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Review: Eaglesoft Columbia 400 Liberty XL2

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Eaglesoft, Spezialist für die Umsetzung von Geschäftsreiseflugzeugen, dürfte den meisten Flugsimulatorpiloten insbesondere wegen der Cessna Citation X ein Begriff sein. Das Addon erfreute sich auf Grund guter Flugeigenschaften großer Beliebtheit, und es bewies, dass Eaglesoft in der Lage ist gute Modelle und realitätsnahe Cockpits zu entwerfen. Seit nicht allzu langer Zeit umfasst das Portfolio der Addonschmiede auch kleine ein- und zweimotorige Flugzeuge, und die folgenden Zeilen sollen Aufschluss darüber geben, ob Eaglesoft auch mit der Columbia 400 und der Liberty XL hochwertige Addons geschaffen hat.

Zu erwerben ist die Columbia 400 direkt auf der Internetseite von Eaglesoft zum Preis von 32 Dollar, umgerechnet 24 Euro. Die Liberty XL kostet 23 Dollar oder 17 Euro. Beide Flugzeuge können entweder für den FS9 oder für den FSX erworben werden. Der Kaufvorgang und die Installation erfolgen per bekannter Flight1 Wrapper Methode. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte oder PayPal. Die Installation erfolgt erwartungsgemäß vollautomatisch und unkompliziert. Beide Addons werden mit zahlreichen PDF-Handbüchern ausgeliefert, die aus Bedienungsanleitungen, Checklisten und genauen Erläuterungen hinsichtlich der Avionik bestehen.

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Columbia 400

Die Columbia 400, deren Entwicklung auf der kleineren Columbia 350 und der früheren Lancair basiert, ist ein viersitziger Tiefdecker mit einem 310 PS-kräftigen Teledyne Continental Boxermotor. Die Reisegeschwindigkeit beträgt satte 235 Knoten, und mit der Reichweite von 1100 nm kommt man spielend von Kiel zur italienischen Stiefelsohle. Im Jahr 2000 absolvierte das einmotorige Flugzeug, welches fast gänzlich aus Verbundswerkstoffen besteht, seinen Erstflug. Im Jahr 2007 wurde der Hersteller für Bankrott erklärt, woraufhin die Flugzeugfertigung der Columbia-Reihe von der Cessna Aircraft Company übernommen wurde. Cessna bietet die Columbia 400 heute unter dem Namen Cessna 400 Corvalis TT an, und hat die Avidyne Avionik mit der Garmin G1000 Suite ersetzt. Da dieses Eaglesoft Addon noch vor dem Columbia-Untergang entwickelt wurde, findet man im Flugsimulator die Avidyne Avionik vor.

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Das Äußere

Ein erster Blick auf das Außenmodell der Eaglesoft Columbia 400 verrät, dass man es mit der Modellierung sehr genau genommen hat. Das Flugzeug wirkt formschön und -vollendet, und eine Fülle an Details wie Auspuffrohre und Staurohre sorgen für ein realistisches Erscheinungsbild des Addons. Die Kühllufteinlässe am Triebwerk, die Klappenaufhängung und das Fahrwerk wurden ebenso minuziös designt.
Die Columbia 400 kommt mit acht Bemalungen auf die Platte, die allesamt von hoher Qualität zeugen. Die Texturen sind gestochen scharf und lassen zudem schöne Reflexionen zu. Das native FSX-Modell lässt im "neuen" Simulator sogar Self-Shadowing zu. Einzig negativ ist mir die Ressourcenbelastung der Texturen aufgefallen, beim Wechsel in die Außenansicht brauchen sie ein paar Sekunden um sich aufzubauen, beim mehrmaligen Ansichtenwechsel kam es auf dem Testrechner zudem vor, dass manche Texturenteile überhaupt nicht mehr geladen werden konnten. Auch wenn meine XP3500 Single-Core-Hardware nicht zu den High End Systemen gehört, so ist dieses Problem bisher bei noch keinem Addonflugzeug aufgetreten. Piloten mit vergleichbarer Hardware sollten also behutsam und geduldig beim Sichtenwechsel vorgehen.
Um die Animationen in und um das Modell herum einfach steuern zu können hat Eaglesoft ein extra Subpanel in das Cockpit eingebaut. Hiermit kann der sich bewegende Pilot (mit oder ohne Sonnenbrille) auf seinen Platz gesetzt werden, das Gepäck ausgeladen werden und die Staurohrabdeckungen und Verzurrungen hinzugefügt werden. Das ist komfortabel und sieht gut aus. Die Flügeltüren lassen sich über die bekannten Tastaturbefehle öffnen. Natürlich wurden auch die Standardanimationen der Steuerflächen umgesetzt, allerdings ist der Bewegungsablauf der Klappen nicht flüssig.

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Das Innere

Das Interieur besticht ebenso wie das Außenmodell durch gute Texturierung, zumindest was das Instrumentenbrett und die toll gemachten feinen Ledersitze angeht. Die Kabinenwand und -decke hingegen wirken weniger ansehnlich, die Texturen sind hier blass und gezeichnet. Auch sind manche Stellen, die eigentlich rund sein sollten, zu eckig geraten - beispielsweise die Säulen am Rande des Instrumentenbretts, die darüber hinaus auch so groß sind, dass sie die Sicht nach außen einschränken. Auf realen Cockpitfotos von Cessna sehen diese Säulen zierlicher aus.
Die Columbia 400 kann ausschließlich aus dem virtuellen Cockpit heraus bedient und geflogen werden, und die solide Umsetzung der Gauges machen dies auch sehr einfach. Alle Schalter sind leicht erreichbar und die Instrumente gut ablesbar und flüssig im Ablauf. Nicht so flüssig wie im 2D Panel, aber in jedem Fall so, dass sicher geflogen werden kann. Die Avidyne Entegra Avionics Suite wurde schön gestaltet, die Bedienung ist leicht zu erlernen und auch ohne Blick ins Handbuch zu meistern. Die Suite besteht aus dem Primary Flight Display und dem Multi Function Display. Über mehrere Line Select Keys können beispielsweise Informationen zum Flugplan, zum Elektrik- und Systemzustand und zum Treibstoff aufgerufen werden. Ebenso können Checklisten und Flughafeninformationen angezeigt werden. Auch ein Garmin GNS430 GPS sowie einen Stec 55X Autopiloten haben die Eaglesoft-Tüftler eingebaut, die beide verlässlich funktionieren und für Microsoft-GPS-Kenner keine Herausforderung darstellen dürften. Der ebenfalls integrierte Garmin Transponder ist übrigens Vatsim-kompatibel.

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Sound und Flugeigenschaften

Der Motorensound der Columbia 400, laut Eaglesoft vom realen Pendant stammend, klingt kernig und kräftig und stellt eine glaubwürdige Geräuschkulisse dar. Bei Drehzahländerungen gehen die Sounds lückenlos ineinander über, Störendes wie Loops oder Knackgeräusche bleiben aus. Ein wenig länger und aufregender hätte der Triebwerksstart klingen dürfen, es kommt dem Anlassen eines Elektromotors näher als dem eines 310 PS starken Aggregats.
Positiv sind die Flugeigenschaften zu bewerten, der Einmot ist ein Flitzer, liegt aber stabil in der Luft bzw. in der Hand am Airbus-ähnlichen Sidestick. Rob Young, auch bei RealAir für die Flight Dynamics zuständig, hat hier saubere Arbeit geleistet und überlässt dem Sim-Piloten ein leicht zu fliegendes Flugzeug, in das man gerne einsteigt.

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Liberty XL2

Die etwas kleinere Liberty XL2 vom gleichnamigen Hersteller aus Florida ist ein nicht weniger interessantes und innovatives Flugzeug. Der zweisitzige Tiefdecker, der 2007 das erste Mal abhob, ist mit einem Teledyne Continental Motor mit 125 PS ausgestattet und schafft es bei einer gemütlichen Reisegeschwindigkeit von 113 Knoten 500 nm weit. Dies ist ausreichend für einen VFR-Tagestrip. Der Rumpf der Liberty XL2 besteht aus Verbundswerkstoffen, die Tragflächen hingegen aus Aluminium. Das besondere an der XL2 ist zweifelsohne ein Austattungsmerkmal, das diesen kleinen Flieger speziell für Anfänger und faule Piloten interessant machen dürfte. (...ich fühle mich also prädestiniert für diese Review!) Das mitgelieferte FADEC System (Full Authority Digital Engine Control) sorgt dafür, dass man sich weder mit der Gemischregelung, noch mit der Propellerverstellung auseinandersetzen muss. Das ist fortschrittlicher und komfortabler als beispielsweise bei der Columbia 400.

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Das Äußere

Das elegante und schnittige runde Erscheinungsbild der Liberty XL2 kommt beim Eaglesoft Addon sehr gut herüber. Die harmonische und stimmige Form des Rumpfes lässt keinen Raum für Kritik. Details wie das Dreibeinfahrwerk, die Staurohe und die Luftschraube wurden sauber modelliert. Mitgeliefert werden allerdings nur zwei verschiedene Bemalungen, die hinsichtlich der Farbgestaltung nicht sonderlich spektakulär aussehen. Aber die DXT3-Texturen sind genau wie bei der Columbia 400 extrem scharf und akkurat verarbeitet und vermögen sogar beim Walk-around aus nächster Nähe zu gefallen. Selbst kleine Schriftzüge wie das "No Step" auf den Klappen verschwimmen beim Heranzoomen nicht. Das nach oben öffnende Cockpitdach wird über die Standard-Tastaturbefehle betätigt, alle anderen Animationen werden auch bei der Liberty XL2 per Setup-Panel gesteuert. So lassen sich Pilot und Passagier ebenso hinzufügen (Ersterer bewegt seine Hand gemäß den Steuerinputs) wie Bremsklötze, Propellerfahnen und Verzurrungen. Auch lässt sich hiermit bei abgeschaltetem Motor der Ölstand messen, und man kann das Gepäck ein- und ausladen. Weitere besondere Animationen gibt es nicht. Es sei aber noch zu erwähnen, dass anders als bei der Columbia die Bewegung der Klappen flüssig von Statten geht.

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Das Innere

Beim Innenleben der Liberty XL2 kann man ebenso wie beim äußeren Erscheinungsbild vom nagelneuen Auslieferungszustand der Maschine sprechen. So sind keine Abnutzungsspuren vorzufinden, und man wagt sich nur mit gewaschenen Fingern an das Cockpit des Einmots heran. Alles wirkt sehr ordentlich und aufgeräumt, die Gurte sind verzurrt und eine Ausgabe des Plane&Pilot Magazins liegt auf dem Copilotensitz. Der Zustand des Flugzeugs ist demzufolge klar Showroom-tauglich. Anders als bei der Columbia sind nicht nur die Texturen auf der Instrumententafel qualitiativ ansprechend, auch sämtliche andere Bereiche des Liberty-Cockpits wurden mit gut aufgelösten Texturen versehen. Die Mittelkonsole aus Holz sieht ebenso gut aus wie der Fußraum, die Sitze und die Wandverkleidungen. Pedale und Steuerknüppel sind hierbei keine Ausnahme und zudem natürlich auch animiert.
Beim Blick auf die Instrumente fallen zum einen die große helle VM1000-Triebwerksanzeige unterhalb des Kurskreisels und das Garmin GNS430 GPS in der Mitte des Cockpits auf. Ersteres sieht ein bisschen wie ein digitalisierter Drehzahlmesser in einem Sportwagen aus und überwacht die Motorleistung. Alle Instrumente sind sowohl im 2D- als auch im 3D Cockpit dank ihrer übersichtlichen Anordnung und nicht zu geringen Größe gut ablesbar. Zu den Pop up Panels gehören neben dem Setup-Fenster die GNS-Konsole, und je ein Fenster mit dem Leistungshebel und einem Hobbs Meter.

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Sound und Flugeigenschaften

Auch bei diesem Flugzeug hat Eaglesoft laut Produktbeschreibung die Geräuschkulisse von einer echten XL2 aufgenommen. Für einen Einmot dieser Größe kommt der Triebwerksklang in jeder Leistungsphase stimmig herüber, die Audioqualität ist sehr klar. Auch das Anlassen klingt interessant, man hört die Mechanik und Elektrik arbeiten und zischen. Beim Triebwerksstopp fiel mir spontan mein letztes "Rasenmäherklinge über Bordstein" - Manöver ein. Windgeräusche, Warnsignale und der Öffnungsmechanismus der Flügeltüren sind ebenfalls auszumachen. Leider hat man nicht daran gedacht, die Schalterbetätigungen mit einem Klicksound zu hinterlegen.
Wer es fertiggebracht haben sollte, den flusifremden Mitbewohner oder Partner vor den Flugsimulator zu kriegen um "eine Runde zu drehen", dem sei als Schulungsflugzeug dieser Vogel hier wärmstens empfohlen. Schon das Startklarmachen ist im Handumdrehen erledigt, Batterie, FADEC, Treibstoffpumpe und der Anlasser sind zu betätigen, schon kann man abheben. Die Sicht nach draußen ist darüber hinaus vorzüglich, anderen Verkehr und das Wetter kann man so leicht im Auge behalten. In der Luft ist die XL2 agil, wendig, und sie reagiert prompt auf Steuerinputs. Auf der anderen Seite ist es ein gutmütiges Fluggerät, das auch den halsbrecherischen Lenkmanövern eines Anfängers verzeiht. Die Liberty fühlt sich zwar ein bisschen instabiler und responsiver an als eine Cessna 152, doch im Vergleich zur Cessna kann man sich voll und ganz auf das Fliegen konzentrieren, da man sich um die richtige Gemischeinstellung keine Sorgen zu machen braucht. Die Kurzstart- und Landeeigenschaften verleihen der XL2 außerdem die Möglichkeit, auch von kleinen Flugplätzen aus zu Sightseeingflügen aufzusteigen.

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Fazit

Während die Leistung der Columbia längere Überlandflüge möglich macht, so eignet sich die Liberty für gemütliche Sightseeingflüge oder für das Üben grundlegender Flugmanöver. Das Beste an den Addons sind die formvollendeten Modelle und die schönen Texturen, schade nur, dass sie zumindest bei der Columbia zu Lasten der Performance gehen. Die Instrumente lassen sich gut bedienen, und die Garmin Suite der Columbia 400 ist reich an Funktionen. Innovativ auch die Umsetzung des FADEC-Systems in der Liberty XL2. Mit den beiden kleinen einmotorigen Addon-Flugzeugen aus dem Hause Eaglesoft kann man den eigenen Hangar mit zwei interessanten und eher ungewöhnlichen modernen Flugzeugen erweitern, Prädikat empfehlenswert.

Bewertung

Facts & Figures Eaglesoft Columbia 400 Liberty XL2  
     
Hersteller: Eaglesoft Minibild
Preis: $32 (Columbia 400), $23 (Liberty XL2)
Veröffentlichungsdatum: 01.01.2007
Systemanforderungen gemäss Hersteller: keine Angaben
Link zur Produktseite: Eaglesoft Columbia 400 Liberty XL2
FS-Version(en): FSX, FS2004
   
Pro Contra  
     
- gut umgesetzte Modelle
- schöne Texturen
- gut zu bedienende Cockpits
- Columbias Performance ist problematisch
- Columbias VC wirkt teilweise unecht
 
     
Kriterium Kommentar
Bewertung
     
Kauf, Installation und Einbindung fairer Preis, Installation problemlos
Handbuch/Beilagen alles was man wissen muss, kann nachgelesen werden
Außenmodell, Texturen und Animationen tolle Modelle, fotorealistische Texturen
2D-Panel funktional und ansehnlich
Virtuelles Cockpit / Cabin Columbias Kabine weniger schön, ansonsten schöne VCs
Flugeigenschaften leicht zu fliegen, hoher Spaßfaktor
Sound glaubwürdige Wiedergabe der Triebwerkssounds
Performance Columbias Texturen und Garmin Suite ressourcenfressend, Liberty deutlich besser
Innovativität Setup-Panel zum Steuern der Animationen
Spaßbewertung/Langzeitmotivation gute Ergänzung des Privathangars, aber nichts Spektakuläres
     
Gesamtbewertung  
     
Auszeichnungen    
keine  
 

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Manuel Heinz für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 14.05.2009 | Counter: 3338 Besucher

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