FS Add On: Tongass Fjords
Neue Perle der Wildnis?
Reviewübersicht:
Einleitung
Herzlich willkommen bei der Review über den neusten Streich von Holger Sandmann zusammen mit Bill Womack. Mit dem klangvollen Titel „Tongass Fjords“ erweckt der Wahlkanadier eine 70000km2 grosse Region zum Leben. Nördlich an das mehrfach preisgekrönte Gebiet der Misty Fjords (wir berichteten) gelegen, trifft man auf eine beinahe unberührte Landschaft von unbeschreibbarer Schönheit.
In minutiöser Arbeit versuchte nun das Designerduo jene Schönheit einzufangen und sie ihrer Umsetzung für den Flugsimulator 2004 einzuhauchen. Unser Reviewtrio um Andreas Schmidt, Manuel Heinz und Sales Wick ist für euch in die Tongass Fjords geflogen und berichtet von der lang ersehnten Szenerie, welche am 26. Juli 2006 in den virtuellen Verkaufsregalen gelandet ist.
Indianer, Russen, Amerikaner... Ein Blick auf die Geschichte
Alaska wird von vielen Amerikanern als "the last Frontier", als das letzte große Abenteuer angesehen und das ist es auch. Auf einer Fläche von 1.7 Mio. Quadratkilometern, einer größeren Fläche als zum Beispiel aller skandinavischen Länder zusammen, leben ca. 655.000 Menschen. Das ist eine "Einwohnerdichte" von sagenhaften 1 Einwohner auf 2,6 Quadratkilometer... wobei die Statistik noch gewaltig hinkt, denn mehr als die Hälfte aller Einwohner Alaskas wohnt in der einzigen Metropole von Alaska, in Anchorage sowie um Fairbanks...
Die Geschichte von Alaska begann mit seinen heutigen Ureinwohnern, den Indianern (Tlingit, Haida, Tsimshian) und den Inuit, deren Vorfahren über die einmal vorhandene Landbrücke zwischen Asien und Alaska vor mehr als 10.000 Jahren hier eingewandert waren.
Die Europäischen Mächte wurden erst im 16./17. Jh. auf Alaska aufmerksam. Es waren russische Pelzjäger, die Entdeckern wie Bering folgten und mit der Kolonisierung des Landes für die Russisch-Amerikanische Kompanie, eine Handelsgesellschaft, begannen. Offenbar brachten die Geschäfte jedoch nicht besonders viel ein und so sah sich die russische Regierung im Jahre 1818 genötigt, die Kompanie zu übernehmen und schickte Ferdinand Petrowitsch Baron von Wrangell als Generalgouverneur nach Alaska - einen Marineoffizier, Weltumsegler und Geographen. Seinem Namen kann man auch heute noch mehrfach in Alaska begegnen. Im Jahre 1867 verkaufte die russische Regierung unter Zar Alexander II Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die USA. Das Gesetz für den Ankauf ging damals mit einer Stimme Mehrheit durch den amerikanischen Senat und nach dem damaligen US-Außenminister Seward nannte man die Erwerbung lange Zeit "Seward´s Ice box" (Seward´s Gefriertruhe). Ein glücklicher Kauf, denn was wäre im Kalten Krieg passiert, wenn Alaska zur UdSSR gehört hätte? Es war in Sitka (in dieser Szenerie enthalten) wo am 18. Oktober 1867 erstmalig die amerikanische Flagge gehisst wurde. Ein Tag, der auch heute noch in Sitka und Umgebung ein Feiertag ist. Die Verwaltung erfolgte jedoch durch verschiedene Instanzen der US-Streitkräfte und erst am 3. Januar 1959 wurde Alaska politisch zum 49. Staat der USA.
Das Datum des Karfreitags 1964 wird immer in der Erinnerung bleiben: An jenem Tag zerstörte ein Erbeben Anchorage nahezu komplett und verwüstete weite Teile des Landes.
Alaska ist eine Goldgrube. Seit dem berühmten, unter anderen von Jack London beschriebenen "Goldrush" bis 1945 war die Goldgewinnung der wichtigste Wirtschaftszweig. Heute hat die Ölindustrie (seit 1968) diese Rolle übernommen. Der Verkehr ist eine Geschichte für sich, die hier nicht komplett dargestellt werden kann. Es gibt eine Eisenbahnlinie von Seward nach Fairbanks, den Alaska-Highway und ein 22.000 Kilometer Straßennetz.
In Alaska sind mehr als 8.000 Flugzeuge registriert, eines auf rund 82 Einwohner und es gibt mehr als 500 offizielle Flugplätze, wozu noch eine Menge Airstrips und Wasserlandeflächen hinzukommen, die nur die Eingeweihten kennen. Durch ein Gesetz ist Luftfracht in Alaska sehr preiswert. Man zahlt den üblichen Posttarif und den Rest subventioniert der Staat. Das ist immer noch billiger, als in ganz Alaska tausende Kilometer von Allwetter-Straßen zu bauen... und vor allem, zu unterhalten! Schon der Alaska-Highway verschlingt in jedem Jahr Unsummen.
Mehr über die Fliegerei in Alaska, die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann, das gewaltige Land zu erschließen, gibt es hier:
Alaska Aviation Heritage Museum
4721 Aircraft Drive
Anchorage AK 99502
http://home.gci.net/~aahm/
(Die Site ist noch im Aufbau)
Das Szeneriegebiet - Ein Überblick
"The Panhandle" - Der Pfannenstiel
So wird das südöstliche Alaska genannt, jenes Land zwischen der kanadischen Grenze und dem Golf von Alaska. Einen Teil davon deckt die Szenerie ab, begrenzt von den Städten Wrangell, Sitka, Petersburg und nach Kanada hinein bis etwa Telegraph Creek und Umgebung. Das Land hat einige Ähnlichkeit mit Fjordlandschaften in Norwegen, ist aber größer. Im Westen finden sich Gletscher-Regionen. Das ganze Gebiet war das Kernstück der ehemals russischen Kolonie mit Sitka als Hauptstadt.
Was hier dem Piloten zur Verfügung steht, sind in erster Linie 6 Flugplätze (von Flughäfen zu sprechen erscheint auf Grund ihrer Größe doch ein wenig vermessen)
- CBM5, Telegraph Creek, B.C.
- PAFE. Kake
- PAKW, Klawock
- PAPG Johnston Petersburg
- PASI, Sitka Rocky Gutierrez
- PAWG, Wrangell
Ferner kommen noch 3 "inoffizielle Flugplätze" hinzu. Damit nicht genug, gibt es in diesem Gebiet insgesamt 28 "offizielle" und 15 weitere Landeplätze für Wasserflugzeuge. Man ist also gut beraten, für Flüge in dieser Szenerie ein passendes Amphibienflugzeug im Hangar zu haben, um ihre gesamten Möglichkeiten kennen zu lernen. Abgesehen davon ist es doch eine ganz andere Geschichte, auf dem Wasser zu landen und seine Maschine an einen Steg zu bugsieren... Hier beginnt die Buschfliegerei erst so richtig und ein wenig fliegerischer Instinkt ist neben der Kenntnis vom Gebrauch der heute üblichen modernen Ausrüstung durchaus angebracht.
Eine im teuren Alaska vergleichsweise preiswerte und sehr geschätzte Möglichkeit, Urlaub zu machen, ist das Mieten einer abgelegenen Hütte in der Wildnis, die durch den U.S. Forest Service verwaltet werden. Es ist eine schöne Idee, insgesamt 20 davon in dieser Szenerie nachzubilden und damit dem virtuellen Buschflieger die Möglichkeit zu geben, Touristen, aber auch Ranger dorthin zu fliegen...
Hier gibt es ein paar nähere Informationen:
http://www.nps.gov/aplic/cabins/fs_cabins.html
Die Landschaft ist reich an echten Sehenswürdigkeiten. Da haben wir den Vulkan Mt. Edgecumb in der Nähe von Sitka und auf dem Weg nach Telegraph Creek den Mt. Ratz und ausgedehnte Gletscherfelder, die unglaubliche Fjordlandschaft... es gibt viel zu sehen und man kann hier mit Fug und Recht behaupten, das man in einer VFR-Szenerie unterwegs ist.
Bei den folgenden Bildern bitte mit der Maus über die roten Kreuze fahren!
Installation, Handbuch etc.
Wer schon einmal Kunde bei FSAddon gewesen ist, der weiß, dass man sich über die Installation von Addons aus dieser Softwareschmiede keine Sorgen machen muss. Die Tongass Fjords machen da keine Ausnahme. Nach dem Kauf bei Simmarket (Kostenpunkt 39,44 Euro) erhält man einen Download-Link für das 168MB schwere Software-Paket sowie den dazugehörigen Serienschlüssel. Nach dem Herunterladen und Aufrufen der Installationsdatei wird das FS9-Zielverzeichnis automatisch gefunden und das Kopieren der Dateien beginnt. Im Anschluss an diesen Prozess wird der Tongass Fjords Konfigurator gestartet, um dem Installationsprogramm abschließend mitzuteilen, welche anderen Addons der Benutzer im Szeneriegebiet der TFs verwendet und um die Kompatibilität zu diesen herzustellen. Der Konfigurator fand in meinem Fall automatisch das Vorhandensein von Misty Fjords, weshalb ich keinerlei manuelle Änderungen vornehmen musste. Als letztes wird die Tongass Fjord Szenerie automatisch in der Szeneriebibliothek angemeldet. Daraufhin ist die Installation abgeschlossen und es dürften keine grauen Haare auf dem Kopf des TFs Fans gewachsen sein. Es steht fest, dass es besser und unproblematischer nicht hätte von statten gehen können.
Nach erfolgter Installation ist es eigentlich an der Zeit, sich das Handbuch vorzunehmen, um über eventuelle FS-Einstellungen informiert zu werden und um Tipps zum besten Gebrauch des Addons zu erhalten. Natürlich ist dies vor der Verwendung eines neuen Addons grundsätzlich zu empfehlen, aber ich muss zugeben, dass meine persönliche Reihenfolge etwas anders ausgesehen hat
. Meine Vorfreude war zu groß, als dass ich erst einen Blick auf das mitgelieferte PDF-Dokument hätte werfen können. Erst nach ausgiebigen Rundflügen über das Szeneriegebiet dachte ich mir, dass es an der Zeit ist, mit Hilfe des Handbuchs herauszufinden, was ich noch nicht entdeckt oder gewusst habe. Und ich war sofort überwältigt. Das Tongass Fjords-Handbuch besteht aus sage und schreibe 50 Seiten, eine beachtliche Größe für ein Szenerie-Addon. Wie von FSAddon gewohnt, liest man zuerst eine kleine Abenteuergeschichte, um das Gebiet kennen zu lernen und um die Lust auf eigene Erlebnisflüge zu steigern. Es folgen Kompatibilitätshinweise zu Addons von Drittanbietern sowie optionale Einstellungshinweise. Des Weiteren wird man genaustens darüber informiert, welche Szeneriemerkmale in Tongass Fjords enthalten sind. Die Angaben sind so umfangreich, dass man sicher davon ausgehen kann, auch nach vorhergehenden Erkundungsflügen noch Informationen aus dem Handbuch zu erhalten, die einem vollkommen neu sind. Eine weitere willkommene Rubrik des Handbuchs ist ein Verzeichnis der im Gebiet liegenden Flugplätze samt Links zu informativen Internetseiten.
Alles in allem verdient das Handbuch ein dickes Lob, da dessen Ausführlichkeit und humorvoller Schreibstil unerreicht sind.
Die Flughäfen, Cabins, Heliports und weitere Szenerie-Highlights
Gegenüber Misty Fjords haben nun endlich auch detailliert umgesetzte Flughäfen Einzug in das Szeneriegebiet erhalten. Während das Layout aller Landplätze in diesem Gebiet angepasst wurde und diese mit AFCAD-Dateien ausgestattet wurden, so hat man sich vor allem den Flughäfen Sitka (PASI) und Petersburg (PAPG) angenommen. Das branchenweit bekannte Designgenie Bill Womack (z.B. Freight Dogs Airfields) hat diese persönlich bereist, um für die Umsetzung im Flugsimulator mit Fototexturen arbeiten zu können. Und der erste Eindruck bestätigt gleich die Erwartungen. Beide Airports verfügen über sagenhaft detailreiche Gebäude und Objekte, die allesamt mit den erwähnten scharfen Fototexturen versehen wurden.
Dass Alaska Airlines als einzige große Fluggesellschaft diese Flugplätze ansteuert, ist den zahlreich vorhandenen Schriftzügen zu entnehmen. Diese tragen stark zur realistischen Erscheinung der Flugplätze bei. Die statischen Vorfeldfahrzeuge sind ebenso von hochkarätiger Qualität und sehen sehr echt aus. Auf der Rückseite der Gebäude befinden sich Zufahrtsstraßen, Parkplätze und dazugehörige Autos, die es genauso wert sind, erkundet zu werden. Auch die Zäune, Lampen, Generatoren und Gebäudeeingänge sind ein Augenschmaus. Einziger Wehrmutstropfen, bei ausgeschaltetem AI-Traffic wirken beide Flugplätze etwas leblos, da ich keinerlei Animationen vorfinden konnte.
Beim Landebahnüberflug in niedriger Höhe erkennt man, dass die Grastexturen bisher unerreichten Realismus ausstrahlen und ungewohnt scharf sind. Die Befeuerung und Begrenzungsmarkierungen wurden nicht ausgelassen und gut umgesetzt. Die angrenzende Baumvegetation rundet das positive Gesamtbild schön ab und lässt das Fazit zu, dass die beiden Airfields gelungen in das Umfeld integriert worden sind.
Doch nicht nur die beiden Flughäfen wurden umgesetzt, sondern auch eine Vielzahl an Holzfällerhütten, so genannten Cabins. Diese befinden sich verstreut über das gesamte Szeneriegebiet wieder und vermitteln einem so das Gefühl fürs richtige Buschfliegen.
Zu den weiteren Szeneriemerkmalen zählen auch die Helisports, die oft in Verbindung mit Leuchttürmen auftreten. Bekanntlicherweise ist das Gebiet der Tongass Fjords unwegsam und der Luftweg wird dadurch zum einfachsten Transportmittel. Eine Auswahl an vereinzelten Leuchttürmen und deren Heliports ist auf dem folgenden Screenshot zu sehen:
Technische Feinheiten: Texturen, Design, AFCAD etc.
Nachdem wir nun einiges über das Szeneriegebiet im Allgemeinen und gezielt auch über die zwei Flughäfen erfahren haben, wollen wir das Gesamtprodukt etwas mehr im Detail betrachten. Nun gilt es festzustellen ob das Fehlerteufelchen selbst bei näherer Betrachtung noch lange in seiner tiefen Hölle schmoren darf.
Unter den technischen Details verstehen wir sowohl die Texturqualität, das Design der Gebäude und Objekten, als auch abstrakte Dinge wie AFCAD, Landclass oder Mesh.
Von den oben genannten Punkten kann eine Vielzahl davon in hoher Anzahl in den Tongass Fjords entdeckt werden. Zu beginn gehen wir auf das Mesh ein. Dieses verfügt über eine LOD10 (38 m) Auflösung, welche von Shuttle-Radar-Daten stammt und das 70000 m² grosse Szeneriegebiet abdeckt. Schon beim ersten Blick auf das neue Werk sticht die Änderung sofort ins Auge, was folgende Screenshots unterstreichen.
Aber auch das Landclass trägt seinen Teil zum gelungenen, besser fantastischen Gesamteindruck bei. Strassen schlängeln sich entlang von Flüssen, Seen oder Bergen und führen durch sowohl durch unwegsame Wildnis als auch durch dünn besiedelte Gebiete. Selbst die Siedlungen wurden nicht vergessen und wirken dank den eigens dafür erstellten gMax-Gebäuden sehr authentisch. Nicht zu vergessen wären an dieser Stelle die Texturen. Sämtliche Gebäude wurden mit photorealistischen, jedoch nachbearbeiteten Texturen überzogen und bekamen so einen realistischen Touch verliehen.
Weiter wären natürlich die unzähligen kleinen Objekte wie animierte Kanufahrer, Brücken, Häuschen im Hinterland, Schiffsdocks und Fahrzeuge, die das Gebiet der Tongass Fjords ungemein beleben und realistisch wirken lassen. Dank dieser Unmenge an Objekten und Gegenständen, welche über das gesamte Szeneriegebiet verteilt sind, erwacht diese Region erst richtig zum Leben und kommt der Realität gefährlich nahe. Dies sollen folgende Bilder belegen. Zuerst jedoch eine Übersicht über einige der enthaltenen Objekten:
Das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Holger Sandmann zur Verfügung gestellt. Besonderes Highlight sind sicherlich die gefrorenen Flüsse und Seen im Winter, sowie die vereinzelten Eisberge nahe der Gletscher. Dies kann als eine echte Innovation bezeichnet werden und wurde erst in sehr wenigen Szenerien gesehen.
Ein Blick auf die Flughäfen und Schiffshäfen belegt, dass die AFCAD-Dateien stimmig sind und den künstlichen Verkehr an korrekter Stelle positioniert und vorbei rollen/fahren lässt.
Wie den obigen Zeilen zu entnehmen ist, konnten wir auch in den Details keine nennenswerte Fehler entdecken und können getrost sagen, dass sich das Feuerteufelchen hier nicht finden lässt. „Thumbs up“
Zu Luft und zu Wasser: Es bewegt sich was - Die Animationen im Überblick
Bisher habt ihr über den statischen Teil des Add Ons viel erfahren. Die Kombination aus Landschaft und Flughäfen vermochte zu überzeugen, doch nun kommen wir zum Punkt „Lebendigkeit“, der mit dem Wort „Animation“ wohl beinahe gleich zu setzten ist. Denn ja, man ist nicht allein unterwegs in der Region der Tongass Fjords. Insbesondere Nutzern von einem AI-Traffic-Add On (My Traffic, Ultimate Traffic o.Ä.) kann empfohlen werden, die Verkehrsdichte ein wenig "herunterzuschrauben", da sonst der Luftraum recht "voll" werden kann, wobei hier natürlich die General Aviation den ersten Platz einnimmt. Aber auch Linienmaschinen auf dem Weg von und nach Anchorage passieren diesen Luftraum, was die vielen Jumbo-Jets erklärt, die auf dieser kürzesten Verbindung von Europa nach Asien unterwegs sind.
Aber – die Szenerie bringt auch ihren eigenen Traffic mit. Wasserflugzeuge der Typen De Havilland Canada "Beaver" und "Otter", "Twin Otter" oder auch die default Cessna "Caravan" sind scheinbar überall unterwegs, vor allem in der Umgebung von Wrangell, Petersburg, Sitka und Kake. Viele der kleinen "Wasserflughäfen" überraschen mit lebhaften Flugbewegungen. Auf den größeren Flughäfen sieht man eine weitere Neuheit in der AI-Luftfahrt - die DASH 7, eine viermotorige Frachtmaschine für den Betrieb auf kurzen Pisten.
Aber, das ist noch nicht alles. Ein gelegentlicher Blick in die Fjorde zeigt immer wieder fahrende Passagierschiffe und Auto-Fähren, Schiffe der Küstenwache (USCG - United States Coast Guard), sowie sogar Kajakfahrer! Diese Szenerie ist wirklich dafür ausgelegt, "low and slow" zu fliegen, denn es gibt viel zu entdecken...Schön auch, dass sich der schwimmende AI-Traffic perfekt unter die statischen Schiffe in den Häfen einreiht und so ein stimmungsvolles Gesamtbild widerspiegelt. Dank Holger Sandmann und seinem Team wirken die Häfen der Tongass Fjords dicht bevölkert, sowohl zu Luft als auch zu Wasser!
Unsicher gemacht wird die Region nicht nur von Flugzeugen und Schiffen, sondern auch von Drehflüglern. Zahlreiche Hubschrauber fliegen von und zu den unzähligen Helikopter-Landeplätzen in dem ungemein weitläufigen Gebiet. Man ist also nicht alleine in den Unweiten der Tongass Fjords unterwegs, sondern kreuzt des öftern den Weg eines anderen Verkehrsmittels.
Um ein Zwischenfazit über die Animationen und den Verkehr im Gebiet zu ziehen, benötigen wir wenige Worte. Schlicht gut finden wir die Anzahl, die Variation und die Umsetzung des Gezeigten. Dank Holger Sandmann und seinem Team wirkt das Gebiet der Tongass Fjords nicht nur landschaftlich wunderbar, sondern wirkt auch lebendig und realitätsnah. Nicht zuletzt dank dem realistischen AI-Traffic und dessen guten Animationen.
Performance
Kommen wir zu einem der ungemütlicheren und relativ trockenen Testabschnitten, dem Performance-Test. Es ist an der Zeit zu testen, ob eine solch umfangreiche Szenerie wie Tongass Fjords einen grossen Einfluss auf die Performance des Flugsimulators hat. Dabei möchten wir diesen Test in zwei Teile aufsplitten. Zum einen betrachten wir die Bildwiderholrate mit, und zum anderen ohne den mitgelieferten AI-Traffic. Dies aus dem Grund, dass dieser relativ umfangreich ist und dadurch einen grossen Anteil an einem Performanceverlust haben könnte.
Lassen wir die Zahlen also rollen und begeben wir uns auf einen Performancetestflug durch das Szeneriegebiet. Dabei konnten wir auf den drei Testsystem der Autoren kaum grosse Einbrüche der Performance verzeichnen. Trotz der grossen Datenmengen kann kaum von einer verzögerten Ladezeit gesprochen werden, da sich diese in einem absolut vernünftigen und akzeptablen Rahmen hält. Da das Produkt ohne Phototexturen geliefert wird, kann der Benutzer selber Einfluss auf das „Aussehen“ der Landschaft nehmen, indem er die Textursets den eigenen Ansprüchen anpasst. Jenachdem, ob solche Zusatztexturen (z.B. Flight1’s Flight Environment) installiert wurden, kann dies auf die Bildwiderholrate und/oder die Ladezeit der Szenerie Einfluss haben. In unserem Test haben wir die Kombination mit Flight Environment getestet, konnten aber keine Unterschiede bezogen auf die Bildwiderholrate feststellen. Erreicht man während des Fluges das Gebiet einer Stadt bzw. eines Flughafens kam es vor, dass die FPS zu schrumpfen begannen. Dies besonders dann, wenn der AI-Traffic auf 100% stand. Dieser Umstand verbinden wir damit, dass vereinzelte AI-Modelle – sowohl die Schiffe als auch die Flugzeuge – detaillierter sind, als dies für Framrate-freundliche Modell üblich ist. Sowohl die angesprochenen Schiffe als auch die Flugzeuge könnten problemlos auch als direkt gesteuerte Modelle – sprich vom Simmer selber bedient und genützt werden, auf einen solch hohen Niveau befinden sie sich design-mässig. Kaum ist dieses „belebende“ Feature ausgeschaltet, steigt die Zahl der FPS rasch wieder an. Schade, denn gerade der AI-Traffic verleiht dem Add-On diesen realistischen Touch. Auf einem eher schwächeren System könnte ein Flug dann rasch zu einer Diashow verkommen und den Spielspass komplett vernichten.
Abschliessend kann gesagt werden, dass die „Tongass Fjords“ über eine gute Performance verfügen, solange der AI-Traffic nicht voll aufgedreht ist.
Kurz vor der Veröffentlichung dieser Review veröffentlichte FS Add On einen Patch, der sich diesem Problem annehmen soll. Während kurzer Zeit stand auch dieser Patch bei den Testern im Einsatz - mit unterschiedlichen Ergebnisse. Die Framerate wird zwar leicht gehoben, dies aber nicht in dem Rahmen, in dem man die Verbesserung gerne hätte. Aber immer noch einiger besser als ohne!
Den Patch gibt es direkt hier: http://www.flightsimplaza.com/tongass/Tongass_SP1.zip
Steigerung zu den Misty Fjords - Eine Gegenüberstellung
Es gibt in der Tat eine Steigerung zum Vorläufer, die auf den ersten Blick nicht dramatisch ist, da das Mesh und die Landklassen in etwa von vergleichbar guter Qualität sind, aber die "Brauchbarkeit" der Szenerie wurde enorm erhöht. Die "Aufrüstung" beim AI-Verkehr ist positiv anzumerken. Es waren ja bereits einige Schiffe in Misty Fjords" enthalten, aber die Vielfalt und Menge hat in der neuen Szenerie deutlich zugenommen.
Eine wichtige Neuerung ist die Gestaltung von vielen Flugplätzen und Landeplätzen für Wasserflugzeuge. Hier hatte Misty Fjords doch einige Defizite. Die Integration von großen AI-Wasserflugzeugen wie der Dash 7 ist darüber hinaus ein bedeutendes Novum. Auch die Summe der Cabins, Leuchttürme und Brücken hat gegenüber Misty Fjords stark zugenommen. Außerdem wurde das Autogen neu gestaltet und an Alaska angepasst. Die vielen kleinen Holzhäuser wirken sehr realistisch. Kurz gesagt, die Tongass Fjords sind aufregender als Misty, denn es gibt eine größere Vielfalt bei Objekten und beim AI-Verkehr, und man kann sich über viele schöne Animationen wie Rauchschwaden und paddelnde Kajakfahrer erfreuen.
Kompatibilitätsprobleme? - Davor/Danach Vergleich
Es kann ausdrücklich empfohlen werden, "Misty Fjords", den Vorgänger dieser Szenerie, und diese hier gleichzeitig zu betreiben, ebenso die Flugplätze von Aerosoft´s "Freight Dog´s". Der Übergang zwischen den Szenerien wurde wiederholt geprüft und funktioniert vollkommen problemlos. Aber, in diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, die im Handbuch gezeigte Reihenfolge in der Szenerie-Bibliothek des Flusi einzuhalten! Lobenswert ist ferner die Aufzählung von nicht- oder nur eingeschränkt kompatiblen Addons im Handbuch sowie die enthalten möglichen Lösungen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Freeware-Autoren ihre Szenerien, Flugplätze usw. anpassen.
Die Zusammenarbeit der Tongass Fjords mit dem LandschaftaddOn Ultimate Terrain verläuft zwar auf den ersten Blick problemlos, bei genauerem Blick, besonders nachts, ergeben sich jedoch einige Unstimmigkeiten. So stimmen die Strassen der Tongass Fjords nicht mehr mit der Strassenbeleuchtung von Ultimate Terrain überein. Dies kann gut auf dem obigen Screenshot erkennt werden. Ansonsten harmonieren die beiden Produkte soweit gut miteinander.
Ein ähnliches Bild bietet sich bei der Kombination "Tongass Fjords/Freight Dogs". Die Flugplätze - darunter Telegraphs Creek oder Wrangell - neigen vereinzelt zum Flackern. Diesen Effekt konnten wir besonders bei der Landebahn in Wrangell feststellen. Ansonsten kann auch hier gesagt werden, dass "Harmonie" herrscht.
Support
Es kann immer geschehen, dass ein Add On Probleme oder Konflikte verursacht, welche den Spielspass behindern oder ganz verhindern. Aus unserer Sicht zählt zu einem Kauf eines Add Ons auch ein gewisser Kundensupport. Er soll verzweifelten Kunden helfen, ihre Probleme zu lösen. Ein solcher bietet auch Tongass Fjords und zwar in einem eigens dafür eingerichteten Support-Forum.
Fragen werden hier rasch und kompetent beantwortet und sollten sämtliche Probleme lösen, wobei wir bestätigen können, dass dieses Produkt über keine uns bekannte Bugs verfügt und wir deshalb keinen Support benötigten.
Ausklang
... Es ist an der Zeit, die Unterlagen und Schlüssel für die "Goose" wieder abzugeben. Sales und Manuel wissen gut genug, das ich an solchen alten Flugzeugen hänge und sind schon vorausgegangen. So bleibt mir Zeit, mich von dieser treuen, alten Gefährtin zu verabschieden. Es ist eben eine andere Fliegerei, als mit einem "computerisierten Airliner" durch die Luft zu eilen, mehr auf moderne Instrumente als auf die Landschaft achtend, die da unter einem vorbeizieht. Man mag es mögen oder innerlich verfluchen, aber die Fliegerei heute ist eine andere geworden und die Goose sieht aus wie ein Zeuge aus längst vergangener Zeit...
Bye... ich hoffe, eines Tages zurückzukehren, aus dem lauten, oberflächlichen, nervenden Europa, wo man die Fliegerei und den Blick von oben auf die Weite des Landes gar nicht mehr so zu schätzen weiß wie hier... und hoffe, das man diese Goose hier bis dahin nicht zu Rasierklingen verarbeitet hat. Ich würde sie sehr vermissen...
Bevor wir nun in die Boeing 737 von Alaska Airlines steigen und uns wieder auf den langen Heimweg ins gute alte Europa machen, heisst es für uns ein Resumée zu verfassen.
In der Tat handelt es sich bei Tongass Fjords um ein ungemein wundervolles Add On. Sämtliche daran beteiligten Mitarbeiter von flugsimulation.com waren von diesem Szeneriefeuerwerk begeistert und kamen teilweise nicht mehr aus dem Staunen heraus.
In den vergangenen drei Wochen haben wir Drei eine grosse Anzahl Flugstunden in diesem Gebiet verbracht und konnten uns beim Verfassen dieser Review leider nicht kürzer fassen, wofür wir uns herzlich entschuldigen.
Mit Tongass Fjordas liefert Holger Sandmann und Bill Womack ein besonderes Juwel der Szenerieszene ab. Auf über 70000 Quadratkilometer können tausende von Objekten, AI-Verkehr oder einfach eine wunderbare Landschaft bewundert werden. Für den stolzen Preis von 39.44€ erhalten die Kunden ein Meisterwerk bester Güte. Während unserer Testzeit konnten wir kaum Fehler entdecken, sondern erkannten viel mehr die zahlreichen Innovationen die Holger Sandmann in seiner Szenerie zeigt.
Einzige Kritikpunkte bleiben die etwas beeinträchtigte Bildwiderholrate und die nicht ganz perfekte Kompatibilität zu den weiter oben genannten Add Ons.
Bleibt noch die Frage zu klären, für wenn dieses Add On geschaffen ist. Grundsätzlich für jeden. Denn unabhängig davon ob ein Airliner Pilot einen Flug von Seattle/Vancouver oder Umgebung in die Tongass Fjords macht oder ein VFR-Pilot einige Runden über dem Gebiet drehen will, bietet die Szenerie für jeden etwas. Flusianer, die sich jedoch ausschliesslich aufs pilotieren von Airlinern beschränken, werden bei dieser Szenerie nicht auf ihre vollen Kosten kommen. Die 40€ können da sicherlich besser investiert werden.
Aufgrund der Fülle an Objekten, Details und dem fantastischen Gesamteindruck verleihen wir der Szenerie "Tongass Fjords" den Award for Excellence. Aufgrund der gezeigten Innovationen (gefrorene Flüsse und Seen, AI-Schiffe und Helikopter etc.) verleihen wir dem Add On des Weiteren den Award for Innovation.
Absolute Kaufempfehlung!
| Facts & Figures | Tongass Fjords | |
| Hersteller | FS Add On | ![]() |
| Preis | 39.44€ | |
| Veröffentlichungsdatum | 26.7.2006 | |
| Systemanforderungen gemäss Hersteller | FS2004 running on Windows 2000 or XP | |
| Link zur Produktseite | FS Add On-Homepage | |
| Pro | Contra | |
| -Enorm grosses Szeneriegebiet -Unmengen an Szenerieobjekten -Landestypische Gebäude -Hohe Anzahl an AI-Traffic (Flugzeuge, Helikopter und Schiffe) -Schöne Flughäfen (Sitka und Petersburg) -Ausführliches Handbuch -Problemlose Installation | -Performanceeinbussen (Sollte mit dem Update gemildert werden) -Vereinzelte Kompatibiltätsprobleme zu anderen Add Ons -Stolzer Preis | |
| Einzelkriterien | Kommentar | Bewertung |
| Kauf, Installation und Einbindung | Kaufabwicklung über Simmarket.com, relativ hoher Preis... | |
| Handbuch/Beilagen | Einwandrei da dessen Ausführlichkeit und humorvoller Schreibstil unerreicht ist. | |
| Szeneriedesign/Innovationen | Tolle Szenerie mit zahlreichen Innovationen, z.B. den gefrorenen Seen und Flüssen im Winter oder dem AI-Traffic | |
| Animationen | Geringer Animationen an der Szenerie selber, jedoch eine Unmenge an AI-Traffic. | |
| Texturen | Fotorealistisch und von guter Qualität | |
| Performance | Etwas schleppende Performance besonders in der Nähe der Siedlungen und Airports...Patch korrigiert dies. | |
| Spassbewertung/Langzeitmotivation | Geniales Gesamtwerk, das dank seiner Grösse langen Spass verspricht. Die geringe Anzahl an ausgebauten Airports kann auf die Dauer jedoch einwenig eintönig wirken. | |
| Gesamtbewertung | ||
| Detailierte Bewertung | Keine | |
| Auszeichnungen: | ![]()
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Interview mit Holger Sandmann - Durchgeführt durch Sales Wick:
flugsimulation.com: Wie lange dauerte es, dieses Produkt zu entwickeln?
Holger Sandmann: Die ersten Planungen begannen im Frühjahr 2005, allerdings habe ich den Herbst dann mit den Landschaftsarbeiten für Vancouver verbracht. Insgesamt hat unser Team etwa zehn Monate an Tongass gearbeitet, davon die letzten drei in intensiver Diskussion mit unserem 40-köpfigen Betateam.
flugsimulation.com: Was waren die besonderen Knackpunkte bei der Erstellung von Tongass Fjords?
Holger Sandmann: Mir fallen da drei Dinge ein: Zum einen brauchten wir für die Flugplätze und Hafenanlagen in Sitka und Petersburg Fotos und Daten aus erster Hand. Bill ist dafür persönlich nach Sitka gereist und ausserdem hatten wir einen extrem hilfreichen und ortskundigen Betatester, der in Petersburg wohnt. Ein zweiter Punkt war die Entscheidung, von den unpassenden Autogenhäuser auf eigene GMax Modelle umzustellen; das war ein Riesenstück Arbeit, hat aber auf den Realismus der Siedlungen, glaube ich, einen ganz erheblichen Einfluss. Der grösste Knackpunkt in der Produktion war allerdings die Entwicklung des Konfigurationsmenüs, das weitgehend automatisch, vorhandene Landschaftsaddons (z.B. Ultimate Terrain) erkennt und dann entsprechende Dateikombinationen erstellt, um eine 100%ige Kompatibilität zu ermöglichen. Das ist so ein Ding, was idealerweise für die Kunden "unsichtbar" ist, uns aber eine grosse Menge Schweiss und Blut gekostet hat, da die Anzahl der möglichen Kombinationen von Add-ons enorm ist.
flugsimulation.com: Wie ist das Feedback aus der Flusi-Gemeinde?
Holger Sandmann: Sehr positiv, soweit man das nach zwei Wochen auf dem Markt sagen kann. Offenbar haben die wesentlichen Unterschiede zu Misty Fjords - detaillierte Flugplätze und Siedlungen, sowie die AI Wasserflugzeuge - die Käufer sehr begeistert. Es wird auch wieder eine eigene Community-Internetseite geben ("Tongass Wild"), die unabhängig von FSAddon den Tongasspiloten zum Austausch von Informationen, Erfahrungen, und lokalen Addons dienen wird.
Einziger Kritikpunkt bisher ist, dass es für einige User Perfomanceprobleme gibt durch die vielen detaillierten Objekte in Sitka und Petersburg. Dies haben wir inzwischen durch ein Performanceupdate behoben oder zumindest deutlich verringert. Das Update ist über das Supportforum - http://forums.simflight.com/viewforum.php?f=237 - oder die FSAddon Internetseiten abrufbar und einfach zu installieren.
flugsimulation.com: Ist die Veröffentlichung einer Boxed-Version geplant?
Holger Sandmann: Die wird es sicher geben, denn die Boxed Version von Misty Fjords war ein grosser Erfolg. Allerdings wird das noch mehrere Monate auf sich warten lassen, denn zum einen wird ja der FSX erscheinen und zum anderen haben die Boxed Versions eine ziemlich lange Produktionszeit.
flugsimulation.com: Kannst du uns einwenig mehr über das Vorgehen bei der Erstellung nennen?
Holger Sandmann: Nachdem das Projektgebiet festgelegt ist, was teilweise durch die Datenstruktur des FS bestimmt wird, wird zunächst die Landschaft in einer Rohversion erstellt, was ein paar Monate dauert. Wenn die fertig ist, können die Objektdesigner damit beginnen, ihre 3-D Modelle passgenau zu platzieren. Die Feinarbeit an der Landschaft, z.B. neue Bodentexturen, Einpassung von Flüssen, Höhenbestimmung von Seen, usw., findet dann nach und nach statt, Dazu kommen ausserdem noch andere Teile, wie die AFCADs für Flugplätze, Wasserflugzeuge und AI Schiffe.
flugsimulation.com: Was zeichnet dieses Produkt aus deiner Sicht aus, bzw. wieso sollte es jemand kaufen?
Holger Sandmann: Es gibt viele Produkte, die Teilaspekte der FS-Landschaft ersetzen (Mesh, Landklassen, Strassennetz, Texturen, usw.), aber da gibt es dann häufig Probleme mit der Anpassung an die Aspekte, die nicht ersetzt werden. Tongass Fjords ist ein Gesamtpaket, bei dem alles aufeinander abgestimmt ist, vom Terrain Mesh bis zum dynamischen Schiffs- und Flugverkehr. Durch diesen Ansatz können wir zusätzlichen Realismus erreichen, der mit kontinentalen oder globalen Addons nicht möglich ist, so wie z.B. höhen- und saisonbedingte Schneegrenzen oder die Möglichkeit, Seen und Flüsse in den Wintermonaten "einzufrieren".
flugsimulation.com: Welche Zielgruppe wollt ihr mit den Tongass Fjords ansprechen?
Holger Sandmann: Wer sich für detaillierte Landschaftsdarstellungen interessiert, der hat in der Regel einen "Entdeckergeist", der über das Instrumentenbrett hinwegreicht. Start- und Zielort eines Fluges und deren detaillierte Darstellung sind wichtig, aber auch das, was dazwischen liegt. Ich nenne das "in der Landschaft" fliegen, anstatt "über der Landschaft". Deshalb haben wir auch eine sehr detaillierte Kartensammlung im Paket. Was speziell an Südostalaska interessant ist, sind die fantastische Insel-, Fjord- und Gletscherlandschaften und das oft launische Wetter, was auch Kurzstreckenflüge zu echten Abenteuern machen kann. Wenn man das mit einem zielgesteuerten Add-on, wie FS Cargo koppelt, für das es bereits eine Datenbankerweiterung für Tongass mit fast 60 Lokalitäten gibt - http://forums.simflight.com/viewtopic.php?t=54197 - dann sind Spass und Spannung so gut wie garantiert.
flugsimulation.com: Wie fühlt man sich, nachdem man ein solches "Monster-Projekt" veröffentlicht hat?
Holger Sandmann: Eine interessante Mischung aus Euphorie, Erschöpfung, und Zweifeln. Interessanterweise ist, zumindest für mich, der positive Höhepunkt nicht die Veröffentlichung, sondern der Zeitpunkt, an dem ich zum ersten Mal das Gefühl habe, dass dieses Projekt jetzt fertig ist. Der Moment ist schwer vorhersehbar, aber irgendwann scheint alles zusammenzupassen und das ist ein sehr befriedigendes Gefühl. Was nach der Veröffentlichung für mich sehr spannend und interessant ist, ist die Interaktion mit Usern im Forum. Und damit meine ich nicht, mir Lorbeeren (oder Schelte) abzuholen, sondern interessante Diskussionen über die "Erlebnisse" auf Flügen durch das Tongassgebiet oder Ideen für weitere Ergänzungen.
flugsimulation.com: Lässt du dir in die Karten schauen und sagst uns, an welchen Projekten du künftig arbeiten wirst?
Holger Sandmann: Gegenwärtig arbeiten wir an der neuen Version des Glacier Bay Gebietes, dass sich nördlich an Tongass anschliesst. Wie bereits die erste Version, wird auch die neue Freeware sein, aber mit viel mehr Details. Derzeit arbeiten sechs GMax Designer an Flugplätzen, Siedlungen und Cabins. Weitere Projekte für die nahe Zukunft sind dann natürlich die Anpassungen der FS2004 Addons an den FSX, sowie Projekte, die die neuen Features des FSX voll ausschöpfen. Jedenfalls habe ich vor, auch weiterhin an Landschaftserweiterungen zu arbeiten. Wo die im Einzelnen liegen werden, hängt davon ab, für welche Gebiete im FSX Bedarf bzw. Interesse besteht.
flugsimulation.com: Gibt es gute Bücher oder Videos über die Fliegerei in Alaska, die Du unseren virtuellen Piloten empfehlen kannst?
Holger Sandmann: Da gibt es eine grosse Anzahl, obwohl natürlich hauptsächlich in Englisch. Beispielsweise "Nine Lives of an Alaska Bush Pilot", von Ken Eichner, der TEMSCO Helicopters gegründet hat, deren Hangar auf dem Petersburg Flugplatz in Tongass zu sehen ist. Oder "Flying the Alaska Wild: The Adventures and Misadventures of an Alaska Bush Pilot", von Mort Mason. Oder das mehr technische "Guide to Bush Flying: Concepts and Techniques for the Pro", von F. E. Potts. Dazu gibt es noch jede Menge an Büchern über die Geografie und Siedlungen der Region, die man unter den Stichwoertern wie "Admiraliy Island", "Wrangell", "Sitka" oder "Stikine" finden kann. Bücher und Videos kann man sich z.B. bei www.historicaviation.com oder www.aviationworld.net bestellen.
Flugsimulation.com dankt Holger Sandmann für sein hervorragendes Werk "Tongass Fjords", das Interview und die zusätzlichen Informationen. Wer mehr über den Autor der Szenerie und seine früheren Werke erfahren möchte, liesst am besten diesen Artikel über ihn durch. Klick: http://www.flugsimulation.com/rubriken/fsbackstage/fsb.php?site=holger_sandmann
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Andreas Schmidt, Manuel Heinz und Sales Wick für flugsimulation.com für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 20.08.2006 | Counter: 8476 Besucher
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