Review: UK2000 Heathrow Xtreme

Welcome to London
Endlich ist er da! Heathrow Xtreme. Es gibt wohl nur wenige Flughäfen auf der Welt, auf welchen sich so viele Langstreckenflieger aufhalten wie in Heathrow. Gemessen an den internationalen Passagieren ist EGLL, so der ICAO Code, der grösste Flughafen Europas. Dabei war Heathrow nicht einmal der erste wichtige Flughafen Londons. Nicht weit weg, da wo heute Gatwick sein Territorium hat, wurde der internationale Verkehr über Croyden abgewickelt. Heathrow, damals in den 1930er bekannt als "Great Western Aerodrome" war ein Privatflugplatz welcher auch zu Testzwecken benutzt wurde. Überraschenderweise wurde das Flugfeld nie von der RAF benutzt und so ging der Besitz 1946 an das Ministry of Civil Aviation. Danach wuchs Heathrow stetig an bis er die heutige Form, fast schon ein Moloch von Flughafen, annahm. In der letzten Zeit widerfuhr auch EGLL das selbe Schicksal wie alle anderen Flughäfen, welche sich in unmittelbarer Nähe (24 km westlich London-Centre) einer Stadt befinden; ein Neubau einer 3. Landebahn wurde vehement abgeschmettert. Dabei ist mit 170 Destinationen und 67 Mio. Passagieren noch lange nicht die Spitze des Berges erreicht. Erst vor einem Jahr wurde das neue Terminal fünf eingeweiht, welches, nach anfänglichen Schwierigkeiten, nun endlich die Erwartungen erfüllt.


Heathrow ist bekanntermassen überfüllt und man spricht davon, dass Slots in EGLL mehrere Millionen Euro Wert haben sollen. Das ging sogar soweit (kleine Anekdote), dass eine bekannte britische Charterfluggesellschaft mehrmals täglich zwischen Heathrow und Cardiff Leerflüge absolvierte, nur um zu verhindern, dass der begehrte Slot verloren ging. Denn: Wer die Slots nicht bis zu einem gewissen Prozentsatz auslastet, verliert diese wieder. Des weiteren möchte man London Heathrow auch ausbauen, da im Jahre 2012 die olympischen Sommerspiele in London stattfinden; für diese "Völkerwanderung" möchte man gewappnet sein.
Kauf und Installation
Die Erwartungen stiegen bei mir auch beinahe ins Unendliche, als ich hörte, dass Gary Summons sich diesem höchst interessanten und geschäftigen Flughafen annahm. Hohe Erwartungen deswegen, weil die Qualität seiner Add-Ons bekannt ist und ich kaum zu glauben wagte, dass ein Mann überhaupt wagen würde, sich mit ganzen Add-On-Schmieden und Vertreibern mit gutem Namen (Aerosoft) "anzulegen", zumal die Messlatte mit "Mega Airport Heathrow" schon sehr hoch gelegt war. Doch bevor wir uns ins Getümmel stürzen, laden wir uns die 65MB für die FS9-Version, die FSX-Version folgt im Januar, herunter und führen die Installation durch. Diese verläuft ohne Probleme und durch die einfache Eingabe der eigenen E-Mail-Adresse wird auch die Szenerie gleich freigeschaltet. Der Preis finde ich recht moderat: 19 Euro werden für das Add-On bei Simmarket verlangt.



Ab in den Sim
Bei so einem Mega Hub ist es einfach schwierig: Wo fange ich bloss an? Mit Heathrow verbinde ich so einige Erinnerungen. Bin ich doch selber schon als Reisender einige Male durch die Terminals gewandert (anders kann man es kaum nennen) und hatte auch das Vergnügen, einen Flug von ZRH nach LHR im Cockpit mitzuerleben. Deshalb werde ich in diesem Bericht auch einige meiner persönlichen Bilder einfliessen lassen, damit wir hoffentlich einen Vergleich zwischen der virtuellen und der realen Umgebung anstellen können.



Lange dauert der Hüpfer von Zürich nach Heathrow ja nicht und wir befinden uns im Anflug auf Landebahn 27L. Die zweite Landebahn, 27R, wird selbstverständlich für Starts verwendet - je nach Wind natürlich auch umgekehrt. Die Landebahn 05/23 ist nicht mehr in Gebrauch und leider ist auch die dort ehemals platzierte Concorde verschwunden. Wir beeilen uns mit dem "Glidepathrutschen", denn dicht hinter uns folgt ja schon der nächste Heavy. Schon im Approach zeigt sich das Ausmass der Szenerie: Ein gigantisches Gebilde, viele Gebäude und asphaltierte Partien. Als "Unterlage" der Szenerie dient ein fotorealistisches Bitmap. Aus grosser Höhe / Entfernung kann diese Methode tolle Effekte erzielen, jedoch wird das Bitmap mit zunehmender Nähe unscharf und wirkt auch immer platter und dementsprechend etwas grob. Dies scheint nach wie vor die kleine Achilles-Ferse der UK2000-Szenerien zu sein. Der positive Aspekt dieses Setups ist natürlich, dass Bitmap-Autos die Bildwiederholungs-Rate nicht in den Keller sausen lassen, und da diese Bitmaps meist nur auf den Nebenschauplätzen der Szenerie zu erblicken sind, kann man ein Auge zudrücken.



Als schweizer Flug docken wir natürlich am Terminal 2 an und lassen unsere Passagiere aussteigen, bevor wir das Flugzeug verlassen, um uns auf unsere Erkundungstour zu begeben. Terminal 2 ist schon etwas in die Jahre gekommen. Die virtuelle Nachbildung finde ich gelungen. Sowohl die doch recht unkonventionelle, fast chaotische Architektur, wie auch die Texturierung sind von guter Qualität, auch wenn punkto Textur keine zu grossen Stricke zerrissen wurden. Das Terminal ist einfach farblich sehr eintönig, das liegt jedoch am Original und nicht an der Kopie. Wenn wir uns schon hier die Vorfeldtexturen ansehen, erkennen wir eine sehr gekonnte Arbeit, welche die Charakteristika sehr authentisch wiedergeben kann. Der Untergrund entspricht exakt dem Vorbild; man erkennt die verlegten Platten, wobei auch die farbliche Varianz sehr zum guten Gesamtbild beiträgt.



Terminal 1 entspricht qualitativ dem Terminal 2, allerdings handelt es sich um eine andere Architektur; lichtdurchlässiger und mit sehr grossen Glasfronten versehen. Dies hat zur Folge, dass vor allem die Umsetzung von verglasten Gebäudefassaden entscheidend zur Stimmung beitragen kann. Hier ist die Handschrift von Gary Summons klar erkennbar, welcher diese Technik gut beherrscht und die fotorealen Gebäudetexturen würdig in Szene setzen kann. Terminal 1 wirkt ebenfalls sehr authentisch und ist wohl für jeden Ankömmling ein würdiges Zuhause.
Wir schreiten gleich weiter in die Nachbarschaft. Damit meine ich Terminal 3. Es ist das zweitälteste (dies ist kein Fehler!) Terminal am Flughafen. Während an den Terminals 1 und 2 viele europäische Flüge abgefertigt werden, ist Terminal 3 fast vollständig den Interkontinentalverbindungen verschrieben. Es unterscheidet sich in der Bauweise kaum von Nr. 1 und 2, denn auch Nummer 3 ist im unverkennbaren 60er Stil gebaut und wird auch so authentisch in der virtuellen Nachbildung repräsentiert. Die Besonderheit unseres Pendant ist, dass man sich per Klick bei den Optionen einen parkierten A380 auf den Bildschirm beamen kann, denn hier werden die Emirates- und Singapore-Flüge abgefertigt werden. Dadurch erhält unser Besuch in Heathrow noch ein wenig mehr Stil.

1986 wurde Terminal 4 von Prinz Charles und Diana eingeweiht und war damals für den exklusiven Gebrauch der gerade privatisierten British Airways vorgesehen. Es liegt abseits der zentral gelegenen Terminals 1 -3 neben dem Cargo-Center. Aufgrund des Transfers der meisten BA-Operationen ins ganz neue Terminal 5 -wir kommen gleich dorthin- ist Terminal 4 nun allen Airlines offen und wir finden Flüge sowohl nach Europa wie auch nach Afrika oder in den nahen Osten. Derzeit finden Vorbereitungen statt, das Terminal 4 auszubauen, um auch hier die A380-Flüge abzufertigen. Obwohl die Szenerie recht gross ist, finde ich es angenehm zu entdecken, dass auch bei Terminal 4 die Qualität der Reproduktion stimmt. Obwohl es, wie erwähnt, etwas abgelegen liegt, liess man sich nicht verführen, weniger Augenmerk auf diese moderne Konstruktion zu legen.


Terminal 5 schlussendlich ist das Vorzeigeobjekt sowohl des echten Flughafens Heathrow wie auch der Szenerie. Es drängt sich einem sozusagen auf. Die Umsetzung ist wirklich sehenswert. Exakt ist die Modellierung der Nachbildung und die verwendete Textur zeugt von hoher Qualität. Gab es bei Birmingham Xtreme noch die Gegebenheit, dass manche Gebäudetexturen bei naher Betrachtung unscharf wurden, fällt dies hier kaum mehr auf.



Natürlich gibt es nicht nur riesige Gebäudekomplexe in EGLL zu sehen. Es wurde eine Menge animierter Bodenverkehr eingebaut, dessen Dichte über das Optionsmenü bei der Installation, und natürlich auch nachträglich, reguliert werden kann. So treiben sich Tankwagen, Catering- und Gepäckfahrzeuge sowie Follow-Me-Cars auf dem Vorfeld herum, und die Strassen rund um den Flughafen warten mit einem recht ordentlichen Verkehr auf. Sogar die typischen roten Doppelstock-Busse bekommt man zu Gesicht! Neben dem Verkehr gibt es an bestimmten Standplätzen wieder die altbekannte und bewährte Service-Fleet (das ist, wenn die Bodentruppen anrücken); hier und da wurden auch die Fingerdocks animiert und docken präzise an den jeweiligen Flieger an. Um dies zu ermöglichen, sind verschiedene Docking-Hilfen, sogenannte Safe-Dock-Systems, umgesetzt worden. Bei einem System wurde sogar ein Spiegel eingebaut, welcher es dem Piloten ermöglicht, die Position des Bugrads mit der am Boden festgesetzten Markierung zu vergleichen und im richtigen Moment auf die Bremse zu stehen.



Meiner Meinung nach ist EGLL Xtreme die erste UK2000-Szenerie, welche auch während den dunklen Stunden stimmungsvoll umgesetzt ist. Die tolle Landebahn- und Rollwegbeleuchtung wie auch die beinahe romantische Umsetzung der Gebäudeerhellung lädt einem ein, ein Zimmer im Airporthotel zu buchen und die Stimmung zu geniessen. So scheint die Kritik über die bisher beinahe karge Nachtbeleuchtung endlich erhört worden zu sein.



Wenn es noch einen Punkt gibt, den es zu besprechen gilt, so betrifft dies natürlich die Performance der Szenerie. Die gute Nachricht ist, dass die Szenerie auch mit ziemlich üppigen AI- und Bodenverkehr eine sehr gute Bildwiederholungsrate erzielt. Ich denke, dies wird auch auf weniger starken PCs der Fall sein, denn UK2000 hat es wieder geschafft, eine Fülle von Objekten zu platzieren, ohne dass ein neuer Rechner auf Weihnachten fällig wäre.
Wer die Szenerie in dieser Hinsicht austesten möchte, hat wie immer die Möglichkeit, das Add-On im Demo-Modus zu installieren und einmal die „Sau“ raus zu lassen, um zu sehen, ob der PC die Szenerie ohne Mühe wiedergeben kann. Diese Demo-Version bleibt auch weiterhin ein grosses Plus der Xtreme-Reihe.

Fazit
Wieder einmal wird klar, warum die Fan-Gemeinde um UK2000 so gross ist. Abermals kann hier ein durchaus sehr gelungenes Produkt zu einem angemessenen Preis präsentiert werden und Sim-Wings' Mega Airport Heathrow hat jetzt vor Weihnachten durchaus würdige Konkurrenz erhalten. Einziger Minuspunkt bleibt bei Gary Summons die doch etwas schlechtere Qualität des Untergrundbitmaps. Aber ehrlich gesagt; Wer braucht schon tolle 3D-Parkplätze? Für alle Heathrow-Fans - und die, die es noch werden möchten - liegt hier das Weihnachstgeschenk bereits virtuell unter dem Christbaum.
Bewertung
| Facts & Figures | UK2000 Heathrow Xtreme | |
| Hersteller: | UK2000 | ![]() |
| Preis: | ||
| Veröffentlichungsdatum: | 01.11.2008 | |
| Systemanforderungen gemäss Hersteller: | 2.2 GHz CPU 1 GB RAM 300 MB freier Speicher Xp oder Vista 256 MB Grafikkarte |
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| Link zur Produktseite: | UK2000 Heathrow Xtreme | |
| FS-Version(en): | FSX, FS2004 | |
| Pro | Contra | |
| - Gutes Preis-/Leistungsverhältnis - Hohe Qualität von Modell und Textur - Performance - Animationen |
- Untergrundtextur nur auf Entfernung effektvoll | |
| Kriterium | Kommentar | Bewertung |
| Kauf, Installation und Einbindung | Fairer Preis und problemlose Installation sowie Konfiguration |
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| Handbuch/Beilagen | In der Kürze liegt die Würze. Leider fehlen die Charts | ![]() |
| Szeneriedesign/Innovationen | Gewohnte Kost, keine grossen Innovationen |
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| Texturen | Bis auf die Bodentextur (Bitmap) sind die Texturen einwandfrei | ![]() |
| Performance | Für ein Add-On dieser Grösse erstklassig |
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| Spassbewertung/Langzeitmotivation | Heathrow, was will man mehr? | ![]() |
| Animationen | Einwandfrei und ruckelfrei. Ausserdem zu Gunsten der Performance ausgelegt |
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| Gesamtbewertung | ![]() |
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| Auszeichnungen | ||
| keine | ||



Yves Kaulitz für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 21.12.2008 | Counter: 3707 Besucher
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