist unser Eindruck neutral, nicht besonders, aber auch nicht schlecht.
Wir beschliessen morgen noch die Anlegestelle der Horseshoe Bay aufzusuchen in der Hoffnung, da eventuell auf pendelnde Fähren zu stossen.
Die Horseshoebay
Gesagt, getan: Am nächsten Tag standen wir schon - begünstigt durch die 10 Stunden Zeitverschiebung - um 6:30 auf, um so den grossen Verkehr, der in der Früh jeweils die halbe Stadt blockiert, zu vermeiden. Wir vergaßen dabei allerdings, dass sich an Wochenenden viele Einwohner auf den Weg zu ihrer Zweitwohnung an der „Sunshinecoast“ machen. So standen wir halt trotz unseres zeitigen Aufstehens geraume Zeit im Stau. Besonders kritisch wurde es, als wir an der Anlegestelle auf eine Fähre warteten die, wie uns ein Angestellter sagte, nie kommen würde. Zu unserer Verwunderung war da aber nicht einmal eine Fähre an der Anlegestelle wie in Tsawwassen, sondern auf der ganzen Strecke war keine zu sehen. Gut möglich, dass man bis nach an den Hafen nach Tsawwassen hätte fahren müssen, um dort auf ein wenigstens statisches Fährschiff zu stossen.

Horseshoe Bay: Eine wenigstens statische Fähre sucht man hier vergebens.
Squamish
So änderten wir kurzfristig unsere Pläne und entschieden uns, die inzwischen 20 Kilometer Stau (die Leute begriffen immer noch nicht, dass da nie ein Schiff kommen würde) hinter uns zu lassen, und statt die Küste zu erkunden, dem Meeresarm entlang hochzufahren. Nach einiger Zeit erreichten wir schliesslich das, durch Eisen- und Holzindustrie geprägte, Städtchen Squamish.

Blick die Horseshoe Bay hinauf Richtung Squamish. Auffällig sind dabei die sich ändernden Wassertexturen.

Das durch die Eisen und Holzindustrie geprägte Städtchen Squamish. Besonders der detaillierte Fluss- und Küstenverlauf sollte hier beachtet werden.
Hier fallen einmal mehr die vielen Details auf. Obwohl wir hier bereits um die 60 Kilometer von Vancouver weg sind, sind immer noch neue Details wie etwa Kraft- und Umspannwerke erkennbar. Es ist diese Fülle an Objekten, welche die Szenerie ausmacht. Wohin man auch kommt, immer gibt’s was Neues zu entdecken; langweilig wird es nie..

Sogar in abgelegeneren Regionen wie hier findet man immer noch neue Details, wie etwa Umspannwerke nördlich von Squamish.
Whistler
Nach einem Imbiss geht die fahrt das Tal hinauf weiter. Das Gelände wird hügeliger und die Schneefallgrenze sowie die Gipfel der hohen Berge kommen immer näher. Nach weiteren 50 Kilometern erreichen wir schliesslich Whistler.
Am Hang ob Whistler fallen die grossen grünen Waldschneisen auf. Diese Schneisen dienen im Winter, wer hätte das wohl gedacht, nichts geringerem als dem Skisport.
Ich krame rasch meinen Prospekt hervor und schaue mir die Photos, die vom selben Hang zu allen vier Jahreszeiten gemacht wurden, an. Schade, dass wir im Sommer hier sind. Die Piste sieht richtig einladend aus und lädt zu einer flotten Abfahrt ein.
Auch das Mesh kommt hier, wie aber eigentlich in der gesamten Szenerie, besonders gut zur Geltung. Man hat einmal mehr das Gefühl wirklich da zu sein!
Die vier Jahreszeiten in Whistler:

Sommer

Winter

Frühling

Herbst
In Whistler fällt der Helikopterlandeplatz auf, der natürlich auch wieder entsprechend mit AI-Traffic versehen ist. Und zwar handelt es sich hier nicht um einen Helijet Helikopter, sondern um die Helifirma „Tasman“, welche den Heliskiing-Freunden den entsprechenden Service bietet. Allerdings fliegt der Heli auch im Sommer vom Landeplatz auf den Gipfel und wieder zurück...
Ein zweiter Heliport ist in der Stadtmitte ersichtlich. Er dient dem Spital der Stadt und den Helis, welche die zahlreichen Sportverletzten ins Spital bringen. Zwar ist das Spital nur ein Standard- Häuserblock mit einem „H“ auf dem Vorplatz, aber um Rettungsflüge nachzufliegen reicht es.

Etwas in Whistler umgesehen fällt einer der beiden Helikopterlandeplätze auf, der natürlich auch wieder entsprechend mit AI-Traffic versehen ist.
Übergänge und Strassen
Inzwischen haben wir uns in ein Restaurant gesetzt, um uns für die bevorstehende Rückfahrt zu stärken.
Diese Zeit nutzen wir um uns noch weiter nach Norden zu bewegen. Nach rund 50 Kilometern endet kaum merklich auch diese Szenerie. Man muss die Grenzen, im Norden mindesten zum Teil, fast suchen, so fliessend sind sie gestaltet. Bei genauerem Hinsehen in der Draufsicht bemerkt man zwar schon, dass die realistische Landclass teilweise etwas abrupt aufhört, oder dass die Farbe der Seen plötzlich auf ein dunkleres Blau wechselt; aber auf einem normalen VFR-Flug muss man wirklich zweimal hinschauen um zu merken, ob man schon über die Grenze ist oder nicht.




Man muss die Grenzen, im Norden mindesten zum Teil fast suchen und erst bei der Draufsicht kriegt man raus, wo ungefähr die Grenze verläuft.
Im Süden ist es, besonders mit „Ultimate Terrain USA“ noch extremer. Das einzige was da noch an einen Übergang erinnert sind die leicht breiter und farblich heller werdenden Strassen. Ansonsten würde man wirklich meinen es handle sich um eine Szenerie.

Übergang zu „Ultimate Traffic USA“ im Süden, das einzige was hier an eine Grenze erinnert sind die leicht breiter und farblich heller werdenden Strassen.

Staatsgrenze Kanada – USA. Die Szenerie geht noch ein Stück in die USA rein, und hört nicht wie erwartet beim Grenzposten auf.
Wo wir gerade von Strassen sprechen: Die Strassen wurden auch mit einem hohen Detailgrad wiedergegeben, und es ist also tatsächlich möglich, selbst unbefestigte Strassen mit Hilfe eines Strassenplans zu finden.

Unbefestigte und befestigte Strassen sowie auch Eisenbahnlinien, alle natürlich mit hochpräzisem Verlauf, verhelfen zu einer genauen Lokalisierung bestimmter Orte.
Nicht zuletzt wegen dieses akkuraten Strassenverlaufes war es uns möglich, Whistler so genau zu lokalisieren.
Inzwischen haben wir unser Menü verschlungen und bezahlt und machen uns auf den Heimweg.
Wir entschliessen uns auf dem Rückweg dazu, noch dem Flugplatz Pitt Meadows einen Besuch abzustatten.
Der Flugplatz Pitt Meadows

Das Flugfeld befindet sich im Osten der Stadt am Ufer des Fraser Rivers rund 30 Kilometer vom Zentrum der Stadt und verfügt über drei befestigte Pisten. Die längste ist 1400 Meter lang.
Schon in der Anfahrt bemerken wir, wie das Gebiet langsam ländlicher wird. Erstaunlicherweise sind hier auch die Holzflöße, die ich im Anflug auf Vancouver vermisste, vorhanden. Auch ein paar statische Transportschiffe verschönern das Bild.

Holzflösse verschönern hier, obwohl sie insgesamt nur sehr sporadisch vorkommen, das Bild sehr.
Je mehr wir uns dem Platz nähern, desto mehr denke ich, dass da was nicht stimmen kann. Eigentlich müssten schon längst alle Autogene weg sein, das sind sie aber nicht, sie sind sogar noch bis unmittelbar vor der Piste vorhanden! Diese gekonnte Einbindung bewirkt, dass der Flugplatz als richtig dazugehörend wirkt und nicht irgendwie draufgesetzt, wie das bei vielen andern Addon-Aiports der Fall ist. Rasch auf der Airport-Road an der Wasserflugzeuganlegestelle (auch wieder mit AI-Traffic) um das Flugfeld rumgefahren und auf dem relativ vollen Parkplatz parkiert.

Der mit den liebevoll gestalteten Autos verschiedener Typen gefüllte Parkplatz trägt wesentlich zur Lebhaftigkeit des Flugfeldes bei.
Sofort fällt einem die schöne wiederum photorealistische Gestaltung der Gebäude auf. Auch die „schönen“ Hangars wissen zu überzeugen, und so hat man einmal mehr das Gefühl, wirklich da zu sein. Echt gut!

Leider gibt’s aber neben all dem Lob auch was Negatives zu vermelden: Es scheint auf dem Flugplatz eine seltsame Baumart zu wachsen. Deren einer Teil ist umgeklappt, und so sieht der Baum von der Seite aus, wie wenn er mit einem Japanmesser und Lineal entzwei geschnitten worden wäre. Noch seltsamer sieht dieselbe Baumart gegen einen Hangar stehend aus; fast als ob der Hangar den Baum verdrängt hätte. Ich konnte zwar erst zwei Bäume dieser Art ausmachen, doch sollte sich diese Sorte verbreiten, so weiss ich nicht was uns blüht.

Eine seltsame Baumart beherrscht den Flugplatz. Deren Eigenschaft ist es so auszusehen, als ob man sie mit einem Japanmesser und Lineal entzwei geschnitten und umgeklappt hätte.
Der Platz als solches ist logischerweise mit einem AFCAD und zusätzlichen (abschaltbarem) Ai-Traffic versehen. So herrscht auch hier ein reges Treiben, und es wird richtig die schöne Atmosphäre eines Kleinflugplatzes übermittelt.
Besonders angetan hat es mir das Schild: „Learn to Fly: HERE! “ Da würde ich mich am liebsten gleich einschreiben.

Das Schild “Learn to Fly: HERE! “ lädt zum sofortigen Einschreiben und Losdüsen ein.
Die Performance
Während ich noch etwas dem Treiben zuschaue und mit einem Piloten ein bisschen fachsimple, schauen wir uns mal einen der wichtigsten Punkte einer Szenerie an: Die Performance.
Dazu muss man anmerken, dass der Testcomputer über kein high-end System verfügt (Angaben siehe unten).
Allgemein kann man sagen, dass die Bildwiederholraten gleich sind wie bei der Standardszenerie. Einzig im Stadtzentrum können die Raten um 1-2 Bilder pro Sekunde runtergehen, aber die Szenerie bleibt auch auf dem Testcomputer weiterhin gut fliegbar. Der grösste Einbruch verursacht wohl der AI-Traffic. Da können je nach Blickfeld die Raten um 1-4 Bilder pro Sekunde angezeigt werden. Fliegbar bleibt sie aber auch da noch und richtig gravierende Einbrüche sind nirgends bemerkbar.
Auch bei Pitt Meadows nicht, wo man es ja bei vollem AI-Traffic, detaillierten Texturen und den vielen Objekten eigentlich erwarten würde.
Was zum Teil negativ auffällt ist die, auch von Phototexturen bekannte, Unschärfe der Texturen bei schneller Fortbewegung. Zwar fliegt man in einer solchen Szenerie eh meistens VFR, aber bei einem Anflug auf CYVR (Vancouver Intl) mit einem Linienjet, kann es schon mal vorkommen, dass die Texturen in einem grau grünen Brei enden.
Des weiteren macht sich je nach Einstellungen auch eine verlängerte Ladezeit spürbar (ca. 1Min zusätzlich), was aber im Endeffekt nicht weiter stört.
Insgesamt ist die Performance also sehr gut und kann locker mit aktuellen Hochqualitätsszenerien mithalten!
Bei Tag bei Nacht
Inzwischen ist es Abend geworden, und auch Pitt Meadows wird inzwischen künstlich erhellt. Zwar ist es entgegen den Erwartungen vor allem der Parkplatz, der im Lichtschein da liegt und nicht etwa der Apron...uns stört es nicht und wir beschliessen, jetzt wo’s dunkel ist, Vancouver gleich bei Nacht etwas näher anzusehen. Obwohl man hier wohl am besten die Bilder sprechen lässt, möchte ich noch ein paar Worte dazu sagen: Viele Häuser und auch der Boden, der auf photorealistischen Texturen beruht, haben eine individuelle Nachtbeleuchtung. So sind nachts die Hafenanlagen und Strassen, wie sie es in der Realität auch wären, hell erleuchtet, und man kann dem Verlauf sehr gut folgen. Vor allem auch in den Tälern (nach Whistler u.a.) machen die sich das Tal hinaufschlängelnden erleuchteten Strassen einen guten Eindruck.




Blick auf Vancouver in der Morgen- und Abenddämmerung in der Nacht und am Mittag. Besonders auffallend ist dabei die (dank Phototexturen) helle Beleuchtung der Strassen und Hafenanlagen.
Support
Wie schon anfänglich erwähnt, wird sehr viel für den Kunden getan, sodass er den Draht zum Hersteller auf keinen Fall verliert. So ist auch im Menü Eintrag von „FSAddons“ ein direkter Link zum Supportforum vorhanden. Beim Supportforum handelt es sich um ein Unterforum des SimFlight Forums.
Beachtenswert ist die hohe Geschwindigkeit, mit welcher den ratlosen Benutzern geholfen wird. Oftmals folgt schon nach weniger als einer Stunde eine qualifizierte Antwort zur Lösung des Problems, nicht selten von Jon Patch selbst oder aber von einem Entwickler/Mitwirkenden. Es ist also nicht so wie bei gewissen anderen Szenerien, bei denen die User nach dem Kauf auf sich selbst gestellt sind. Auch hier kann man nur einfach sagen: Top Service!
Fazit
Nachdem wir zwei Wochen mit einem Abstecher nach Seattle in Vancouver waren, tut es einem richtig weh, diese Stadt wieder zu verlassen. Aber irgendwann heisst es immer Abschied nehmen, und so besteigen wir am Nachmittag des 30. August den bis auf den letzten Platz gefüllten A330 und steigen, von der 26R startend mit einer letzten Rechtskurve über die Stadt, in den abendlichen kanadischen Himmel...
Während die Rocky Mountains unter uns vorbeiziehen denke ich mir: “Danke Jon Patch, FSAddon und alle Mitwirkenden, dass ihr uns Simmern eine solche Topszenerie und einem solchen Service zur Verfügung stellt!“
Abschliessend kann man nur sagen, dass das was man hier für knapp 40 Euros kriegen kann, bei einer Stöbertour auf SimMarket, auf jeden Fall einen zweiten Blick wert sein sollte und eigentlich fast schon in die Sammlung eines jeden Kanadafans - und solcher die es werden - wollen gehört.
Wer diese Szenerie besitzt kann wahrlich sagen: „Ich kenne Vancouver! “
Daher: 10 von 10 Punkten und einen Award for Excellence
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Testsystem
PIII 2.4Ghz
1024 MB RAM
Radeon 9800 Pro 128MB
Bewertung
Positiv:
+ Photorealistische Bodentexturen
+ Photorealistische Texturen für viele Gebäude
+ Sehr detaillierte Landclass
+ Sehr ausführliches Manual
+ Sehr guter Support
+ Hoher Detailgrad
+ Individuell platziertes Autogen
+ Detailliertes Mesh
+ Hervorragende Unterstützung anderer Addons
Negativ:
- Teilweise falsche Gebäude
- Vereinzelt fehlerhafte Vegetation
- Fehlender AI-Traffic (Fähren)
- Unscharf werdende Texturen
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Lukas Kaufmann für flugsimulation.com| Veröffentlicht am 15.02.2006 | Counter: 7770 Besucher
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