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Review: Aerosoft Trondheim Vaernes

Aerosoft Trondheim-Vaernes X
In kurzen Abständen veröffentlicht Aerosoft zurzeit neue Szenerien für den Flugsimulator. Darunter sind Destinationen für jeden Geschmack. Egal, ob es nun auf die Malediven, in die amerikanische Großstadt Chicago oder auf einen Megahub wie Amsterdam Schipol gehen soll, für jeden Wunsch hat die deutsche Firma etwas auf Lager. Eines der aktuellsten Produkte ist dabei die Flughafenszenerie von Trondheim Vaernes. Die norwegische Stadt ist sicherlich kein allzu populäres, noch bekanntes Ziel. Ob sich eine Anschaffung dennoch lohnt und wie gut der neuste Wurf von Aerosoft ist, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen.

Das reale Pendant

Der Flughafen von Trondheim lautet auf den Namen Værnes, kann aber als TRD (IATA), oder ENVA (ICAO) auftauchen. Er liegt rund 20km östlich der Innenstadt und wird durch eine staatliche Firma betrieben. Auf dem Gelände ist nebst einem zivilen Teil auch die norwegische Luftwaffe ansässig. Im vergangenen Jahr konnten knapp 3,5 Mio. Passagiere und rund 55‘000 Flugbewegungen verzeichnet werden. Damit ist TRD die Nummer vier des skandinavischen Landes. Der Flughafen verfügt über zwei Terminals und eine 2,759m lange Piste. Eine weitere Piste in nordwest-südost Richtung steht nicht mehr zur Verfügung und wird lediglich als Rollweg benutzt.
Von ENVA aus können zahlreiche Ziele innerhalb Norwegens, aber auch Europas erreicht werden. Zu den prominentesten Gästen des Flughafens können sich die einheimischen Scandinavian Airlines (SAS), Norwegian Air Shuttle und Widerøe zählen. Dabei ist besonders interessant, dass die Strecke nach Oslo als Nummer 10 auf der Rangliste der Streckenfrequenzen in Europa ist.
Die Stadt Trondheim selber ist bekannt für deine Bildungsstätten, sowie die technischen und medizinischen Forschungsinstitutionen. Gelegen in der Mitte Norwegens erreicht man nach rund 70km Fjord- und Flusslandschaften das offene Meer.


Das virtuelle Trondheim

Der Flughafen wurde nun durch Aerosoft für den Flugsimulator X umgesetzt und bietet laut dem Hersteller eine „hochdetaillierte Umsetzung der Flughafengebäude und Einrichtungen“. Weitere verspricht man eine „originalgetreu umgesetzte Beleuchtung, Nachteffekte und Markierungen auf den Roll- und Landebahnen“. Gemäss der Produktseite (Aerosoft) dürfen folgende Highlights erwartet werden:
• Hochdetaillierte Nachbildung des Flughafens Trondheim – Værnes
• Auf hochauflösendem Luftbild für alle vier Jahreszeiten aufgebaut
• Alle wichtigen Gebäude mit fotorealistischen Texturen nachgebildet
• Realistische Beleuchtung auf Roll- und Landebahnen
• Zahlreiche statische Objekte
• Vollständig AI-Traffic kompatibel
• Originalgetreue Roll- und Landebahnmarkierungen
• Hochauflösende realistische Nachttexturen
• Taxiwaybrücke über Autobahn und Schienenverkehr
• Funktionsfähige Docking-Systeme
Derzeit kann die Szenerie ausschließlich als Download-Version erworben werden und ist nur zum FSX kompatibel. Für €14,95 darf man die Szenerie sein Eigen nennen und kann die 120MB-große Installationsroutine herunterladen. Laut den Systemanforderungen wird folgende Systemkonfiguration vorausgesetzt: Microsoft Flight Simulator X mit SP1 & SP2 oder Acceleration Pack, Dual Core oder Quad Prozessor (E7400 oder höher), Windows XP/Vista, 2 GB RAM, 3D Grafikkarte mit mind. 256 MB (512 MB oder höher) und 200MB freier Festplattenspeicher.

Die virtuelle Realität

Während die Installationsroutine nach Eingabe nötigen Daten zur Freischaltung ohne Anstalten die Szenerie zu installieren beginnt, ist Zeit, sich den Beilagen zu widmen. Ein Handbuch ist sowohl in Deutsch als in Englisch enthalten und über einen Link auf der Produktseite können kostenlos die aktuellen Flughafencharts heruntergeladen werden. Die Dokumentation bietet auf 15 Seiten einen kurzen Abriss über die Geschichte des Flughafens, gibt Informationen zur Installation und liefert die wichtigsten Fakten zum Flughafen.
Somit steht der Entdeckungstour im Flugsimulator nichts mehr im Wege und kurze Zeit später tauchen wir in die virtuelle Welt von Trondheim ein.


Der erste Eindruck

Der Anflug über den Fjord ist spektakulär und einer der schöneren Anflügen im Flugsimulator. Der Flughafen liegt direkt am Wasser, die Landebahn ragt sogar leicht vor. Das kleine und übersichtliche Rollfeld ist rasch erreicht und es so stellen wir unsere Maschine an einem der Parkpositionen vor dem gläsernen Terminal ab. Der erste Eindruck zeugt von einem soliden Szeneriedesign und einem stimmungsvollem Gesamtbild. Doch wollen wir uns etwas den Details widmen und prüfen, ob dieser erste Eindruck auch ein bleibender werden kann.

Die Szenerie auf dem Prüfstand

Aus der Distanz betrachtet fällt dem kritischen Betrachter sofort die ausgezeichnete Bodentextur auf. Diese ist gestochen scharf gezeichnet und umfasst nicht nur das Rollfeld, sondern auch die nahe Umgebung. Zwei Schönheitsfehler haben sich dennoch eingeschlichen: Einerseits müssen die saisonalen Texturen mittels eines externen Programms umgeschaltet werden, dies haben andere Designer bereits besser gelöst. Ebenso kann der Szenerieübergang als verbesserungswürdig bezeichnet werden. An einigen Stellen haben sich die Entwickler den Umstand, dass die Straße die Abgrenzung darstellt zum cleveren Grund genommen. Da dies jedoch nicht an allen Stellen zutrifft, geht die Szenerie an den restlichen Orten abrupt über. Dass dies besser gelöst werden kann, haben zahlreiche Beispiele gezeigt.

Lobenswert sind auch die Bodenmarkierungen und Beschilderung. Obschon der Flughafen an sich übersichtlich ist, hilft die exakte Zeichnung ungemein bei der sicheren Orientierung am Boden. Schön auch, dass kein steriler Touch angewendet wurde. Die Rollwege und Pisten zeugen von einem regen Gebrauch, die Objekte vom unterschiedlichen Alter. Die modellierten Rasenränder gehören derweil beinahe schon zum gewohnten Bild bei den renommierten Produktherstellern.
Die Modellierung der Objekte und Gebäude ist gelungen. Zahlreiche Details zeugen von seriöser Arbeit und versprühen einen extra Touch Realismus. So können etwa Warn- und Hinweisschilder bei den Fingerdocks oder an den Flughafenzäunen entdeckt werden. Das gläserne Hauptterminal kann als Prunkstück des Flughafenkomplexes bezeichnet werden. Auch etwas abseits des geschäftigen Terminals hat man sich den zahlreichen kleineren Gebäuden angenommen und diese passend modelliert. So findet man etwa eine kleine Kirche nahe der Pistenschwelle 27 oder einen Steindamm nördlich der Pistenachse im Anflug auf die 09. Als besonderen Eye-catcher darf wohl die Roll- und Pistenunterführung für die Eisenbahn und den Straßenverkehr bezeichnet werden. Dies wurde passend umgesetzt. Schade nur, dass man diesen guten Ansatz nicht konsequent zu Ende geführt hat und etwa die Bahngleise direkt am Ende der Unterführung enden. Die südliche Seite des Flughafens – dort wo die Luftwaffe zu Hause ist – wurde etwas stiefmütterlich umgesetzt. Dies liegt sicherlich auch daran, dass der Zugang zu diesem Teil des Flughafengeländes erschwert ist, entschuldigt dennoch nicht den Fakt, dass es dort gar leblos ist.
In Punkto Texturen erzeugt Trondheim einen allgemein guten Eindruck mit einem etwas fadem Beigeschmack. Dies kommt daher, dass die Objekt- und Gebäudetexturierung im Allgemeinen als gelungen bezeichnet werden kann - die etwas abseits liegenden Gebäude, die aber dennoch direkt an die Luftseite anstoßen, müssen mit Texturen in geringerer Auflösung auskommen. Dies schont jedoch die Performance, ergibt jedoch einen eher durchmischten Gesamteindruck.



Enttäuschend hingegen ist die Umsetzung der Landseite des Flughafens. Hier hätte man gerne noch mit etwas mehr Details aufwarten können. Beispiele von Produkten aus derselben Klasse zeugen davon, dass es besser geht. Die Zufahrten und Objekte wirken etwas lieblos und frei im Gelände platziert. Das Bild wirkt dadurch nicht abgerundet, schade eigentlich.
Derweil sich um den Flughafen herum viel bewegt, ist es auf dem Vorfeld gar ruhig. Hier verkehren keine Servicefahrzeuge die dem Flughafen etwas Leben einhauchen würden. Ganze Arbeit hat man jedoch beim Umfeld geleistet: Die umliegenden Straßen werden rege befahren. Der Schiffsverkehr in den Fjorden ist allerdings Von FS selber. Schade, hier hätte man noch eine landestypische Note setzen können und mit einem animierten Bahnverkehr hätte man der ganzen Geschichte noch den krönenden Feinschliff geben können.

Erwartungsgemäß funktioniert der AI Traffic problemlos und rollt korrekt entlang der Rollwege und parkt dort, wo geparkt werden darf.
Nachts tappt man in Trondheim nicht zwingend im Dunkeln: Der Bereich um den Terminal ist hell beleuchtet, derweil man auf den Rollwegen in Dunkelheit gehüllt wird. Jedoch weisen die korrekten Beleuchtungen entlang der Rollwegen zur Piste. Für mich ein korrektes Abbild.
Auf dem Testsystem lief die Szenerie mit guten Ergebnissen. Dies ist zum einen der überschaubaren Größe des Flughafens, andererseits auch der guten Umsetzung zu verdanken. Selbst bei zahlreichem Verkehr auf und neben dem Platz muss mit einem komplexen Flugzeug nicht mit größeren Abstrichen im Bezug auf die Bildwiederholrate gerechnet werden.


Fazit

Obschon Trondheim sicherlich keine Top-Destination ist, lohnt sich ein Ausflug in die norwegische Stadt durchaus. Gerade für jene virtuellen Piloten unter euch, die bereits alle bedeutenden Ziele in Europa angesteuert haben, stellt diese Szenerie sicherlich eine gute Abwechslung dar. Mit seinem attraktiven Anflug über die wunderbare Landschaft kann TRD sicherlich auf der einen oder anderen Favoritenliste landen. Die Umsetzung durch Jo Erlend Sund unter dem Dach von Aerosoft ist zwiespältig zu betrachten: Einerseits hält das Produkt fast alles was in der Produktbeschreibung versprochen wird, andererseits hat uns Aerosoft auch schon exquisitere Kost vorgesetzt. Der erste Eindruck ist stimmig und das Gesamtbild passt. Ändert man den Fokus jedoch auf die Details so findet man an vielen Ecken und Enden kleinere Unstimmigkeiten oder Unschönheiten. Dabei können die Gebäudetexturen auf der Luftseite, der abrupte Übergang zur Umgebung oder die fehlende Konsequenz bei der Umsetzung der Umgebungsgestaltung erwähnt werden.
Abschließend bleibt ein guter Eindruck mit etwas fadem Beigeschmack übrig. Eine Anschaffung lohnt sich sicherlich für Fans der nordischen Länder und jene unter euch die ihren Horizont etwas erweitern wollen.

 

Bewertung

Facts & Figures Aerosoft Trondheim Vaernes  
     
Hersteller: Aerosoft Minibild
Preis: 14,95€
Veröffentlichungsdatum: 22.01.2010
Systemanforderungen gemäss Hersteller: Microsoft Flight Simulator X mit SP1 & SP2 oder Acceleration Pack, Dual Core oder Quad Prozessor (E7400 oder höher), Windows XP/Vista, 2 GB RAM, 3D Grafikkarte mit mind. 256 MB (512 MB oder höher) und 200MB freier Festplattenspeicher.
Link zur Produktseite: Aerosoft Trondheim Vaernes
FS-Version(en): FSX
   
Pro Contra  
     
+ Objekt- und Gebäudemodellierung
+ Bodentextur
+ Markierungen und Beschilderungen
+ Fairer Preis
- Abstriche bei Nachttexturen
- Saisonale Texturen müssen extern umgeschaltet werden
- Landseite etwas karg
 
     
Kriterium Kommentar
Bewertung
     
Kauf, Installation und Einbindung Kauf via Aerosoft Shop oder SimMarket, derzeit nur Download, problemlose Installation
Handbuch/Beilagen Handbuch in deutsch und englisch liegt als PDF bei. Wichtige Infos sind enthalten, Charts jedoch fehlanzeige
Szeneriedesign/Innovationen Solide Modellierung der Objekte und Gebäude, Innovationen leider fehlanzeige
Texturen Bodentexturierung ist sehr gut, ebenso die Objekte auf der Luftseite, nachts geringfügige Abstriche bei der Qualität.
Animationen Eher mangelware! Strassen- und Schiffsverkehr sind die einsamen Rufer im Wald.
Performance Keine merklichen Einbussen durch die Benützung der Szenerie festgestellt
Spassbewertung/Langzeitmotivation Aufgrund der isolierten Lage Trondheims für Gelegenheitsflieger nicht die Top-Destination
     
Gesamtbewertung  
     
Auszeichnungen    
keine  
 















 

Sales Wick für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 23.04.2010 | Counter: 1651 Besucher


Kommentare
von Highflyer
geschrieben am 13.05.2010 um 13:26:04
Schöne Review, einzig die Aussage, dass keine merkliche Einbuße bezüglich der Performance festzustellen ist, ist für mich nicht nachvollziehbar: Auf meinem System ( AMD X2 6000+ / 4GB RAM / WIN7 64bit / 8800GT 1GB ) komme ich im besten Fall mit der MD11 ( PMDG ) bei medium settings auf 16fps, also deutlich schlechter als zB Aerosoft´s EDDH oder EDDF! Ziemlich schwaches Bild, was Aerosoft hier abliefert...

 

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