Review: Level-D/Flight1 Boeing B767

Es ist mehr als ein halbes Jahr her, seit Level-D in Zusammenarbeit
mit Flight1 ihr preisgekröntes Add On 767-300ER veröffentlichte. Seit
kurzer Zeit ist die CD- Version dieses Add Ons erschienen und steht nun in unzähligen
Grossmärkten und Fachmärkten zum Verkauf.
Aerosoft veröffentlicht die Deutsche- Version welche inkl. deutschem Handbuch
und DVD daherkommt.
Doch dies ist noch nicht alles...
Die Boxed Version
Wie eingangs bereits erwähnt kommt die 767 als Deutsche Version daher.
Flugsimulation.com liegt jedoch eine Englische Version vor. Diese ist, abgesehen
von der Sprache identisch mit der Deutschen Version. Doch einen weiteren Unterschied
gibt es noch und der liegt bei der Verpackung. Die deutsche Ausgabe kommt in
einer kleinen Kartonverpackung daher, die Englische Version hingegen in einer
etwas dickere DVD- Schachtel.
Die Verpackung ist gelungen gestaltet und gibt die wichtigsten Informationen
über das Produkt wieder.
Öffnet man die Verpackung, so kommen zwei CD`s zum Vorschein.
Weiter findet man ein A3 grosses "Panel familiarisation sheet". Auf
der Forderseite sind sowohl das Captains- wie auch das First Officer Panel abgebildet.
Auf der Rückseite findet man das Pedestal, das FMC sowie das Overhead-Panel.
Die Instrumente sind jeweils beschriftet und helfen dem Käufer sich rasch
im Cockpit zurecht zu finden. Das Handbuch kommt in Form eines "Check Flight"
daher. Auf gut 40 Seiten wird ein Flug von A bis Z an Board der 767 erklärt.
Weitere Handbücher finden sich auf der CD in Form von PDF- Dateien.
Wie eingangs dieses Abschnittes erwähnt, findet man in der Verpackung zwei
CD`s. Um korrekt zu sein, eine CD- Rom und eine DVD.
Die DVD enthält den ITVV Cockpitflug an Board von Leisure Airways von London
Gatwick nach Orlando. Auf über 80 Minuten kann man sich so weiter mit den
Abläufen und Vorgängen de 767 vertraut machen.
Eine ausführliche Rezension zu dieser DVD ist hier zu finden: >Klick
Wenden wir uns nun jedoch der Umsetzung der 767 zu....
Einleitung
Es gibt wohl kaum ein Flugzeug Add-On für den MS Flugsimulator 2004, das so
sehnsüchtig erwartet wurde wie die Level-D 767. Seit Flight1 auf der AVSIM
Konferenz im September 2004 bekannt gab, dass man an einer Neuumsetzung der
PIC767 arbeitete, konnten es viele Simmer kaum mehr abwarten, bis das Flugzeug
nun wirklich erschien. In einigen Foren brach kurz vor dem Release richtig
Massenhysterie aus. Diese Freude war in Anbetracht des damals veröffentlichten
Videos und den bald darauf erschienenen Screenshots berechtigt, denn so wie es
schien, sollte ein würdiger Nachfolger der alten PIC767 veröffentlicht werden.
Nun ist sie also da, die lang erwartete Boeing 767 von Level-D. Das zuerst
veröffentlichte Release-Datum von Herbst '04, was man so oft lesen konnte, wurde
zwar bei weitem nicht erreicht, aber besser spät als nie. Ob sie das Niveau des
Vorgängers, der PIC767, halten kann oder sich sogar in einer noch höheren Liga
befindet, stellen ganze vier Reviewer des flugsimulation.com-Teams fest. Zudem
gibt's dieses Mal als kleines Extra ein Video. Viel Spaß beim Lesen!
Geschichte und Entstehung der 767 in der Realität

Zu den weltweit bekanntesten Flugzeugen zählt sicherlich die Boeing 767:
Schon seit Anfang der 80er Jahre im Einsatz, werden heute noch über 900
Exemplare dieses Luftfahrzeugtyps im Flugbetrieb eingesetzt. Doch wie kam es
eigentlich zu diesem Erfolg? Die 70er Jahre hatten kaum begonnen, als Boeing mit
der Entwicklung eines Mittel- und Langstreckenflugzeuges beschäftigt war, um
Airbus, die zu dieser Zeit ebenfalls einem ähnlichem Flugzeug arbeiteten
(nämlich dem Airbus A310), Paroli zu bieten. Das Projekt hatte anfangs den Namen
„Boeing 7X7“ und Details über das Flugzeug waren der Öffentlichkeit so gut wie
unbekannt. Das Projekt sollte erfolgreich verlaufen, denn als United Airlines am
14. Juli 1978 30 Exemplare des geplanten Boeing-Typs orderte und sich in die
Entwicklung des Flugzeuges einbrachte, war für Boeing klar, dass das Flugzeug
nun wirklich realisiert werden würde! Nebenbei wurde übrigens parallel die
Boeing 757 entwickelt, was dazu führt, dass sich diese beiden Boeing-Typen
sowohl im Cockpit als auch von Außen sehr ähneln. Drei Jahre später (am 26.
September 1981) trat die 767 zum Jungfernflug an, der reibungslos von Statten
ging und bereits ein Jahr später flog die erste 767 in Diensten der United
Airlines. Boeing schloss mit der 767 eine Lücke zwischen dem riesigen Jumbo-Jet
und den damaligen kleineren Modellen, wie der 707 oder 727. Unter anderem
deshalb wurde die Boeing 767 zu einem großen Erfolg – jedoch zuerst
hauptsächlich auf dem amerikanischen Markt. 190 Bestellungen gingen in recht
kurzer Zeit für das erste Modell, die 767-200 ein. Im Jahre 1983 entwickelte
Boeing die Maschine (wegen großer Nachfrage und auf Wunsch der Airlines) weiter
und die 767-300 wurde der Öffentlichkeit vorgestellt, welche um ca. 6 Meter
gegenüber der alten Version gestreckt wurde. Gleichzeitig wurden für beide
Modelle ER-Versionen (=Extended Range), die aufgrund eines größeren Tankvolumens
größere Entfernungen als die Standardmodelle zurücklegen konnten, angeboten.
Durch die neuen verbesserten Versionen waren nun auch viele europäische
Fluggesellschaften an der 767 interessiert und so sah man die 767 auch in Europa
immer öfters. Auch das rund 2'000 767 wöchentlich den Großen Teich überqueren
(so oft wie kein anderer Flugzeugtyp) und damit „Königin des Nordatlantiks“
genannt wird, zeigt den Erfolg, den Boeing mit dieser Maschine erreichen konnte.
Ende der 90er Jahre legte Boeing nochmals nach, die 767-400 erschien, als
Gegenstück zum Airbus A330. Eine große deutsche Luftfahrtszeitschrift titelte
damals beim Erscheinen des neuen Musters: „Das Imperium schlägt zurück“, als
Anspielung auf das Gegenprodukt zum A330. Doch so sollte es nicht kommen, die
767-400 floppte, und zwar gewaltig! Die Maschine konnte zwar wegen einer
Streckung des Rumpfes um 6 Meter ca. 15% mehr Passagiere transportieren, als die
vorherige Version und kostete im Verbrauch auch etwas weniger, doch war den
meisten Airlines die Reichweite von nur 10’450km (betracht man zum Beispiel die
767-200ER mit einer Reichweite von 12’220km, also knapp 2’000km weniger
Reichweite) zu gering, weshalb diese lieber auf die früheren Versionen
zurückkamen oder gleich zur großen Schwester, der Boeing 777, griffen. Derzeit
sieht das Interesse an der 767 sehr mau aus, weswegen Boeing schon fleißig am
Entwickeln des neuen „Dreamliners“, der Boeing 7E7, ist (im Jahre 2004 wurden
insgesamt nur 9 Boeing 767 bestellt, man vergleiche mit 42 bestellten 777 oder
147 georderten 737…). Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich ja auch in der
Realität eine 767 gönnen, die 767-200ER gibt es bereits ab 101 Millionen
US-Dollar, die 767-400ER kostet bis zu 138.5 Millionen US-Dollar. Obschon sich
die Produktion der 767 langsam dem Ende zuneigt, werden wir sie wahrscheinlich
noch lange und häufig am Himmel fliegen sehen.
Vorgeschichte zum Add-On
Wir schreiben Samstag, den 26. Februar 2005. Heute also ist es soweit, viele
Seiten und Foren melden die Veröffentlichung der Level-D um 16:00
Mitteleuropäischer Zeit. In den Foren erhöht sich die Anstimmung, viele haben
die Flugplanung für ihren ersten Flug mit der Maschine bereits abgeschlossen,
ihnen kribbelt es bereits in den Fingern und langsam aber sicher macht sich gar
eine Art von Massenhysterie breit. Die der Veröffentlichung etwas kritisch
gegenüberstehenden Simmer dämpfen die Euphorie und erwarten eine Überlastung der
Server, sobald die Maschine erhältlich sein sollte. Die Stunden vergingen und so
war es 4 Uhr Mittags, doch keine Spur von der Level-D. Es sollten weitere fünf
Stunden bis zur Veröffentlichung vergehen. Eine befürchtete Serverüberlastung
kam nicht zu Stande, Level-D hatte weiße vorgesorgt und stellte vier Server für
den Download zur Verfügung. Der lang ersehnte Nachfolger der damals Maßstäbe
setzenden PIC767, war also erschienen und das lange Warten auf einen
ebenbürtigen Nachfolger im FS2004 war somit beendet.
Kauf&Installation
Der Kauf erfolgt bei Level-D über den Publisher Flight1 und wird über den F1
Wrapper abgewickelt. Zuerst lädt man die 173 MB Installationsdatei herunter.
Öffnet man diese, erscheint das Formuar zur Bezahlung. Diese kann mit allen
gängigen Kreditkarten abgewickelt werden. Nach erfolgreicher Abwicklung erhält
man eine Bestätigungsmail sowie eine key-Datei zum eventuellen Neuinstallieren
des Fliegers nach einem Systemcrash.
Die eigentliche Installationsdatei wird nun entpackt und ausgeführt. Nach kurzer
Zeit ist die 767 installiert und wartet auf ihren ersten Flug.
Handbuch

Der Flieger bringt ein 175 Seiten umfassendes Handbuch im pdf-Format mit sich, das (wie üblich) in Englischer Sprache verfasst wurde. Jedes Bordinstrument wurde detailliert beschrieben und die Erläuterung stets mit Bildern bestückt. Große Aufmerksamkeit widmete man berechtigterweise dem FMC. Sowohl die „normale“ FMC-Programmierungen, die viele der Käufer wahrscheinlich schon sicher beherrschen, als auch die etwas komplizierteren Möglichkeiten den FMC zu nutzen, welche vielleicht auch dem erfahrenen Simmer noch unbekannt waren, wurden in ausführlicher Weiße beschrieben und sind sofort anhand von Beispielen für den Leser nachvollziehbar. Die Programmierungen von Abflugs- und Anflugsrouten (SIDs und STARs) ist ebenso dargelegt worden. Die Gliederung gelang, es ist nichts wild durcheinander, sondern man befindet sich trotz der Größe des Handbuchs schnell zu Recht. Eine 6-seitige Prozedere-Liste am Ende des Handbuchs hilft bei den ersten Flügen alle Systeme Schritt für Schritt durchzugehen und so das langsam aber sicher die Maschine zu beherrschen. Ebenfalls am Ende vorzufinden ist eine Checkliste. Leider verzichtete Level-D komplett auf Leistungstabellen der Maschine. Hier haben Konkurrenten, wie beispielsweise PMDG mit der 737NG, mehr geleistet. Dort sind nämlich zig Leistungstabellen vorhanden, die das Handbuch dementsprechend abrunden. Schön wären auch noch die Erklärung der Prozederen und Checklisten für abnormale Flugoperationen, beispielsweise dem Vorgehen bei einem Triebwerksausfall, gewesen. Wieder muss man PMDG oder auch PSS anführen, die derartige Dokumente in ihre Produkte eingegliedert haben oder zumindest als zusätzlichen Download auf ihrer Homepage anbieten. Wer weiß, vielleicht wird Level-D hier in Zukunft noch nachziehen. Ich persönlich hätte mir noch einen Index am Ende des Handbuches gewünscht, um schnell bestimmte Instrumente oder Funktionen nachschlagen zu können, wenn man das Handbuch lange Zeit nicht mehr genutzt hat und nicht mehr genau weiß, wo man suchen muss. Meckern darf man dennoch nicht, 9 von 10 Sternen für das Handbuch. Wem das Handbuch dennoch zu wenig ist und nach weiteren Hilfestellungen sucht, dem ist bei AVsim Abhilfe geschaffen, denn dort wurden schon einige zusätzliche Dokumente veröffentlicht, die Schritt für Schritt den Umgang mit dem komplexen Fluggerät erklären. Die Redaktion empfiehlt das Step-by-Step Tutorial der Level-D Beta-Tester, welches hier zum Download erhältlich ist. Demnächst soll auch ein deutsches Tutorial erscheinen, wenn es soweit ist, werden wir euch selbstverständlich mit Hilfe der News auf unserer Seite informieren.

Konfigurationstools
Die 767 bringt eine ganze Reihe an zusätzlichen Tools mit: der Configuration
Manager, die Text-O-Matic und das Level-D Menü im FS.
Der Configuration Manager ist in erster Linie ein Loadeditor. Die grafische
Aufmachung ist sehr ansprechend und die Bedienung einfach. Passagiere oder Cargo
können problemlos eingeladen werden. Jedoch ist es nicht möglich das Flugzeug
nach den eigenen Wünschen zu besetzen, es sind lediglich drei Varianten (voll,
halb voll und leer) zur Auswahl. Ganz unten werden dann noch die benötigten
Werte für die Eingabe in den FMC ausgegeben, welche dann übrigens auch noch
einmal bei der Auswahl des Flugzeuges im FS-Flugzeug Menü aufgelistet sind. Da
eine entsprechende Einstellungsmöglichkeit im FS9 unzweckmäßig wäre, kann man
über dieses externe Konfigurationstool zusätzlich noch wählen, ob und mit
welchem Detailgrad ein virtuelles Cockpit erwünscht ist. Dies werden sicherlich
die Simmer mit einem eher leistungsschwachen Computer sehr zu schätzen wissen.
Die praktische Text-o-Matic, die wir schon von vielen Flight1 Produkten kennen,
bietet die Möglichkeit, in einfachster Weise Repaints einzubinden oder zu
deinstallieren. Nach dem Download eines Repaints muss man jenes lediglich in den
„Download“ Ordner der 767 im FS-Menü kopieren, den Repaintmanager starten und es
per Knopfdruck aktivieren. Hat man sich selber am repainten versucht, kann man
mit diesem Tools auch ein Paket des eigenen Repaints zusammenstellen, was dann
für die Veröffentlichung im Internet ideal ist.
Über das Level-D Menü kann man weitere Einstellungen vornehmen. Zuerst einmal
kann man verschiedene Status des Panels abspeichern oder Laden. D.h.
beispielsweise muss ich – möchte ich die 767 im Cold&Dark-Modus vorfinden –
nicht erst die Standard Cessna laden, sondern kann die Level-D 767 laden und
importiere die Panel-Daten eines der bereits auswählbaren Flüge in dem sich das
Flugzeug im Cold&Dark-Modus befindet. Über eine weitere Gruppe ist das
Definieren unterschiedlicher Systemausfälle möglich.
Das umfangreichste Untermenü erlaubt diverse Einstellungen am Panel.
Beispielweise können viele Realitätsfaktoren (z.B. Batterieentladung, IRS
Alignment) oder Tastenkombinationen eingestellt werden, ebenso wie kleine
Einstellungen an den Instrumenten, die auch in echt von Airline zu Airline
unterschiedlich sind. Auch das Auswählen unterschiedlicher Stimmen für die
Crewmitglieder und das Einstellen der Befugnisse des virtuellen Ersten Offiziers
sind möglich. Leider ist bei der Cockpitcrew keine Frau dabei, die
Gleichberechtigung scheint bei Level-D noch keinen Einzug gehabt zu haben.
Ein Fuel Planner hätte dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Zwar wird der
benötigte Sprit problemlos auch vom FMC berechnet und auf vielen FS-Seiten zur
Level-D 767, die im Laufe der Rezension noch näher beleuchtet werden, finden
sich bereits derartige Programme, doch Level-D hätte hier schon von Anfang an
Abhilfe schaffen können.
Die verfügbaren Zusatztools zur 767 sind in jedem Falle gut gelungen; sie sind
übersichtlich gestaltet und intuitiv bedienbar.

Crewkommunikation & Erster Offizier:
Mehr als Gimmick bringt die 767 einen virtuellen Ersten Offizier und eine
virtuelle Flugbegleiterin mit. Beide Funktionen können bei Bedarf auch
problemlos deaktiviert werden.
Der virtuelle Erste Offizier gibt vor allem Geschwindigkeiten beim Startvorgang
aus. Auf Wunsch kann er auch mit einigen Kompetenzen ausgestattet werden und
fährt automatisch das Fahrwerk und die Klappen aus und ein. Leider geschieht das
auch ab und zu ohne, dass man es möchte. An einem entsprechenden Patch wird bei
Level-D derzeit gearbeitet.
Die virtuelle Flugbegleiterin nimmt mit dem Cockpit über ein
Kommunikationssystem Kontakt auf sobald es irgendein Problem gibt. Zum Beispiel
beklagt sie sich über die Temperatur in der Kabine, weist auf die geöffnete Tür
hin oder warnt vor Rauch im Triebwerksbereich.
Auch für den Kapitän gibt es Audiofiles. Er macht Kabinenansagen und gibt dem
Ersten Offizier Anweisungen zum Setzen der Klappen. Die Kommunikation mit der
Bodencrew wird ebenfalls von ihm durchgeführt.
Für alle Crewmitglieder gibt es mehrere Stimmsets, mit Englischem,
Amerikanischem, Australischem Dialekt und teilweise auch Kanadischen Dialekt.
Ein Deutscher oder Französischer Kapitän wären zwar nett gewesen, jedoch kann
man mit den mitgelieferten Stimmsets zufrieden sein (vergleichbare Add-Ons haben
gar nur eine Stimme) und jeder Simmer kann sich auch prinzipiell sein eigenes
Soundset basteln.
Außenmodell
Wenn man an die - damals schon grandiose - PIC Vol. 1 zurückdenkt, so erinnert
man sich nur ungern an das Aussenmodell; es war dem Rest des Paketes keinesfalls
ebenbürtig und zog die Performance in den Keller. Nun, wie sieht es heute aus,
im Jahre 2005? Schon viel besser! Um nicht sogar zu sagen: Perfekt!

Das mit GMAX erstellte visuelle Modell der hier vorliegenden Boeing 767-300 überzeugt wirklich in allen Bereichen: Die Proportionen sind sehr stimmig, es gibt viele Details wie Antennen und Messrohre, die Wirkung ist umwerfend – und was den Designern an dieser Stelle auch noch zu Gute gehalten werden kann: Die Performance ist hervorragend! Hier hat man also den richtigen Mittelweg zwischen Detailreichtum und Performance gefunden, was ja bei all den hochkomplexen Add-Ons nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist.

Animationen
Auch in Sachen Animationen hat die 767 einiges zu bieten: Den virtuellen Kapitän
erwarten bei einem Aussencheck ein vollständig animiertes Fahrwerk, sich
öffnende Türen und Ladeluken, bewegliche Ruder (Höhen-, Quer- und Seitenruder),
sich biegende Tragflächen, Spoiler, Reverser, Landeklappen (Leading-Edge &
Trailing Edge) und Klappenmotoren, Scheibenwischer (!) – und sogar eine Ram Air
Turbine (RAT), die im – höchst unwarscheinlichen – Falle des Versagens beider
Triebwerksgeneratoren für einen ausreichenden Strom zur Weiterbedienung des
Flugzeuges sorgen soll (übrigens: So geschehen 1983, als einer Boeing 767-200
der Air Canada in einer Höhe von 40.000 ft der Treibstoff ausging; nach der
darauf folgenden Notlandung (im Segelflug!) auf dem Flugplatz „Gimli“ wurde die
Maschine als „Gimli-Glider“ berühmt!).



Texturen
Schon jetzt ist eine sehr große Anzahl von zusätzlichen Bemalungen für die
Maschine erhältlich; konzentrieren möchten wir uns in diesem Test aber nur auf
die „hauseigenen“ Liveries, denn an dieser Stelle alle erhältlichen Texturen
unter die Lupe zu nehmen, würde doch sicher den Rahmen sprengen.
Ein paar Zeilen möchte ich aber noch der „Einbindung“ beziehungsweise der
Installation dieser zusätzlichen Bemalungen widmen: Mit Hilfe des mitgelieferten
Textur-Managers ("Text-o-Matic" - siehe auch weiter oben) lassen sich die
Bemalungen kinderleicht installieren. Dabei muss einfach nur das entsprechende
File (eine eigens erstelle LDS-Datei, die nicht nur das Repaint selber sondern
auch noch Informationen zum Editieren der Aircraft.cfg enthält) in das
Verzeichnis „Downloads“ im Aircraft-Ordner kopiert werden, bevor man den Editor
startet. Danach kann man die entsprechende Datei per Mausklick auswählen – und
der Rest geschieht weitgehend automatisch! Eine sehr geschickte Möglichkeit,
seinen virtuellen 767-Hangar einfach und schnell zu erweitern! Die Texturen,
welche man sich von der Level-D-Homepage herunterladen kann, sind übrigens auch
als DXT3-Versionen erhältlich! Die DXT3-Varianten schonen die Framerate, da sie
nicht den Detailgrad der "normalen" Texturen besitzen. Für leistungsschwache PCs
sicherlich eine gute Alternative. Aber genug der Vorrede, gehen wir nun ans
„Eingemachte“.

Mein „Reviewopfer“ ist die Boeing 767-300 im 90er-Jahre-Look der Delta Airlines: Die Texturen sind zwar nicht fotorealistisch sondern scheinen von Hand gezeichnet worden zu sein, wirken aber ausreichend detailliert und somit auch realistisch. Auch die Nachtbeleuchtung lässt keine Wünsche offen: Sogar das Logo-Light ist hier manuell steuerbar! Schön anzusehen sind übrigens auch die reflektierenden, bläulich getönten Cockpitscheiben, durch die man zwei „ausmodellierte“ Piloten „erspähen“ kann! Insofern lässt sich sagen: Kein Highlight, aber dennoch auf dem neuesten Stand der Technik!

Was Level-D hier im Bereich Aussenmodell abgeliefert hat, kann zweifelsohne
als hervorragende Arbeit bezeichnet werden! Zwar werden hierbei keine neuen
Maßstäbe gesetzt, dennoch Gratulation!
Diverse Texturen sind unter folgenden Links erhältlich:
-> Level-D Official Repaints:
http://www.leveldsim.com/files/repaints/
-> 767 Reservethrust:
http://767.reversethrust.net/files/pafiledb.php?action=category&id=1
Viele weitere Liveries sind ebenfalls bei Avsim.com oder Flightsim.com zu
finden.
Cockpit
Ab geht’s ins Cockpit und somit ins Kernstück dieses Add Ons. Mein erster
Eindruck als ich das 2D Cockpit betrete lässt mich mit dem Wort „767PIC“ wohl
genaustens umschreiben. Denn auf den ersten Blick sehen die Texturen genauso aus
wie jene von der, in die Jahre gekommenen 767 PIC. Dazu jedoch in einem weiteren
Kapitel mehr.
Widmen wir uns nun komplett dem Cockpit und den einzelnen Panels. Wie nicht
anders gewohnt findet man bei der Level-D 767, wie bei fast allen Flugzeug Add
Ons diverse Subpanels, die einzelne Panels oder Panelabschnitte beinhalten.
Das Level-D Team hat sich dabei für folgende Subpanel- Aufteilung entschieden:
- Mainpanel Captain
- Mainpanel First Officer
- Pedestal
- Overhead
- Pedestal
- FMC
- MCP
- Standby Instruments

In den folgenden Zeilen möchte ich auf die einzelnen Panels eingehen und auf
diese Weiße das Flight Deck der 767 zusammen mit euch entdecken und testen.
Beginnen wollen wir auf der Seite des Captains:
Als ich das erste Mal die 767 aufrief lief es mir einwenig kalt den Rücken
runter, da mein erster Gedanke der 767 PIC galt. Kein Wunder, denn die
Panelbitmaps sind identisch und kaum verbessert oder verändert worden. Ich
hoffte nur darauf, trotz der langen Entwicklungszeit kein „Update“ testen zu
müssen und begann sogleich auch die einzelnen Schalter, Knöpfe und Hebel
durchzutesten.
Nach einer guten halben Stunde war es dann soweit, der erste Flug in der neuen
767 konnte beginnen.
Das Captains Panel musste einwenig modifiziert werden, so findet man zwischen
NAV- Display und ECAM nicht die Standby Instruments, diese wurden aus Platz- und
Übersichtsgründen ausgeblendet, lassen sich jedoch über eine Tastenkombination
einblenden.
Was hier auffällt ist, dass die Panelbitmaps auch bei einem 21 Zoll Bildschirm
(von den kleineren Bildschirmen ganz zu schweigen) nicht von optimaler Qualität
sind und somit teilweise schlecht leserlich sind. Sie wurden, wie weiter oben
bereits angesprochen, schlicht und einfach vom Vorgängerprodukt übernommen und
leicht angepasst.
Eine gelungene Lösung hingegen fand man bei den Clickpads für die Subpanels,
wurden diese dezent ins Gesamtbild eingebunden und nicht wie z.B. bei der PMDG
737 durch unschöne Buchstaben.
Ein Teil des Overheadpanels findet man im Hauptpanel wieder, dabei handelt es
sich um die Schalter für die Beleuchtung und Lichter. Die Zuordnung, welcher nun
welcher Schalter ist, kann jedoch nur dank dem Handbuch gemacht werden, denn das
Bitmap ist an dieser Stelle einfach zuunleserlich.
In einigen Flugsituationen wären ein, zwei Dinge wünschenswert, welche man bei
anderen Produkten zu schätzen gelernt hat, dies wäre z.B. eine Möglichkeit den
künstlichen Horizont wie aber auch das Nav-Display zu vergrößern. Die
Instrumente sind derart klein, dass es manchmal sehr schwer ist dem Flight
Director genau zu folgen, da man ihn schlicht und einfach kaum sieht.
Was ebenfalls wünschenswert gewesen wäre, ist eine Approach-View, ähnlich der
PMDG737 oder wenn man weiter zurück denkt der PSS747, mit der man im Endanflug
den Blick auf das Wesentliche erlangt.
Lobenswert ist jedoch, dass die Miniature Instrumente, die man durch drücken der
„W-Taste“ sichtbar macht (also dem Ausblenden des Panels), denjenigen der 767
entsprechen und nicht, wie bei anderen Produkten, diejenigen der Cessna 172
sind.
Dank der Mitarbeit eines realen 767-Piloten (auf was wir nachher bei den
Flugdynamiken noch näher eingehen) haben wir einige, wenn auch geringe
Missstände entdeckt. Das wäre zum Einen, dass die Darstellung des ILS Modus,
angezeigt im Nav-Display (dabei sprechen wir von der verkleinerten Ansicht),
seiner Meinung nach leicht zu klein geraten ist. Weiter ist uns aufgefallen,
dass der Temperature Selector TMSP nicht aus jedem Engine-Modus heraus bedienbar
ist. Dies entspricht nicht der Realität.

Auch der Wechsel ins Overhead wie aber auch ins Pedestal bestätigt den vorhandenen Eindruck, was Level D Simulation hier veröffentlicht, ist das beste Produkt schlecht hin momentan. Sämtliche Systeme wurden akkurat umgesetzt und funktionieren der Realität entsprechend. Ein Engine-Start ist so also nur in der entsprechenden Konfiguration möglich, was einerseits sehr realistisch und korrekt ist, andererseits einige Simmer schlicht und einfach restlos überfordern wird.

Level-D ist es gelungen einen sauberen Autopiloten zu programmieren, der im
Gegensatz zu den Flugsimulator- Autopiloten ruhig und kontrolliert die
gewünschten Befehle ausführt und abfliegt. Einzig im Approachmode tanzte die
Maschine auf dem Glideslope immer leicht rauf und runter, stabilisierte sich
jedoch nach 1-2 Meilen. Ebenso gelungen ist die Zusammenarbeit des Autopiloten
mit dem Flight Director, so ist es für den Simmer auch möglich einzelne
Flugphasen selber von Hand aufgrund der Informationen des Flight Directors zu
fliegen.
Beim Benützen des Cockpits sind mir einige weitere Kleinigkeiten aufgefallen die
jedoch bei zwei Flügen zu einer nicht geplanten Landung auf einem Drittflughafen
geführt haben. Doch der Reihe nach, anlässlich meines dritten Fluges mit der 767
von Cairns nach Brisbane flog ich gerade der Australischen Ostküste entlang und
durchsuchte das Cockpit auf alles Mögliche. Ich wollte die Zeit nutzen um mich
möglichst vertraut zu machen mit dem Cockpit, ein Missgeschick geschah dann
sogleich als ich nur so aus Interesse den ALTN Gear Extend Switch drückte,
obschon dieser mit einem Guard gesichert ist, entriegelte schon der erste Druck
auf den Knopf das Fahrwerk manuell. Von Add-Ons wie der DF 727 bin ich gewohnt
mit dem ersten Klick den Guard zu heben und mit dem zweiten Klick dann den
gewünschten Schalter zu drücken. Dies ist ein Detail, welches schnell einmal zu
einer „ernsthaften“ Situation führen könnte, wenn man sich dessen nicht bewusst
ist.
Wie von der 767PIC gewohnt erscheinen beim Aufrufen der Maschine jeweils
Quick-Tipps, welche jedoch per Knopfdruck deaktiviert werden können.
Diese Quick-Tipps sind, wie nicht anders erwartet, in Englischer Sprache
verfasst und geben in mehreren Schritten diverse Tipps zur Bedienung und dem
Aufbau der 767 und dem Flight Deck wieder. Diese Quick-Tipps sind durchaus eine
gelungene und gute Idee, die jedoch eher an Neulinge gerichtet sind, da sie
keine wirklichen Informationen enthalten welche für Cracks von nutzen wären. Ein
kleiner Nachteil jedoch unterliegt dieser Umsetzung, es gibt kein eigentliches
Inhalts- oder Schlagwortverzeichnis welches einem direkt zur gewünschten Seite
führt, sondern der Pilot muss sich stes durch die einzelnen Pages durchwühlen.
Es besteht jedoch die Möglichkeit die Tipps auszudrucken und sich so eine
Sammlung der wichtigsten Tipps zur Seite zu legen.
Wie ihr seht sind dies wirklich nur Details und keine weltbewegenden Dinge, die
einem den Spielspass verderben würden

FMC
Besonders gespannt senken wir unseren Blick hinab auf das Pedestal und wenden
uns dort dem Flight Management Computer (kurz FMC) zu. Wie weiter oben bereits
erwähnt wirken die Bitmaps auf mich unverändert und von der 767PIC übernommen,
die Texturen der Tasten sind auch hier leicht verschwommen und nicht gerade
optimal geschärft. Ob hier ein Kompromiss zwischen guter Framerate und Qualität
gesucht wurde oder schlicht und einfach kein weiterer Aufwand hineingesteckt
wurde ist fraglich, von anderen Add-Ons sind wir uns hier sicherlich schärfere
und vor allem leserlichere Texturen gewohnt.
Doch weiter zu den Funktionen und Möglichkeiten des FMCs, um es vorweg zu
nehmen, es mangelt an nichts. Bis auf den Menüpunkt „ATC“ sind sämtliche
Sektionen wie in der Realität vorhanden und funktionieren dementsprechend. Wer
mit anderen Boeing-FMCs keine Probleme hat, der wird auch mit dem Level-D FMC
zurechtkommen. Schon beim ersten Flug dämpfte jedoch ein gewisser Punkt den
Spaßfaktor bereits um einiges, denn die Level-D 767 kommt fast ohne SIDs und
STARs (also Abflug- und Anflugrouten) daher. Zwar kann man diese ohne weiteres
per Hand in den FMC eingeben, bei einem Payware-Produkt dieser Klasse hätte man
jedoch ein wenig mehr Daten erwarten können. Oben im Bereich des Handbuches
hatten wir bereits angesprochen, dass man SIDs und STARs auch selber
programmieren kann. Dies gelingt nach der Anleitung des Handbuches auch
problemlos und Jedermann kann selbst seine Stammflughäfen mit sämtlichen
Prozederen ausstatten, um sich lästiges Programmieren zu ersparen. Aber auch
anhand von anderen Quellen kann man diese Datenbank aufpäppeln. Im Level-D
Flying Club ist ein Programm namens „Procio“ erhältlich, welches erlaubt SID/STAR-Dateien
in die endlose Prozedere-Liste aufzunehmen oder selbst erstellte Dateien zu
exportieren, um sie online zu stellen und anderen Simmern somit zu Verfügung zu
stellen. Unter dem Punkt „Procedures“ finden sich dort übrigens auch einige
Flughäfen, die man dann in seine persönliche Datenbank übernehmen kann. Als
weitere Seiten empfehlen kann man bei den Level-D Unofficial Ressources. Hier
findet man auch SID/STAR-Dateien, wenn auch noch von überschaubarer Menge, und
kann seine eigenen Dateien veröffentlichen. Die alten PIC767-Dateien, die bei
Navdata noch erhältlich sind, funktionieren übrigens nicht mehr in der neuen
Version. Fliegt man Online oder möchte stets auf der Stufe der Realität stehen,
ist der Donwload des aktuellsten AIRAC-Cycles notwendig, denn der anfangs
mitgelieferte hat schon einige Monate auf dem Buckel. Die neuen Cycles erhält
man - wie gewohnt - bei Richard Stefan auf
navdata.at.
Was bei der alten PIC einzigartig im Flugsimulator war, ist auch jetzt wieder
vorhanden: Die aktive Nutzung der Route 2 (RTE2) Funktion. Mit Hilfe dieser kann
man eine zweite Route völlig unabhängig von der ersten programmieren. Sehr
nützlich beispielsweise, um während eines Hinfluges bereits den Rückflug
vollständig zu Programmieren und sich damit einigen Stress am Boden erspart.
Diese Funktion ist zwar auch in der Realität bei der 737NG vorhanden, wurde aber
von PMDG nicht berücksichtigt.
Zum FMC ist kaum etwas anzufügen, es arbeitet wie gewohnt sauber und entspricht
exakt dem realen Vorbild.

Virtuelles Cockpit
War ich zu FS2002-Zeiten noch der Meinung, virtuelle Cockpits seinen
überflüssige Spielereien, so würde ich meine Einstellung spätestens jetzt
überdenken - was ich natürlich schon längst getan habe Wink. Das 3D-Panel der
Boeing 767 wurde sehr detailliert gestaltet: Es ist sauber texturiert,
vollständig bedienbar und wirkt deshalb auch extrem realistisch. Sogar einige
Elemente des „F/E-Panels“, einem Überbleibsel des Flugingenieurs-Arbeitsplatzes,
wurden umgesetzt! Die Proportionen der Schalter und Knöpfe sind übrigens sehr
stimmig: Hier fällt nichts aus der Reihe!
Und als ob das noch nicht genug wäre: Nein, noch nicht einmal die
Scheibenwischer versagen ihren Dienst; man kann für diese sogar zwei
verschiedene Geschwindigkeiten wählen – wie eben in der Realität auch!



In der „High-Quality-Variante“ des 3D-Panels wird der User übrigens noch von Wingviews und reflektierenden Cockpitscheiben verwöhnt! Nicht schlecht, was man hier alles geboten bekommt!

Zwei Wehrmutstropfen gibt es jedoch: Zum einen ist die Gauge-Updaterate eher
schlecht, sodass IFR-Flüge zu einem echten „Abenteuer“ werden… Wirklich schade,
denn die flüssige Animation der Instrumente im 2D-Cockpit hatte mir wirklich
Hoffnung gemacht! Zum anderen lässt sich der FMC nicht im eigentlichen Sinne
bedienen; er ist zwar "klickbar", dient jedoch nur dazu, den FMC aus dem
2D-Panel zu laden. Aber das ist ja noch verschmerzbar!
Insgesamt lässt sich auch hier wieder feststellen, dass Level-D einmal mehr
hervorragende Arbeit geleistet hat! Das virtuelle Cockpit setzt zwar nicht
unbedingt neue Standards, reizt aber die vorhandenen Möglichkeiten der
Designkunst vollständig – oder besser gesagt: bis ins kleinste Detail – aus!
Sound
Die Herzstücke der Maschine wurden bereits besprochen, nun ist der Sound an der
Reihe. Oft von den Herstellern ein wenig vernachlässigt, ist er doch ein
wichtiger Part eines Add-Ons, denn er sogt maßgeblich für das richtige Feeling
beim Fliegen. Im Prinzip könnten wir es nun kurz machen: Der Sound der Level-D
767-300 ist exzellent, um es mit einem Satz auf den Punkt zu bringen. Schließt
man beim virtuellen Flug die Augen vor der Bildschirmröhre, könnte man meinen,
man befände sich tatsächlich im Cockpit einer Boeing 767. Doch allein schon um
die grandiose Arbeit der Entwickler zu würdigen, gehen wir etwas mehr ins
Detail. Die Triebwerke klingen schön satt, man spürt förmlich die enorme Power,
die in den Triebwerken steckt. Auch die spezielleren Sounds, wie das Aus- bzw.
Einfahren des Fahrwerks sind vollkommen gelungen. Besonders imposant ist
Aufheulen der Reverser nach der Landung. Diesen Eindruck bestätigte uns auch der
reale 767-Pilot, der von einem äußert realen Umsetzung des Sounds sprach. Er hob
besonders die Geräuschkulisse beim Hochfahren der Triebwerke hervor. Äußerst
beeindruckt war er von dem realistischen Einfangen des kurzen Moments der Stille
bei einer gewissen Drehzahl, wenn man die Triebwerke hochfährt. Level-D
überrascht uns folglich auch im Sound-Bereich mit Liebe zum Detail und der
Umsetzung von Dingen, die dem normalen Simmer wahrscheinlich nie aufgefallen
wären. Die Sounds des First Officers, der Stewardessen und der Ground-Crew sind
wie erwartet gut gelungen. Bemerkenswert ist, dass man hierbei zwischen
verschiedenen Dialekten auswählen kann. So kann z.B. bei den Stewardessen
zwischen Jenny aus Kanada, Ana aus den USA, Maree aus Australien und Gina aus
Großbritannien je nach Geschmack und Airline gewählt. Summa Summarum gibt es in
diesem Bereich nicht einen einzigen Punkt zu beanstanden. Es gibt kaum ein
anderes Add-On, das mit dieser Klasse mithalten kann. Darum gibt’s für die
Level-D 767 10 von 10 möglichen Sternen in der Kategorie Sound.
Flugverhalten
Ein wichtiger Teil des Tests soll dem Flugverhalten des Fliegers gewidmet
werden, gibt Level-D doch im Werbetext an, dass die 767 ein äußert reales
Flugverhalten habe. Wie realistisch sich die 767 im Flugsimulator wirklich
fliegt und ob auch die Flugperformance der Realität entspricht, soll das
folgende Kapitel offenbaren.
Nein, heute vertrösten wir euch nicht mit dem Satz: „Wir sind noch nie in einer
Boeing 767 gesessen und können das Flugverhalten nicht beurteilen“. Für das 767
Review haben wir uns einen Experten ins Boot geholt, besser gesagt einem realen
First Officer, der für eine Schweizer Charterfluggesellschaft sowohl die 767,
als auch die kleine Schwester 757 pilotiert. Er unternahm mit uns einige
Testflüge und unterstütze uns tatkräftig in diesem Kapitel.
Bei den etlichen Flügen die unser Testgremium in den vergangenen Wochen
absolvierte, zeichnete sich ein immer deutlicheres Bild und eine immer exaktere
Beurteilung des Flugverhaltens der 767 ab. Grundsätzlich kann vorweggenommen
werde, dass sich das Flugverhalten der 767 dem des Vorbilds ziemlich ähnlich
sieht.
Wir wollen das Flugverhalten plus der Performance anhand eines fiktiven
Testfluges testen und beschreiben. Wie gewohnt finden wir uns am Gate wieder,
das Cockpit ist soweit vorbereitet und wir sind bereit uns zurückstoßen zu
lassen („prepared for push-back“). Und so machen wir uns auf die Reise…
Nachdem wir die Triebwerke gestartet haben, bewegt sich der Stahlvogel langsam
vom Fleck in Richtung Startbahn. Leider fällt uns hier schon die erste kleine
Ungereimtheit auf, der Thrust spricht viel zu schnell an, innert weniger
Sekunden ist die Power da und der doch immerhin 130 Tonnen schwere Vogel setzt
sich in Bewegung. In Realität sei dies anders, wenn auch nicht gravierend,
bestätigte uns unser Pilot. Ein Tipp der Redaktion wäre, die
Realitätsgradeinstellungen wie aber auch die Sensitivität des Schubhebels
entsprechend anzupassen, um die gewünschte reale Verzögerung zu erhalten.
Wir rollen vorbei an den vielen abgestellten und parkierten Maschinen und
erreichen rasch den Pistenanfang, wir können sogleich auflinieren und starten.
Hier ebenfalls ähnliches Bild wie beim Rollen, die Triebwerke sprechen zu
schnell an und die Power ist zu schnell da.
Der Startvorgang (= Take-off–Run) entspricht ziemlich genau der Realität, sowohl
in der Länge wie aber auch bei der Beschleunigung. Wir rotieren wie aus der
Realität gewohnt und ziehen wenige Sekunden später das Fahrwerk ein.
Sowohl der Pitch, als auch die Speed/Power-Settings entsprechen den Werten, die
unser Pilot aus der Realität gewohnt ist und so setzen wir den Steigflug auf
unsere Reiseflughöhe fort.
Zeitsprung: Wir befinden uns bereits im Anflug und sinken dem ILS entgegen, der
Autopilot wurde deaktiviert und der Pilot Flying pilotiert die Maschine von
Hand. Was hier auffällt ist, dass die Maschine leicht zu träge ist. In
Wirklichkeit ist die 767 beinahe ein sportliches Flugzeug und lässt sich auch im
Short Final mit den Quer-, aber auch dem Höhen- und Seitenruder schnell und
leicht korrigieren.
Abschließend kann von einer überaus gelungenen Umsetzung gesprochen werden, denn
nicht nur das Flugverhalten des Fliegers entspricht ziemlich genau dem realen
Vorbild sondern auch die Performancedaten. So lag der gerechnete Verbrauch nur
wenige Kilos über dem effektiven Verbrauch im Flugsimulator.
Somit kann Level-D Simulations im Bereich des Flugverhaltens nur gratuliert
werden, die Umsetzung kommt bis auf zwei kleinere Fehler wirklich äußerst exakt
an das reale Flugverhalten heran! Dadruch verdient sich Level-D 0,5 Extrapunkte
für die Endbewertung.
Performance
Trotz des hohen Detailgrades der 767 ist die Performance nicht schlecht. Die
FPS-Werte bewegen sich im Rahmen vergleichbarer Add-Ons, auch die Ladezeiten
sind nicht zu erheblich. Die genauen Werte finden sich, wie immer, in der
detaillierten Bewertung. Auch implementierte Level-D Mittel um gegen schlechte
Performance anzukämpfen, so kann man wie bereits oben geschildert, das virtuelle
Cockpit komplett abschalten oder zumindest den Detailgrad herunterzuschrauben,
was den Benutzenr leistungsschwacher Computer sicherlich zu Gute kommt. Und auch
die Auswahl zwischen zwei unterschiedlich ressourcenlastigen Texturenformaten
ist ein wirksames Mittel gegen schlechte Performance.
Support
Sowohl rasch als auch qualitativ - so kann man den Support Service von Level-D
beschreiben. Im Support Forum tummeln sich zahlreiche begeisterte virtuelle
767-Piloten, die stets freundlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Häufig
kommen auch die Entwickler selbst oder die Beta-Tester zu Wort. Eintritt in den
Support-Bereich des Forums haben übrigens nur Personen, die sich die Maschine
auch gekauft haben. Dies wird überprüft, indem man bei der Anmeldung (kann aber
auch später nachgeholt werden), seine ID-Nummer, die man auf der Festplatte im "Proof
of Purchase"-File nachlesen kann, angeben muss.
Vergleich des Außenmodells mit dem Project Openskys
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste 767 im ganzen Land? Bevor
wir zum Ende des Reviews schreiten, wollen wir es uns nicht nehmen lassen, das
Außenmodell der Level-D 767 mit dem der erst kürzlich erschienen Freeware
Project Opensky Boeing 767-300 v4 zu vergleichen. Lohnt es sich das Level-D
Panel mit dem Außenmodell von POSKY zu mergen, wie es oft zu Zeiten der alten
PIC gemacht wurde? Unbestritten ist wohl, dass beide Außenmodelle zu dem besten
zählen, was derzeit erhältlich ist. Grobe Schnitzer sind in beiden Fällen nicht
vorhanden, den Ausgang des Vergleiches bestimmen lediglich kleine Nuancen, die
dem einen noch einen Tick besser als dem anderen gelungen sind.

Starten wir mit dem Vergleich der beiden Außenmodelle: Zweifelsohne sind beide eine Klasse für sich, jedoch weißt das Außenmodell von Project Opensky eine Kleinigkeiten mehr auf. Das Fahrwerk macht bei der POSKY Version einen besseren Eindruck, haben die Räder dort nämlich die Lage, die sie in echt auch besitzen. Auch die Texturen der POSKY Variante machen subjektiv von der Qualität auf einen besseren Eindruck auf mich, als jene von Level-D. Allerdings liegt Level-D mit der Farbe der Realität näher als POSKY. Die Texturen jener sind zu grau geraten. Ihr seht, teilweise ist es auf der einen Seite besser, teilweise auf der anderen...

Blicken wir auf die Frontpartie der Maschine. Level-D wartet mit getönten und reflektierenden Scheiben auf und überliegt mit diesen dem Freeware-Designteam. Doch die eigentliche Modellierung der „Nase“ gelang Project Opensky noch ein kleines Stück besser. Zudem wurden die Rohre vom POSKY-Team detaillierter umgesetzt und werfen einen Schatten. Leichter Vorteil hier also wieder einmal für die Version von Project Opensky.

Auch bei den Texturen hat Project Opensky die Nase vorn. Zwar sind die
Aufschriften der Level-D-Variante qualitativ besser, beim Rest überliegt jedoch
POSKY. Die Texturen von Project Opensky sind um einiges detaillierter, machen
schlichtweg einen besseren Eindruck. Schön hier die Schmutzspuren, welche man
bei Level-D vermisst. Was Level-D Project Opensky dennoch vorraus hat, sind mehr
Details wie Antennen oder Rohre am Flugzeug.
Wir kommen zum Schluss, dass Level-D zwar ein exzellentes Außenmodell vorgelegt
hat, das Freeware-Team von Project Opensky jenes aber gar noch toppen kann. Das
Panel der Level-D mit POSKY Außenmodell zu mergen macht unseres Erachtens nach
jedoch keinen Sinn, denn obwohl das Project Opensky Außenmodell und Texturen ein
wenig besser sind, braucht sich auch jenes von Level-D nicht zu verstecken.
Positiv:
+ schönes Aussenmodell
+ Panel entspricht dem Vorbild, sowohl in den Funktionen wie auch in der
Aufmachung
+ Sehr realistisches Flugverhalten
+ Exzellenter Sound
+ Zusatztools funktional und übersichtlich
+ Recht gute Performance trotz hoher komplexität
Negativ:
- Panel-Bitmaps leicht unleserlich
- FMC Datenbank für Flughäfen sehr klein
- Panel Gauges teilweise einwenig zu klein
- Schlechte Gauge-Updaterate im VC
Fazit
Mit der "Neuauflage" eines Mythos hat sich das Level-D Team eine schwere Bürde
auferlegt, dennoch wurden sie zum allergrößten Teil den Erwartungen gerecht. Nur
ganz kleine Details ließen sich bemängeln und bis auf die leicht unleserlichen
Texturen im Cockpit und der nicht gerade berauschenden Wiederholungsrate der
Instrumente im VC kann man hier von einem Produkt sprechen, welches die
Messlatte ein weiteres Mal gehoben hat. Das Außenmodell, die Animationen und die
Texturen setzen ohne Zweifel zwar keine neue Standards, sind aber äußerst
ordentlich und ansehnlich. Wer vorher noch geglaubt die Qualität der grandiosen
PMDG 737NG ist nicht mehr zu toppen, der wird mit der Level-D 767 eines besseren
belehrt. Zwar nicht im Bereich des Außenmodells, dafür jedoch im Bereich der
Panels und des Realismus. Keine Frage deshalb, dass die Level-D alle 10 Sterne
abräumt (dem 0,5 Sterne Pluspunkt der Flugdynamiken sei Dank) und aus diesem
Grund auch den „Award for Excellence“ verliehen bekommt. Wir sind der Meinung,
dass die Level-D 767-300 das derzeit beste und realistischeste Fluggerät für den
Flugsimulator 2004 ist. Glückwunsch, Level-D! Wer es real mag, kann mit diesem
Produkt einfach nichts falsch machen. Für die knapp 40$ wird man ausreichend
belohnt.
Dennoch könnte man hier eine Grundlagendiskussion von neuem Beginnen, wie
realistisch dürfen/sollen Add-Ons für den Flugsimulator sein?
Die Level-D 767 simuliert praktisch alle möglichen Situationen bis ins Detail
und könnte so wohl beinahe als Verfahrenstrainer eingesetzt werden. Und hier
müsste man unserer Meinung nach ansetzten, die 767 ist so komplex, dass sie von
einem Piloten selber schlicht und einfach nicht safe geflogen werden kann.
Diese Frage muss sich jeder Simmer vor dem Kauf selber stellen, denn an der
Umsetzung liegt es nicht. Sie ist momentan das wohl beste Produkt für den
Flugsimulator schlechthin. Realistischer geht’s eigentlich kaum mehr.

Wir haben bereits in der Einleitung von einem Video gesprochen; hier ist es
also. Damit ihr die 767 ein wenig in Aktion erleben könnt, haben wir ein kurzes
Video für euch gestaltet, welches einen 767-Rundflug um St.Maarten zeigt, viele
Detailaufnahmen inklusive! Wir hoffen es gefällt euch...
Dauer: 2:05
Filegrösse: 9,2MB
Format: WMV
Download: hier!
Mehr Infos zu dem Flieger bei Level-D und bei Flight1.
CD-Version:
Flight1 Europe vertreibt in unseren Gefielden die CD- Version der Level-
D 767. Inzwischen gibt es bei Aerosoft auch eine deutsche CD-Version. Neben
einem gedruckten Handbuch bringt sie eine DVD von ITVV über die 767 mit. Gutes
Preis-/Leistungsverhältnis!
Erhältlich zum Preis von: 49.99€ (Mit DVD) oder 44.95$ (Ohne DVD).
Mehr Infos und Kauf:
Flight1
Aerosoft
Die Screenshots wurden unter Verwendung von Active Camera gemacht. Mehr Infos
über dieses grossartige Tool:
Klick
Sascha Gräfe, Sven Scharr, Sales Wick und Jorin Bonney für flugsimulation.com | Sascha im Impressum | Sven im Impressum | Sales im Impressum | Jorin im Impressum | Veröffentlicht am 28.02.2005 | Counter: 50311 Besucher
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