NewsReviewsArtikelRubrikenAirlinersearchForumImpressum

MadDog McDonnell Douglas MD-82 für den FS9 und FSX

 

Intro:

Ende der 70er Jahre, als die MD-82 zum ersten Male flog, sah die Welt der Verkehrsflugzeuge noch ganz anders aus als heute. Die vorherrschenden Typen auf der Kurz- und Mittelstrecke waren die B737-100/200 und die B727, Flugzeuge mit einem "Dampfcockpit" voller analoger Instrumente. Doch die technologische Entwicklung brachte spannende Neuerungen hervor, beispielsweise wurden erste Ansätze für Glasscockpits realisiert.
Die Flugzeughersteller kamen praktisch alle aus den USA, so auch MCDonnell Douglas, aber auch Airbus war schon gegründet und begann mit der Auslieferung des A300.
In dieser Zeit also entwickelte McDonnell Douglas die MD-80er-Reihe, die MD-81 flog 1979 zum ersten Mal. Die MD-82 wurde erstmalig 1981 in Dienst gestellt. Insgesamt wurden 569 Exemplare gebaut, viele fliegen noch heute, neuerdings auch für Germanwings.
Technologisch ist der Jet heute aber veraltet. Die Triebwerke gelten aufgrund des geringen Nebenstroms als ineffizient. Zum Einsatz kamen Pratt & Whitney JT8D, die auch schon auf der Boeing 727 flogen. Die Konkurrenz war hart. Die 737-300 drängte auf den Markt, ausgestattet mit weitaus effizienteren Triebwerken. Gegen sie konnte sich die MD-82 nicht behaupten, denn moderne Flugsteuerungssysteme sucht man ebenso vergebens, wie ein übersichtliches Glasscockpit und so blickt der Flieger seiner Ausmusterung entgegen.

Der Name MadDog geht auf einen Spitznamen zurück, den die MD-82 von Piloten erhielt, die damit das Flugverhalten beschreiben wollten. Als Paywareaddon im Flugsimulator gehörte die MadDog zu den ersten detaillierten Airlinersimulationen. Zunächst wurde das Paket bei LAGO veröffentlicht, inzwischen hat man sich dort losgesagt und geht eigene Wege.

In dieser Review möchte ich die Version 2.1 des beliebten Addons vorstellen.

Technische Daten der MD-82:

Typ Mittelstrecken-Passagierflugzeug
Triebwerke P&W JT8D-217 / je 89 kN Schub
Max. Reisegeschwindigkeit Mach 0.80
Höchstgeschwindigkeit 925 km/h
Reichweite mit 155 Pax 3800 km
Leermasse 35.629 kg
Nutzlast 19.709 kg
Max. Startmasse 67.900 kg
Spannweite 32,80 m
Länge 42,00 m
Höhe 09,00m
Tragflügelfläche 118 m2


Kauf, Download und Installation:

Entscheidet man sich, die MD-82 zu kaufen, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man bestellt sie direkt auf der Herstellerwebseite oder im Simmarket. Es macht für Installation und Aktivierung keinen Unterschied, für welchen Shop man sich entscheidet. Der Preis für das Addon liegt derzeit bei ca. 45€.
Nach der Kaufabwicklung müssen zunächst 122 MB auf die heimische Festplatte geschaufelt werden, was dank der schnellen Server aber kein Problem darstellt.
Die Installation verläuft dann problemlos und automatisch, jedenfalls bis zur Aktivierung. Die kann nämlich mitunter happig werden, macht man einen kleinen Fehler, stürzt der FS kurz nach dem Laden komplett ab. Um die Registrierung richtig durchführen zu können, muss man auf der MadDog-Webseite alle möglichen Infos zum Kauf eingeben, dann erhält man die wichtigen Daten zum Freischalten. So kann man die MD-82 auch auf Rechnern ohne Internetanschluss installieren, über einen systemspezifischen Code wird aber sichergestellt, dass der Jet nur auf einem einzigen System installiert werden kann. Möchte man also die innovativen Multiplayerfunktionen in Anspruch nehmen, muss man eine zweite Kopie kaufen oder einen Freund zu sich einladen, der sowieso in Besitz des verrückten Hundes ist.
Die Aktivierung ist ein wenig umständlich, macht man aber alles richtig, steht dem Flugvergnügen nichts mehr im Wege.

Konfigurationsprogramm:

Um die zahlreichen Einstellungen an der Simulation vornehmen zu können, liegt ein umfangreiches Konfigurationsprogramm bei. Es kombiniert Load Manager, Routenplaner und Config Manager.
Über den Config-Manager kann zunächst einmal die oben besprochene Aktivierung durchgeführt werden. Ist sie erfolgreich verlaufen, stehen auch die anderen Funktionen zur Verfügung. So kann man beispielsweise Tastenkombinationen ändern, die Lautstärke für jedes einzelne Geräusch regeln, die Darstellungsqualität ändern, um die Performance zu verbessern, und allgemeine Einstellungen tätigen. Es stehen zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, die kaum einen Wunsch unerfüllt lassen, sogar eine Hintergrundmusik für den Boardingprozess kann ausgewählt werden.
Der "Route Planner" dient zum Eingeben der gewünschten Flugroute, leider ohne SIDs und STARs oder Luftstraßen. Das Fine-Tuning muss also mit dem FMC im Simulator erfolgen. Dafür rechnet das Programm den benötigten Treibstoff aus und bietet auch die Möglichkeiten, Wetterberichte für die Strecke aus dem Internet herunterzuladen.
Der "Load Manager" erlaubt das Beladen des Flugzeuges mit Passagieren, Fracht und Treibstoff. Dabei wird der Schwerpunkt berechnet und professionell in %MAC angegeben. In einer unten im Fenster dargestellten Tabelle können Zero-Fuel- und Takeoff-Zustand abgelesen werden.
Besonders schön ist, dass sich ein Loadsheet und ein Flugplan ausdrucken lassen, die vom Design her realen Plänen sehr ähnlich sehen.
Das kombinierte Programm ist übersichtlich und zweckmässig gestaltet und lässt sich leicht bedienen.

Außenmodell:

Der Anspruch dieses Addons ist, die komplexeste Simulation eines Airliners darzustellen, und so darf natürlich auch das Außenmodell keine Schwächen aufweisen. Da die MD-82 über eine bestimmte Besonderheit verfügt, waren für die Programmierer mit Sicherheit komplizierte Hürden zu überwinden.
Doch zunächst einmal möchte ich die Modellierung des Jets anschauen. Bei der Vorgängerversion gab es noch große Probleme mit dem Außenmodell, für die Version 2.1 wurde komplett von vorne angefangen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Proportionen sind stimmig und identisch mit dem realen Vorbild. Offensichtlich haben sich die Entwickler jedes Detail genau angeschaut. Nichts scheint zu fehlen, selbst die "static dischargers" am Flächenende sind dreidimensional und zahllose weitere Kleinigkeiten wie die Einlassklappe für die APU oder die Pitot-Rohre sind vorhanden.
Kommen wir zu den Animationen und damit zu dem Punkt, den ich oben bereits ansprach. Die Steuerflächen der MD-82 werden nicht nur mit Hydraulik, sondern auch mit kleinen Hilfsrudern bewegt. Diese Ruder sehen aus wie Trimmklappen und sind über Seile direkt mit dem Cockpit verbunden. So kann der Flieger auch noch dann gesteuert werden, wenn die Hydraulik komplett ausfällt. Die Konsequenz hieraus ist aber, dass die Ruder bei niedrigen Fluggeschwindigkeiten einfach nach unten hängen. Das wird so auch simuliert und trägt zu dem sehr realistischen Gesamtbild bei. Die weiteren Animationen sind ebenfalls gut, sämtliche Türen und Klappen lassen sich öffnen, sogar die beiden Treppen sind ausfahrbar. Zu den besonderen Funktionen gehören die ausfahrbaren Landelichter an den Tragflügelspitzen, die ebenfalls animiert sind.
Die Texturen sind ebenfalls sehr gut und überaus detailliert. Auf der MadDog-Webseite kann man sich 24 Bemalungen herunterladen, u.A. auch in den Farben der Germanwings. Darauf sind praktisch alle Nieten zu erkennen und ein wenig Schmutz trägt dazu bei, dass man den "verrückten Hund" nicht zu jung schätzt.
Das Außenmodell wird den hohen Ansprüchen gerecht. Es sieht gut aus, bringt zahlreiche Bemalungen mit und begeistert durch spezielle Animationen.


2D Panel & Systeme:

Eines möchte ich vorausschicken: Nie habe ich bei einem anderen Addon so viel Einarbeitungszeit gebraucht, wie bei der MD-82. Der Grund ist, dass die zahlreichen Systeme überaus realistisch umgesetzt wurden und ich auch nach einigen Flugstunden noch neue Funktionen fand und Verfahren lernen musste.
Das Team von Leonardo SH wirbt mit der wohl insgesamt realistischsten Systemsimulation auf dem Markt inklusive des Wetterradars und des Enhanced Ground Proximity Warning Systems.

Beginnen wir jedoch mit den Äußerlichkeiten. Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Programmierung der Anzeigen und Schalter auf dem letzten Stand der Technik ist. Alle Instrumente bewegen sich flüssig und sind gut ablesbar, auch bei kleineren Bildschirmauflösungen. Das Hintergrundbild kommt dem Vorbild sehr nahe, es wurden lediglich Modifikationen durchgeführt, um möglichst viele Anzeigen auf einen Bildschirm zu bekommen. Das ist auch gut gelungen, alle wichtigen Anzeigen hat der Pilot im Blick. Diese Anzeigen fügen sich allesamt gut in das Hintergrundbild ein.
Braucht man doch einmal einen Schalter, der auf dem Hauptpanel nicht angezeigt wird, kann man die Unterpanels mit versteckten Clickspots oder einer Cockpitminiatur, die auf Wunsch automatisch eingeblendet wird, einblenden. Manche dieser Clickspots sind nicht einfach zu finden, das Handbuch hilft aber unkompliziert weiter.

Das Addon verfügt über eine Multicrewsimulation (mehr dazu weiter unten) und daher auch über ein Copilotenpanel. Die Systeme auf der rechten Seite sind von denen auf der linken Seite komplett unabhängig, es werden also unterschiedliche Powerbusses verwendet und auch die Einstellungen wirken sich nicht auf der anderen Seite aus. Das ist einmalig im FS.

Im Cockpit der MD stehen dem Piloten ungekannt viele Schalter zur Verfügung. Die meisten Addons sparen sich eine Umsetzung des Sicherungssystems, auf dem oberen Overheadpanel der MadDog sind alle Sicherungen vorhanden und voll funktionsfähig. Auch sonst fällt es schwer, Knöpfe ohne Funktion zu finden. Ein Kollege zählte genau 4, das ist Rekord. Dem steht eine enorme Anzahl Schalter gegenüber, die nicht nur geklickt werden können, sondern auch müssen, denn die Systemsimulation verzeiht keine Fehler. Das ist umso schlimmer, da das Cockpit nicht nach einem modernen Konzept aufgebaut ist, und die Schalter so mehr oder weniger verstreut liegen. Sucht man den Bleed-Air-Switch beispielsweise am Overhead, wird man nicht fündig. Er befindet sich nämlich in der Nähe der Schubhebel. Es gibt noch zahlreiche Beispiele dieser Art, die das Lesen des Handbuchs unbedingt erforderlich machen.

Es wurden nicht nur die Systeme programmiert, auch das Verhalten des Fliegers bei Fehlbedienung ist realistisch. Besonders beim Triebwerksstart muss man aufpassen. Steht nicht genug Druckluft zur Verfügung und öffnet man die Treibstoffzufuhr zu früh, kommt es zu einem HotStart, der, wenn man ihn nicht rechzeitig erkennt, zum Brand des entsprechenden Triebwerkes führt (der dann realistisch gelöscht werden kann). Auch die richtige Bedienung des hydraulischen Systems ist sehr wichtig, damit beispielsweise die Bremsen nicht versagen. Das alles macht das Bedienen dieses Fliegers enorm spannend.

Das Autoflightsystem ist ebenfalls nicht mit dem des A320 oder der neueren Boeingmuster zu vergleichen. Das Bedienpanel sieht zwar ähnlich aus, die Funktionen unterscheiden sich aber deutlich und so ist schon viel Wissen und Übung notwenig, einen sauberen Flug mit abschließender automatischer Landung durchzuführen. Auch hier ist es unerlässlich, das Handbuch genau zu studieren.

Zwei weitere Funktionen möchte ich noch genauer ansprechen: Das Wetterradar und das EGPWS. Ein Wetterradar ist ja im FS9 inzwischen möglich und funktioniert auch einigermaßen, leider ist es bei modernen Addons aber nach wie vor nicht Standard. Die MadDog bringt eines mit, das hervorragend funktioniert und auch die Performance kaum einschränkt. Getrennt für die rechte und linke Seite lässt sich das System zuschalten und einstellen.
Das Enhanced Ground Proximity Warning System wurde im FS bisher noch gar nicht umgesetzt. Das ist auch sehr kompliziert, da eine weltweite Bodendatenbank mitgeliefert werden muss, die dann auf dem ND zur Anzeige kommt. Die MD-82 bringt aber eines mit, das tatsächlich voll funktionsfähig ist. Schaltet man die Bodendarstellung ein, wird das umgebende Gelände klein gepunktet in grün, gelb und rot dargestellt und Warnungen werden ausgegeben. Absolut einzigartig!

Um etwas Leben ins Cockpit zu bringen, wurden Boden- und Kabinencrew ansatzweise simuliert. Die Bodencrew stellt allerhand Services zu Verfügung, vorausgesetzt man hat das Ground Intercom richtig eingeschaltet. Die Kabinencrew kümmert sich um Ansagen und das Boarding, das sogar zu hören ist. Wenn alle Passagiere an Bord sind, kommt ein ausgefülltes Loadsheet ins Cockpit, auf dem alle relevanten Daten stehen, die man für die Eingabe in das Flight Management System gebraucht werden.

Das FMS ähnelt dem der B737 sehr. Wer mit neueren Boeingfliegern Erfahrung hat, wird auch mit diesem System keine Probleme haben, nur ein paar Details sind unterschiedlich. Beispielsweise hat die MD-82 kein IRS und muss daher auch nicht aligned werden. Die Eingabemöglichkeiten lassen also keine Wünsche offen (Infos zu den Navdaten weiter unten).

Bei Nachtflügen ist es wichtig, dass das Cockpit ins richtige Licht getaucht wird. Dabei sollte es nicht zu dunkel und nicht zu hell sein. Die Beleuchtung des MD-Flightdecks lässt sich fast schon stufenlos regeln und so der Helligkeit aussen anpassen. Auch das ist bisher einmalig im FS!

Es ist schwierig, den ganzen Umfang der Systeme in einer Review darzustellen, das Handbuch braucht dazu etwa 200 Seiten. So möchte ich es zunächst einmal hierbei belassen. Es bleibt noch zusammenfassend zu sagen, dass die Systemsimulation der MD-82 begeisternd komplex ist und dabei eingebettet in eine optisch ansprechende Umgebung. Man hätte es nicht besser machen können!


3D Panel:

Das 3D Panel ist der bisher größte Schwachpunkt des Paketes, es gibt nämlich keines. Die Entwickler versprechen ein Nachreichen in Form eines kostenlosen Patches.


Handbuch:

Die Liste der eingebauten Funktionen in die MD-82 ist sehr lang und so muss natürlich auch ein Handbuch zur Verfügung stehen, das die komplizierten Systeme genau beschreibt. Das Team von Leonardo SH hat hier einen sehr guten Job gemacht. So steht ein extrem umfangreiches, sehr gut geordnetes Handbuch zur Verfügung. Es besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil beschäftigt sich mit den Systemen, während der zweite Teil vor allem Betriebsgrenzen und Verfahren enthält.
Die einzelnen Teile sind wieder unterteilt, und all diese Teile sind separate PDF-Dateien, was das Ausdrucken des gesamten Handbuchs schwierig gestaltet. Für das Lesen am PC ist diese Art der Aufteilung aber genial, es muss immer nur das Kapitel des Manual geladen werden, das gerade gelesen wird.
Die Darstellung ist sehr übersichtlich und die Texte sind so verfasst, dass man sie auch ohne Englisch-Leistungskurs gut verstehen kann. Zahlreiche Illustrationen, teilweise aus dem Originalhandbuch, verdeutlichen die Inhalte.
Außer dem "Operations Manual" ist auch noch ein Tutorial enthalten, das die notwendigen Handgriffe Schritt für Schritt erklärt.
Das "Operations Manual" beschäftigt sich mit der Bedienung des Fliegers. Die Einstellungsmöglichkeiten des Addons werden im "User Manual" erklärt. Ergänzt wird das Paket noch durch Landing- und Takeoffcharts sowie Checklisten.
Es ist also alles enthalten, was sich der virtuelle Pilot nur wünschen kann, vorbildlich!


Multiplayer:

Das wohl innovativste Feature des Pakets ist die besondere Multiplayerfunktionalität, mit der man dasselbe Flugzeug zu zweit fliegen kann, während ein Dritter über ein Control Panel Fehlfunktionen einstellt. Um das zu realisieren, wurde ein ganz neuartiges System programmiert, das mit der Multiplayerfunktion des FS nichts zu tun hat.

Der Zusammenschluss zweier PCs ist denkbar einfach. Zunächst lädt man dieselbe Startsituation, damit man an derselben Stelle steht und der Flieger exakt gleich konfiguriert ist. Dann drücken beide Piloten an beiden Computern eine Schaltfläche im Menü und schon wird aus zwei Fliegern Einer. Ganz unproblematisch. Etwas komplizierter wird es, wenn man das über das Internet machen möchte, es ist aber auch möglich. Auf einem dritten Rechner im Netzwerk kann man das Controlpanel starten, über das sich Fehlfunktionen einstellen lassen. Dabei ist fast jedes Szenario denkbar, so dass die Piloten immer wieder neu gefordert werden.

Das Fliegen zu zweit ist sehr unkompliziert, es kann jedoch immer nur einer auch steuern. Der Flieger des anderen wird immer wieder an die Position des "Pilot Flying" gesetzt, sodass die beiden Hälften nicht auseinander driften. Die Systeme können aber von beiden Piloten bedient werden, die entsprechenden Schalterstellungen werden auf den jeweils anderen Computer übertragen. Bei unseren Testflügen hat das auch immer einwandfrei funktioniert.
Möchte man die Rollen tauschen, so genügt ein einfacher Klick in die obere linke Ecke des Panels (beim Copiloten auf die obere rechte Ecke) und schon ist der andere "Pilot flying".

Die Multiplayerfunktion ist so bisher einmalig. gates.to versuchte vor einiger Zeit einmal eine ähnliche Funktion für alle Flieger als Payware anzubieten. Bei der MadDog V2.1 ist es aber erstmalig gelungen, dass man wirklich nach MCC zusammen fliegen kann. Einfach genial.


Navdata:

Für ein komplexes Addon ist es wichtig, dass aktuelle Navigationsdatenbanken sowie SIDs und STARs zur Verfügung stehen. Leider ist der MadDog bisher nicht so stark verbreitet, was es insbesondere schwer macht, an Standard An- und Abflugsrouten zu kommen. Beim Datenformat hat man sich an das von PMDG angelehnt, so stehen die aktuellen AIRACs von Navigraph auch für die MD-82 zur Verfügung. Das Format der SIDs und STARs ist nicht identisch und so muss man oft Änderungen an den Daten vornehmen. Dazu steht ein praktisches Tool zur Verfügung, das die Routen grafisch anzeigt und editierbar macht. Leider ist man derzeit noch darauf angewiesen, solche Routen häufig selbst einzuprogrammieren, es ist zu hoffen, dass schon bald auch für Europa mehr Datensätze zur Verfügung stehen.


Geräusche:

Um das Fluggefühl möglichst realistisch zu machen, dürfen natürlich vernünftige Geräusche nicht fehlen, besonders der satte Sound der Triebwerke sollte von guter Qualität sein. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass sich die Triebwerke dieses Fliegers weit weg vom Cockpit befinden und so relativ leise sind. Das ist in der Simulation genau so, jedenfalls von innen. Denn befindet man sich ausserhalb des Jets, bekommt man die geballte Gewalt der JT8D auf den Trommelfellen zu spüren. Durch den minimalen Nebenstrom sind sie in einem Frequenzbereich laut, der alles andere als Angenehm ist.
Gemütlicher ist es dann doch im Cockpit, wo lediglich das Rauschen des Fahrtwindes zu Ohrenschmerzen führen kann. Die anderen Geräusche entstehen meist durch die Systeme, also meist Warnungen. Aber auch das Summen der Klimaanlage und der Ventilatoren hinter dem Panel hört man.
Ein nicht alltägliches Feature ist, dass man die APU von aussen hören kann. Befindet sich der Sichtpunkt nah genug am Flieger, hört man das Pfeifen der Hilfsturbine.
Insgesamt wird eine schöne Geräuschkulisse geboten, die das Flugerlebnis deutlich realistischer macht.


Flugdynamik:

Wie üblich, soll aufgrund von fehlender Vergleichsmöglichkeit auf eine genaue Bewertung der Flugdynamik verzichtet werden. Wie aber bereits dargestellt, legte das Team aus Italien einen sehr großen Wert auf die exakte Simulation des gesamten Flugzeuges, und dazu gehören insbesondere auch die Flugdynamiken.
Insgesamt fühlt sich die MD-82 so an, wie man es von einem Flugzeug ihrer Größe erwarten würde. In manchen Flugphasen, so scheint es, hat das Programmiererteam bewusst in den Flugsimulator eingegriffen und beispielsweise eingestellt, dass man das Flugzeug mit der falschen Trimmeinstellung kaum von der Bahn bekommt. Auch das Verhalten beim Strömungsabriss ist für den FS untypisch, die Nase geht sofort stark nach unten und man verliert zunächst stark an Höhe. Das Recovern ist dann mit etwas Leistung allerdings kein Problem.
Das Powersetting bei der MD-82 ist recht kompliziert. Gibt man Vollgas, geht die Leistung weit über das "gesunde" Niveau hinaus und die Triebwerke können in Brand geraten. Beim Gasgeben sollte man also Vorsicht walten lassen.
Warum die MadDog ihren Spitznamen bekam, ist mir nach dem Fliegen der Simulation nicht ganz klar, dennoch gehe ich einmal davon aus, dass man bei Leonardo SH alles getan hat, um dem realen Vorbild möglichst nahe zu kommen.


Performance:

Wie alle umfangreicheren Airlinersimulationen beeinflusst auch die MD-82 die Leistung des heimischen Computersystems. Allerdings halten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen. So müssen zwar beim Starten des Simulators Wartezeiten ertragen werden, beim Fliegen verhält sich der Flieger aber höchst unproblematisch und drückt die Bildwiederholrate im Anflug höchstens mal um 2-3 fps, das Aussenmodell beeinflusst die Performance überhaupt nicht.
Es sollte aber erwähnt werden, dass die Bilanz vor allem auch deshalb so positiv ausfällt, da die MadDog über kein virtuelles Panel verfügt, das die Gesamtperformance bestimmt negativ beeinflussen würde.


Fazit:

Das Team der MadDog hat die Ziele hoch gesteckt: Man wollte ein einzigartig komplexes Addon programmieren, das jedem Anspruch gerecht wird. Abgesehen von dem bisher leider fehlenden 3D-Panel, hat man dieses Ziel meiner Meinung nach erreicht. Es wurden zahllose Systeme realistisch umgesetzt und sogar mit Fehlsimulationen versehen, die Gestaltung des Panels und des Außenmodells ist sehr gut und auch die Geräusche und zahlreiche Gimmicks tragen zu dem positiven Gesamtbild bei. Besonders die Multicrewsimulation möchte ich herausstellen, die es so bisher noch nicht gab und das Flugerlebnis ungleich realistischer macht. Das Control Panel erlaubt fast einen Betrieb wie im Full-Flight-Simulator. Verständlich wäre es, wenn man die Entwicklung des 3D-Panels noch abwartet, danach darf die MadDog aber in keiner Flugzeugsammlung im FS9 mehr fehlen.

Bewertung:

Facts & Figures
MD-82 MadDog
 
     
Hersteller
Leonardo SH
Preis
45€
Veröffentlichungsdatum
15.03.2007
Systemanforderungen gemäss Hersteller
* Pentium IV 2GHz or equivalent processor
* 512 Mb RAM
* 1 Gb of free hard disk space
* 128 Mb accelerated 3D graphic card
* Microsoft Flight Simulator 2004
* Windows XP/2000 or above (not compatible with Windows 98).
* Adobe Acrobat® Reader is also necessary to read and print the manual.
* Internet conncetion for activation
Link zur Produktseite
 
Pro
Contra
 
 
- schönes Aussenmodell
- zahlreiche Bemalungen
- hervorragende Systemsimulation
- sehr gute Paneloptik
- innovatives Multiplayertool

- noch kein 3D-Panel enthalten
- umständliche Aktivierung

 
Einzelkriterien
Kommentar
Bewertung
 
Kauf, Installation und Einbindung
Der Preis liegt mit 45€ im normalen Bereich, Aktivierung umständlich
Handbuch/Beilagen
Das Handbuch ist hervorragend strukturiert und gut verständlich
Außenmodell, Texturen und Animationen
Das Modell sauber designed, zahlreiche Bemalungen, einige Gimmicks
2D-Panel
Hervorragend, CM1 und CM2, tiefe Systemsimulation
Virtuelles Cockpit / Cabin
noch nicht vorhanden, soll aber nachgeliefert werden
--
Flugeigenschaften
Der Flieger lässt sich erwartungsgemäß fliegen
Sound
Triebwerke klingen gut, zahlreiche zusätzliche Geräusche
Performance
die Performance ist gut
Innovativität
Das Multiplayertool -> Award
Spaßbewertung/Langzeitmotivation
Der Flieger ist nur mit der LevelD767 oder der PMDG747 vergleichbar, absolut top!
     
Gesamtbewertung  
Detailierte Bewertung --  
     
Auszeichnungen:

Für das Multiplayertool gibt es einen Award for Innovation!
 

 

Die gezeigten Screenshots sind durch die Verwendung von Walk and Follow entstanden. Walk and Follow kaufen - Review lesen

 

 

Jorin Bonney für flugsimulation.com | Jorin im Impressum | Druckversion | Veröffentlicht am 21.07.2007 | Counter: 11188 Besucher

Kommentare
Zu dieser Review gibt es noch keine Kommentare.

 

Kommentar schreiben
Name:*
E-Mail:*
Kommentar:*
Max. 1000 Zeichen
Bitte abtippen:*


Die eMailadresse wird nur intern verwertet und nicht an Dritte weitergegeben!

Vereinbarung über die Nutzung des Kommtarbereichs:
Mit dem Abschicken seines Kommentars aktzeptiert der Autor, keine Inhalte mit illegalen Inhalten zu posten, speziell auch nicht mit solchen, die auf File-Sharing von Payware hinweisen. Solche Kommentare könnten auch den Herstellern gemeldet werden. Die IP-Adresse des Posters wird in der Datenbank gespeichert.