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Review: Digital Aviation Dornier Do-27

 

Jeder, der schon mal auf einem Flugtag war, sollte sie kennen: Die Rede ist von der legendären Dornier Do-27. Sie ist das erste deutsche Flugzeug, das nach dem 2. Weltkrieg in Grosserie gebaut wurde. Ganze 600 Exemplare wurden unter anderem an die Deutsche Luftwaffe und die Schweizer Luftwaffe geliefert, bis die Produktion 1965 eingestellt wurde. In den 70er und 80er Jahren wurde die robuste Einmot ausgemustert und fand bei privaten Besitzern ein neues Zuhause, heute fliegen allein in Deutschland noch über 60 Exemplare.
Die besondere Anziehungskraft, welche dieser Flieger innehat, spürte auch das Team von Digital Aviation und setzte den Oldtimer für den FS2004 um.

Kauf, Download & Installation:
Wie immer am Anfang einer Review, möchte ich mich hier mit denjenigen Dingen beschäftigen, die vor dem Abheben erledigt werden müssen. Die Rede ist natürlich vom Kauf und der Installation. Leider gibt es bisher nur eine Downloadversion, die mit 20,47€ zu Buche schlägt. Eine CD-Version soll in Kürze erscheinen. Vor der Installation müssen 130MB heruntergeladen werden. Die Installation an sich gestaltet sich dann einfach: Das automatische Installationsprogramm fragt lediglich einen Code ab und erledigt den Rest dann ganz von allein. Nach wenigen Minuten steht das Objekt der Begierde im Flugsimulator bereit.

Handbuch:
In dieser Review möchte ich das Handbuch ebenfalls an den Anfang stellen. Der Grund dafür ist, dass die Dornier über Funktionen verfügt, die Fehlbenutzungen meist übel enden lassen. So zum Beispiel Systemausfälle, die genau dann statt finden, wenn man die Dornier nicht richtig fliegt. Im Vorwort des Handbuches heisst es dazu, dass die meisten Flugsimulatorpiloten einen Flugstil hätten, der in der Realität früher oder später zu Problemen führen würde. Bei der Do kann man sich einen solchen Flugstil also nicht erlauben und um den richtigen Umgang mit diesem wunderschönen Flieger zu lernen, ist das Handbuch unverzichtbar.
Es besteht aus 5 Kapiteln mit den Themenbereichen 'Addon Operation', 'Limitations', 'Emergency Procedures', 'Normal Procedures' und 'Operation'. Alle 5 Teile sind hervorragend aufgemacht und sehr informativ geschrieben. Hervorragende Grafiken erleichtern das Verständnis und lockern den Text auf. Sehr viel lesen muss man übrigens nicht, um die Dornier gut zu verstehen, dennoch sollte man nicht ganz auf das Handbuch verzichten.
Insgesamt eine vorbildliche Dokumentation, nur eine deutsche Übersetzung würde dem Ganzen noch eine 'Sahnehäubchen' aufsetzen.

Auf das Aussehen kommt es an!?
Vor einem halben Jahr veröffentlichte Digital Aviation ein weiteres Produkt aus der Sparte der Allgemeinen Luftfahrt, die Piper Cheyenne. Schon damals war uns die hervorragende Qualität der 3D-Umsetzung des Aussenmodells aufgefallen. Ganz ähnliche Lobeshymnen kann ich heute auf das Modell der Do-27 singen: Schon auf den ersten Blick wirkt alles rund und stimmig. Bei näherem Betrachten sieht man die vielen Details, spürt geradezu die Liebe der Designer für diesen Flieger. Zu diesen Details gehören beispielsweise die Anlenkungen aller Ruder und sogar der Trimmruder, Antennen, Tankdeckel und Schläuche. Selbst vor dem Inneren des Motorraums machte Marcel Felde nicht halt.
Zum Lieferumfang gehören 6 Bemalungen, von denen 5 ein reales Vorbild haben. Die Ausnahme stellt eine Version mit N-Registrierung dar. Ebenso wie das Modell selbst, überzeugen die Texturen, mit denen es überzogen wurde. Dass es sich um einen Oldtimer handelt, kann man an den deutlichen Abnutzungsspuren gut erkennen, das Mass an Details genügt höchsten Ansprüchen. Wer mit den mitgelieferten Texturen noch nicht zufrieden ist, kann sich mit noch höher aufgelösten Varianten im Internet versorgen.
Wirklich lebendig wird die äussere Erscheinung aber erst durch die zahlreichen Animationen und zusätzlichen Gimmicks. Über das Kneeboard im virtuellen Cockpit lassen sich alle Türen öffnen, auch die Motorhaube. Auf Wunsch lassen sich auch noch weitere, sehr flugtagtypische Objekte am Flieger darstellen, beispielsweise ein Zelt, eine Infotafel und ein gemütlicher Hocker für den Piloten, der sonst auch im Simulator am Steuer zu sehen ist und sich aufmerksam nach anderen Luftfahrzeugen umsieht. Besonders aufgefallen ist mir auch das Beacon-Light auf dem Seitenruder, das langsam heller und wieder dunkler wird, ein sehr schöner Effekt.
Von diesem Modell, das in allen Bereichen zu überzeugen vermag, komme ich nun zu den Inneren Werten. Zunächst zum Instrumentenbrett.

2D-Panel:
Auf das 2D-Panel möchte ich nur kurz eingehen, da es lediglich für Flugsimulanten mit Performanceproblemen integriert wurde. Trotz dieses untergeordneten Status ist die Qualität hervorragend. Sehr übersichtlich wurden alle wichtigen Schalter und Instrumente auf das Hauptpanel verbaut, alle anderen Funktionen lassen sich über Unterpanels aufrufen. Die Unterpanels selbst lassen sich über eine praktische Iconleiste ein- und ausblenden. 2D Innenansichten gibt es nicht, was zu längeren Ladezeiten beim Blicken nach rechts und links führen kann. Dadurch wird der Performancevorteil teilweise wieder zunichte gemacht. Insgesamt sieht das 2D Panel also gut aus, durch 2D Innenansichten hätte man dem Performancevorteil aber noch konsequenter nutzen können.

Das Innere der Do:
Wie schon erwähnt, möchte das Digital Aviation Team eine möglichst authentische Umsetzung der Dornier liefern, sodass man tatsächlich das Gefühl hat, diesen Flieger in der Hand zu haben. Zu diesem Konzept gehört auch, dass der Flieger aus dem virtuellen Cockpit geflogen werden sollte, welches definitiv die wirklichkeitsnächste Cockpitumgebung im FS darstellt. Ähnlich wie bei der Sibwings Saab Safir legte man aus diesem Grund diesem Addon auch nur sporadisch ein 2D-Panel bei, das bei Bedarf aus dem Configtool aktiviert werden kann und nur für Simulanten gedacht ist, die Probleme mit der Performance haben.
Bei diesem virtuellen Cockpit gibt es auch gar keinen Grund, etwas Anderes zu tun. Die Modellierung ist auch hier perfekt und die Instrumente sind ganz modern dreidimensional umgesetzt, was nicht nur gut aussieht, sondern auch zur flüssigen Bewegung der Zeiger beiträgt. Alle Schalter sind ebenfalls modelliert und bewegen sich. Deren Ansteueung mit der Maus wurde hervorragend gelöst und ist meist intuitiv. Die Ausstattung des Vorbilds war übrigens eher mager, sodass es auch im FS-Modell beispielsweise keinen Autopiloten gibt. Zu den exzellenten Standardfunktionen gesellen sich auch im Innenraum eine Menge zusätzlicher Dinge. So funktionieren alle Notabwürfe der Türen, die Umlenkrollen der Steuerseile sind drehbar und über ein interaktives Kneeboard lassen sich zahlreiche Zusatzfunktionen steuern, auf die ich später eingehen werde.
Wo gehobelt wird, fallen Späne. Bei diesem Flieger heisst das: Wo sich ein grosser Motor bewegt, gibt es Vibrationen. Damit der FS-Pilot auch diese spürt, wackelt das Cockpit immer ein wenig hin und her, ein durchaus realistischer Effekt, dessen Intensität über das Setuppanel steuerbar ist.
Insgesamt bringt die Do einen Innenraum mit, der auf der ganzen Linie überzeugen kann, es gibt also tatsächlich keinen Grund, auf das 2D-Panel zurückzugreifen.

Die DO-27 erleben:
Bisher war es im Flugsimulator bei den meisten Addons möglich, einfach irgendwie loszufliegen. Auch bei völlig falscher Bedienung und bei Nichteinhalten der Betriebsgrenzen musste man nicht mit Ausfällen rechnen. Nicht so bei der Do-27-Umsetzung von Digital Aviation. Auf Wunsch lässt sich eine Art Ultrarealitätsprogramm zuschalten, das den Flieger 'fühlen' lässt. Es wird dann also wichtig, auf die Motortemperatur zu achten, die Klappen bloss nicht auszufahren, wenn die hinteren Türen geöffnet sind und vieles mehr. Als ich den Flieger zu Anfang ausprobierte, ohne das Handbuch zu lesen, musste ich bereits nach 20 Minuten wieder landen, weil der Motor brannte. Es kann aber noch zu zahlreichen anderen Fehlfunktionen kommen. Ist man dann wieder heile gelandet, kann man die entstandenen Schäden über eine interaktive Wartungsseite auf dem Kniebrett wieder reparieren. Wenn der Motor gebrannt hat, kann das auch schon mal länger dauern. Zu den Wartungsaufgaben gehören aber auch harmlosere Dinge wie das Auffüllen von Öl (die Do braucht 1/3l pro Stunde) oder das Putzen der Scheiben (sie wird durch Kollisionen mit unschuldigen Insekten tatsächlich verschmutzt).
Falls das einfache Herumfliegen doch einmal langweilig werden sollte, gibt es ein kleines Missionstool im Panel. Damit kann man virtuelle Fallschirmspringer laden, die dann in größerer Höhe selbstständig aus dem Flugzeug wieder aussteigen. Je nach dem, wie nah man dabei an der Stelle ist, an der man die Springer aufgenommen hat, gibt es bis zu 100 Punkte. Allerdings kann man all diese Vorgänge leider nicht sehen, dafür aber hören.
Durch all diese einmaligen Funktionen entsteht ein bisher unbekanntes Flugerlebnis. Man ist viel konzentrierter bei der Einhaltung der Betriebsgrenzen und simuliert den Flug mit einer Einmot so viel authentischer.

Geräusche:
Ganze 270PS werkeln unter der Haube der Do-27, und die sollte man natürlich auch hören oder besser noch spüren. Die Geräusche des Addons bieten beides. Der Motor klingt voll und satt und auch Wind, klackende Türschlösser und die vielen quitschenden Gelenke tragen zu dem Geräuschkonzert bei. Einfach perfekt!

Die Flugdynamiken:
Wie bei den meisten Reviews gilt auch hier, dass ich noch nie eine echte Do geflogen habe und die Flugdynamiken so schlecht auf ihren Realitätsgrad überprüfen kann. Das Flugverhalten des FS-Modells wurde in Zusammenarbeit mit Besitzern des Vorbildes zusammen entwickelt und sollte so, im Rahmen der Möglichkeiten des FS, durchaus realistisch sein. Auf unseren Testflügen verhielt sich die Do entsprechend der mitgelieferten Charts. Besonders interessant sind die STOL-Eigenschaften, die ebenfalls hervorragend umgesetzt wurden.
Insgesamt bereitet das Fliegen der Do-27 eine Menge Freude, die auch nach einigen Flugstunden nicht vergeht.

Performance:
Obwohl die Do keine besonders komplexe Avionik enthält, so ist sie doch vollgestopft mit neuartigen Funktionen, die Rechenleistung verbrauchen. Bereits im Handbuch warnt man vor möglichen Performanceeinbussen, im Configtool können durch die Herabsetzung der Auflösung der Instrumente aber Gegenmassnahmen getroffen werden. Überrascht war ich dann, als es bei mir im FS überhaupt keine Framerateeinbrüche gab. In der Aussenansicht und im virtuellen Cockpit waren durchweg 20 Bilder/Sekunde zu verzeichnen, der eingestellte Maximalwert. Auch beim Wechseln der Ansichten gab es keinerlei Probleme, es müssen kaum Texturen nachgeladen werden. Um das ermöglichen zu können, gibt es eine kleine Wartezeit, wenn man den Flieger in den Flugsimulator lädt, das kann aber verziehen werden. Generell ist die Performance also sehr gut.

Fazit:
Die Dornier Do-27, so versprach Digital Aviation bei der Veröffentlichung des Produktes, werde ein einmaliges, neuartiges Flugerlebnis bieten. Nachdem ich den Flieger nun einige Stunden lang getestet habe, muss ich feststellen, dass dieses Versprechen durchaus gehalten wurde, ich war sogar noch überrascht über die Umsetzung dieser neuen Features, die einfach nur Spass machen und keine Einschränkungen bedeuten. Wer weiterhin sorgenfrei fliegen möchte, kann die zusätzlichen Funktionen einfach abschalten. Aber nicht nur diese Funktion begeistert, auch der Rest des Addons ist von ausserordentlicher Qualität, was den Spielspass nochmals steigert. Es gibt keinen Grund, die Do-27 nicht zu kaufen!

Vorsicht: Die Downloadversion der Do-27 ist NUR für den FS2004!

Bewertung

Facts & Figures
Dornier Do-27
 
     
Hersteller
Digital Aviation
Preis
20.47€
Veröffentlichungsdatum
29.09.2006
Systemanforderungen gemäss Hersteller
Microsoft Flight Simulator 2004
Windows XP
Pentium IV 2,0 GHz (oder schneller)
1.0 GB RAM
3D-Grafikkarte mit 128 MB RAM (256 MB empfohlen)
Soundkarte
Download-Größe: 140 MB
Installations-Größe: 400 MB
Link zur Produktseite
Pro
Contra
-Hervorragendes Aussenmodell
-gut funktionierendes Panel in schönem Design
-Geräusche sind voll uns satt
-Gutes Handbuch
-neue Realitätsfeatures
-keine Framerateprobleme

-hier gibt es wohl nichts zu sagen
Einzelkriterien
Kommentar
Bewertung
Kauf, Installation und Einbindung
Der Preis ist gerechtfertigt, die Installation ist problemlos
Handbuch/Beilagen
mehrteiliges Handbuch, sehr informativ, gut gestaltet
Außenmodell, Texturen und Animationen
Hochauflösende Texturen und hervorragendes Design
2D-Panel
als Performanceverbesserung gedacht, nicht konsequent genug umgesetzt (Sideviews fehlen)
Virtuelles Cockpit / Cabin
flüssige Instrumente, gute Modellierung
Flugeigenschaften
Gut abgstimmte Flugdynamik, tolle Zusatzfeatures
Sound
Satter, voller Sound, viele Zusatzgeräusche, z.B. Türen, Ruder, ...
Performance
Etwas Ladezeit, sie ist systemabhängig
Innovativität
Neuartige Realitätsfeatures, z.B. Motorenausfall bei Nichteinhaltung der Betriebsgrenzen
Spaßbewertung/Langzeitmotivation
Das Fliegen mit der Do macht auch nach einigen Stunden noch Spass
Gesamtbewertung
Detailierte Bewertung
Auszeichnungen:

Die Dornier Do-27 verfügt über neuartige Funktionen, die das Fliegen sehr viel abwechslungsreicher und realitätsnaher machen.

 

 

Die gezeigten Screenshots sind durch die Verwendung von Walk and Follow entstanden. Walk and Follow kaufen - Review lesen

 

Jorin Bonney für Flugsimulation.com | Jorin im Impressum | Druckversion | Veröffentlicht am 18.01.2007 | Counter: 7566 Besucher

Kommentare
von Jorin
geschrieben am 16.07.2009 um 15:22:34
Hallo,

es handelt sich um Orcas Island von FSAddon.
LG,

Jorin
von Deegan
geschrieben am 16.07.2009 um 15:08:36
Bei dem letzten Bild startet die Dornier von einem sehr schönen Flugplaz. um welches Add on handelt es sich denn ?

 

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