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Review: UK2000 Edinburgh Xtreme

Review: Learn the Mad Dog

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Verrückte Hunde zähmen oder wie man lernt den Maddog zu fliegen

Liebevolle und klangvolle Spitznamen haben einige Flugzeugtypen erhalten. 737 Bobby, 747 Jumbo, An-225 Traum oder etwa die Tante Ju. Allesamt lassen sie die großen eisernen Vögel ein wenig sympathischer wirken, verleihen vielleicht sogar eine kleine Seele und machen es uns Luftfahrtbegeisterten noch einfacher, das jeweilige Fluggerät ins Herz zu schließen. Und natürlich sind die Spitznamen oftmals auch das Produkt des menschlichen Empfindens beim Anblick und Fliegen des Flugzeugs. Insbesondere Letzteres, meine leicht mit Emotionen versehene Theorie, trifft wohl auch auf die MD-80 mit dem eher forschen Beinamen "Maddog" ("verrückter Hund") zu. Während diese Wahl weniger liebevoll und eher angsteinflößend zu sein scheint, so ist die MD-80 in der Tat ein sehr ungewöhnliches Flugzeug, und die Initialen luden zu dieser Namensgebung ein. Entwickelt in den 60er Jahren als DC-9, so hat sich bis zum letzten Derivat, der MD-90, kaum etwas an der Systembedienung und den Eigenheiten des Flugzeugs verändert. Zwar wurde die Avionik aktualisiert und dem heutigen LNAV- und VNAV Standard angepasst, aber der Arbeitsaufwand im Cockpit ist auch in den moderneren Modellreihen viel höher als bei vergleichbaren Mustern aus dem Hause Boeing oder Airbus. Die Automatisierung bei der 737 und insbesondere dem A320 ist hoch, im MD-80 Cockpit hingegen muss man sich als Pilot je nach Flugphase um die richtige Einstellung der Systeme kümmern. Die Hydraulik und der pneumatische Druck müssen stets eigenhändig justiert werden, das Anti Ice System erfordert das Hinzuschalten der Zündung, und auch der Autopilot der MD-80/90 ist ein überaus komplexes Gerät, das unzählige verschiedene Modi zulässt. Selbst als erfahrener Bobby-Pilot ist man weit davon entfernt eine MD-80 regelkonform fliegen zu können. Da das Leonardo Software House mit der Maddog 2006 vor einiger Zeit die MD-82 hochrealistisch für den Flugsimulator umgesetzt hat, kann einem virtuellen Piloten jede Hilfe zur richtigen Steuerung dieses Addons lieb sein. Obwohl dem Addon ein umfangreiches Handbuch beiliegt, so können die vielen Informationen schnell überfordern. Larry Foltran, Gründer von "Learn the Maddog", hatte daher die Idee, den Möchtegern-Maddog Piloten zur Seite zu stehen und in Form einer DVD mit begleitendem Handbuch die korrekte Bedienung des Addons aufzuzeigen. Larrys DVD umfasst die verbale und visuelle Beschreibung aller MD-82 Systeme und schließt mit einem 1 1/2 stündigen virtuellen Flug im Cockpit, bei dem ausführlich beschrieben wird, wie der Maddog zu fliegen ist.

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Teil 1: Die System- und Panelbeschreibung

Satte zwei Stunden dauert der erste Teil von Learn the Mad Dog, bei dem alle Knöpfe des Panels und alle Auswirkungen der Einstellungen sorgfältig beschrieben werden. Für Struktur sorgt die Unterteilung in 17 Lektionen, die auch vom Titelmenü aus angesteuert werden können. Um einer möglichen Monotie entgegenzuwirken hat Larry zwei erfahrene Sprecher engagiert, die sich über die Lektionen hinweg abwechseln und das Zuhören zu einem angenehmen Unterfangen machen. Kein Leiern oder falsche Betonungen, die Vorträge sind rundum professionell. Da ausschließlich (amerikanisches) Englisch gesprochen wird, sollte man sich vor Anschaffung der DVD sicher sein, dies auch verstehen zu können. Allerdings wird sehr deutlich gesprochen, und der Pause-Button steht natürlich jederzeit zur Verfügung, wenn es mal zu schnell geht. Manchmal werden die Informationen in der Tat etwas zu rasant heruntergerattert, hier und da hätte eine Kunstpause vielleicht nicht geschadet. Aber um das Tutorial nicht auf fünf Stunden zu verlängern, ist die flüssige Erzählweise verständlich. Und Zurückspulen kann man immer.

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Während man nun zuhört, werden die gerade relevanten Panels gezeigt und die beschriebenen Bereiche mit farbigen Markierungen hervorgehoben. Auch animierte Grafiken basierend auf einem Grundriss der MD-82 hat Larry eingefügt, die zum Beispiel bei der Beschreibung der Hydraulik visuell Aufschluss darüber geben, welches System für welche Funktionen zuständig ist. Wenn auch für die Bedienung des virtuellen Vogels nicht unbedingt von Nöten, so ist es immer besser das Flugzeug gut zu kennen, und diese Hintergrundinformationen komplettieren das Tutorial. Sorgfältig geht beispielsweise auch die Beschreibung der externen Beleuchtung von statten. Während man lauscht betätigt Larry die jeweiligen Knöpfe und zeigt zudem in der Außenansicht, wo und wie die jeweiligen Lichter angehen. Er geizt nicht mit Informationen und gibt sogar Aufschluss darüber, dass die Landescheinwerfer an den Tragflächenenden bei Stillstand auf dem Boden nur für maximal zehn Minuten eingeschaltet werden dürfen um eine mögliche Überhitzung zu vermeiden.
Um die Einstellungen gleich im Flugsimulator selbst ausprobieren zu können, ist es zu empfehlen die DVD auf einem zweiten Bildschirm, auf dem Laptop oder auf dem Fernseher laufen zu lassen. Frei nach dem Motto zuerst Watching und dann sofort Learning by doing. Übrigens, die DVD ist regionsfrei und kann daher in jedem DVD-Laufwerk abgespielt werden; an den Fernseher angeschlossene DVD-Spieler müssen jedoch das NTSC-Wiedergabeformat unterstützen.

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Teil 2: Der Flug im Cockpit

Nur Mitfliegen ist schöner: Die letzten 90 Minuten der DVD sind einem kompletten Flug gewidmet, bei dem man genaustens mitverfolgen kann, wann die im ersten Teil erlernten Vorgehensweisen angewendet werden müssen. Larry startet das Cockpit im Cold & Dark Zustand, führt die "First Flight of the Day" Checks durch, programmiert das FMC und macht den Maddog startklar. Dabei erklärt er jeden Handgriff auf verständliche Art und Weise und ermöglicht dem Betrachter, sich die Arbeitsabläufe einzuprägen. Anhand der mitgelieferten Checkliste (doppelseitig bedruckte DIN A4 Seite) kann man darüber hinaus überprüfen, ob Larry die einzelnen Punkte vorschriftsgemäß abarbeitet.

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Teil 3: Study Guide und Checkliste

Für einen geringen Aufpreis kann man zusätzlich zur DVD einen 49 Seiten starken Study Guide bestellen, der als unterstützendes Nachschlagewerk dient und in dem die 17 Lektionen des ersten Teils noch einmal grafisch aufbereitet wurden. Alle Panelbereiche sind im Guide abgebildet und mit ausführlichem, beschreibendem Text versehen, womit sich das durch die DVD angeeignete Wissen weiter vertiefen lässt. Sollten sich beim Betrachten der DVD je Versändnisschwierigkeiten aufgetan haben, dann ist der Study Guide hilfreich, um die kritischen Stellen noch einmal in aller Ruhe nachlesen zu können. Richtig Spaß kommt beim abschließenden Multiple Choice Quiz auf, welches aus 75 (!) Fragen besteht und schnell aufzeigt, wie aufmerksam man Larry und seinen Kollegen zugehört hat. Ein wenig schade ist jedoch die Tatsache, dass der Study Guide nur als PDF-Dokument daher kommt, das man nach erfolgtem Kauf herunterladen kann. Immerhin ist es nicht geschützt, und man kann das Dokument ausdrucken.

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Fazit

Auf http://www.learnthemaddog.com steht die DVD im Bundle mit dem Study Guide für angemessene 38 Dollar (ca. 26 Euro) zum Kauf bereit. Wer lediglich die DVD möchte erhält diese für 32 Dollar (ca. 22 Euro). Der Versand aus den USA dauert ungefähr eine Woche.
Lohnt sich diese Investition? Aus meiner Sicht ist diese DVD ein Muss für alle Frauchen und Herrchen, die ihren verrückten Hund bändigen und beherrschen wollen. Im Klartext, blutigen Anfängern wird mit dieser DVD das richtige Fliegen der MD-82 einfach und schnell beigebracht, zumindest im Verhältnis zum tagelangen Studieren des Maddog-Handbuchs. Aber auch für erfahrene Piloten bietet die DVD eine Fülle an zu entdeckendem Wissen, um das Bedienen der MD-82 noch besser zu beherrschen.


Manuel Heinz für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 24.09.2008 | Counter: 4124 Besucher

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