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Review: CLS Douglas DC-10 für den FS2004 und FSX

 

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A real classic Douglas DC-10

Es gibt in der Luftfahrt wenige Dinge, die einen Enthusiasten so richtig überraschen können. Einer dieser Momente wäre wohl der Anblick einer echten DC-10 wenn sie vom Airport abhebt und sich nach oben windet, brüllende, rauchende Triebwerke benutzend während die Besucherterrasse, auf der man steht, zu vibrieren beginnt. Ich darf mich noch zu den wenigen glücklichen zählen, je eine DC-10 "live" gesehen zu haben, für die jüngere Leserschaft wird es wohl bei dem hier vorzustellenden Replikat bleiben. Eben ein Classic! Ob ich auch schon einer bin?

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History

Die DC-10 war das erste kommerzielle Flugzeug nach der Fusion von McDonnell und der Douglas Company. Ursprünglich als Twinjet geplant wurde ihr später ein drittes Triebwerk, ähnlich der Tristar von Lockheed zur selben Zeit, hinzugefügt, um auch von kürzeren Pisten starten zu können. Die erste DC-10 – 10 ging im Jahre 1971, am 5. Januar, in Dienst mit einem Flug Chicago – L.A. Launching Customers für die erste Version des Typs DC-10 waren American Airlines und United Airlines mit bestellten 25 Stück bzw. 60 Stück. Die DC-10 wurde schnell als die "domestic" Version bekannt, erlaubte sie doch nur Flüge von gut 6000 km. Die spätere 20er-Version bot bereits eine verbesserte Reichweite von gut 9000 km (7000 km Full Load), während die Version 30 schon gute 10000 km weit Fliegen konnte.
Folgende Versionen wurden produzert:


DC-10-10 (122 gebaut): Originalversion
DC-10-10CF (9 gebaut): Convertible Passagier/Cargo Flugzeug.
DC-10-15 (7 gebaut): Bekannt als "DC-10 Sport", konzipiert für Hot & High
DC-10-20 : Eine DC-10-10 mit Pratt & Whitney JT9D Turbofans.
DC-10-30 (164 gebaut): Die häufigste gebaute Version mit General-Electirc-Antrieb mit verbesserter Reichweite und einem dritten Hauptfahrwerk, wie es auch bei der MD-11 zur Anwendung kam.
DC-10-30CF (26 gebaut): Convertible Passagier/Cargo Flugzeug
DC-10-30ER (6 gebaut): Extended-Range-Version.
DC-10-30F (10 gebaut): All freight version with FedEx as only customer.
DC-10-40 (42 gebaut): Produziert von 1972 bis 1982, war sie die Langstreckenversion mit Pratt & Whitney JT9D Triebwerken.
KC-10A Extender (60 gebaut): Militärisches Tankflugzeug, abgeleitet von der Version -30
KDC-10 (3 gebaut): Speziell für die holländische Luftwaffe umgebaute Zivilmaschinen des Typs -30, im Einsatz als Tanker.
MD-10: Nachgerüstete Version und Neubenennung zu MD-10. Das neue Cockpit mit moderner Technologie erlaubt es Benutzern der MD-11 ein Common Type Rating zu haben, wie beispielsweise der Grosskunde Fedex. Ausserdem wurde die Position des Flight Engineers eliminiert, also ein 2-Mann-Cockpit.

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Aussenmodell und Texturen

Es wird gerade hell, als ich aus dem Briefingraum gehe und das Gebäude Richtung Apron verlasse um unsere neueste Errungenschaft zu begutachten. Die Silhouette lässt schon von weitem mein Herz höher schlagen, denn ich weiss, heute wartet richtige Power auf mich. Die Formen wurden von CLS wunderschön umgesetzt und das Modell kann durch seinen Detailreichtum überzeugen. Eigentlich keine Überraschung, wenn es um Produkte dieser Add-On-Schmiede geht. Die Fluggasttreppe ist bereits angedockt und die vordere Passagiertür steht offen. Unser Techniker wird wohl noch einige Checks und Vorbereitungen vornehmen. Die Triebwerke wirken riesig und auch hier versprüht die Maschine ihren 60er-Charme. Bigger is better! Noch näher am Flugzeug sehen wir dann die kleinen, feinen Details. Static Ports, Pitotrohre sind schön gezeichnet, die Fahrwerke können ebenfalls punkten. Das Add-On kann mit einigen Animationen aufwarten. So lassen sich bei allen Versionen die unterschiedlichsten Türen öffnen und bei der Frachtmaschine kann man sogar einige geladene Standard-Container entdecken. Wer im FS die Push-Back-Funktion benützt, wird ein Tug beobachten können, welches unsere Maschine gemächlich rückwärts schiebt. Weitere Animationen gehören zum heutigen Standard und sind schon fast keine Erwähnung mehr wert: Flaps, Ailerons und Höhen- wie Seitenruder sind äusserst gut umgesetzt und verrichten ihre Arbeit realistisch animiert.

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Die Texturen sind sehr vielfältig und präzise gezeichnet. Es wird sich für jeden Geschmack eine entsprechende Bemalung finden. Leider ist es auch CLS nicht immer gelungen, die DC-10 auch etwas älter aussehen zu lassen. Immerhin hat die Kiste 40 Jahre und mehr auf dem Buckel! Was ich damit sagen will; die Texturen hätten hier und da einige Ölflecken oder Schmutzspuren mehr vertragen. Wahrscheinlich wollte man das gute Stück aber einfach in seiner Glanzzeit repräsentieren. Zum Schluss dieses Abschnittes kann ich noch mit einem Typ aufwarten, wer nicht schon selber die Lösung gefunden hat: Bei der Aussenansicht, oder beim Wechsel zu dieser Ansicht, werden User mit weniger leistungsstarken PCs feststellen, dass die Texturen enorm Performancehungrig sind und manchmal Sekunden vergehen, bis die Livery dargestellt wird. Das Problem liegt daran, das CLS alle Texturen im 32-Bit-Format abspeicherte. Ein Format, welches mehr Rechenleistung erfordert als andere. Abhilfe konnte ich bei mir mit einem einfachen Mittel schaffen. Mit einem der gängigen Converter-Tools habe ich die Texturen schnell ins DXT3-Format konvertiert und siehe da, das Problem hatte sich gelöst. Ich weiss nicht, ob CLS seit meiner Installation dieses Problem erkannt und gebannt hat. Aber das wird jeder von euch selbst schnell entdecken.

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Panel

Setzen wir uns hin und schauen uns die Maschine mal von innen an. Auf den ersten Blick kommt hier sogleich 70er-Atmosphäre auf. Wir sehen ein typisches Cockpit wie es Anno dazumal auch Gang und Gäbe war. Keine Spur von Glasscockpit oder Bildschirmen. Alles wurde originalgetreu im "Uhrenladenstil" umgesetzt. So ist es vor dem ersten Flug denn auch ratsam, sich zuerst einmal jede Anzeige und jeden Hebel/Knopf genau anzusehen, damit man dann weiss, was wo gefunden wird und welchen Hebel ich wo drücken muss. Viele Informationen finden sich auf verschiedene Unterpanels verstreut. Kein Wunder, dass diese Maschine ein 3-Mann-Cockpit hat. Über die gewohnte Kombination Shift+Zahl lassen sich die verschiedenen Unterpanels öffnen. Das Panel gesamthaft gesehen wirkt sehr aufgeräumt und es ist einfach einen Überblick zu gewinnen. Zu viele technische Wunder sollte man bei CLS nicht erwarten. Sie sind ja nicht bekannt für hochkomplexe Systemsimulationen aber das ist auch gerade bei der DC-10 gut, da ansonsten ein Mann nie ausreichen würde um die Arbeit von dreien zu machen. Man versteht sich. Schade finde ich trotzdem, dass das Panel so sauber und ungenutzt daherkommt. Es wirkt geradezu steril. Wenn ich in ein Cockpit der 70er gehe erwarte ich eigentlich – mehr Dreck! So pflegte es ein hiesiger Rocksänger zu sagen. Diese Sterilität setzt sich auch im 3D-Panel fort. Dennoch darf man sagen, dass die Anzeigen und gut leserlich sind und die Atmosphäre treffend umgesetzt wurde. Grösster Bonus gegenüber den anderen CLS-Produkten ist, dass sich die Truppe schon mal die Mühe gemacht hat, ein wenigstens rudimentäres FMC einzubauen.

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Auch hier darf der Kunde, also wir, nicht das technische Highlight schlechthin erwarten, aber es lassen sich immerhin die MSFS Flugpläne abfliegen wie auch die SIDs und STARs desselben. Ausserdem gibt es noch einige kleine Zusatzfeatures, man nenne z.B. eine einfache Fuelkalkulation, welche dieses FMC aufweist. Das gute Stück spricht dann aber schon wieder dafür, dass die hier erworbene DC-10 ein Kind der neueren Zeit sein muss, da ansonsten ein schlichten INS-System realistisch wäre. FMCs wurden ja erst später en vogue. Um ein Fazit für das Panel zu sprechen, ich finde CLS hat wie immer einen guten Kompromiss gefunden zwischen Optik und Funktionalität ohne auf einschneidende Realitätsnähe zu pochen.

Sound

Der Abschnitt wird kurz; Soundmässig finde ich, hat CLS ebenfalls solide Arbeit geleistet. Trotz meiner faden Erinnerung an eine fliegende DC-10 sagt mir mein Bauchgefühl, dass sie in etwa so geklungen haben muss. Ich finde auch die Sounds im Cockpit passend und stimmungsvoll. Die Maschine ist schlussendlich ein lärmendes Monstrum wie es sein soll.


Flugeigenschaften und Systeme

Jetzt bin ich natürlich gespannt. Wir stehen noch auf dem Vorfeld unseres Wartungsflughafens. Geplant ist ein Flug von Prestwick (EGPK) nach Hamburg (EDDH) für das Ausrüsten der Kabine bei LHT. Mit an Bord nehmen wir nur den nötigen Sprit und ein paar Techniker. Grundsätzlich gilt wie immer; da sowohl mir als auch den meisten von euch wohl die Erfahrung und das Wissen, eine echte DC-10 zu fliegen, fehlt, versuchen wir die Dynamics einfach nach bestem Wissen (Manual) und Gewissen zu beurteilen. Der Flug dauert ca. 1,5 Stunden und abschliessend sehen wir mal, was dabei rauskommt. Gleichzeitig schauen wir natürlich auch noch etwas genauer auf die Funktionen und die Funktionalität des Cockpits/Panels.

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Schon beim Start, sprich anlassen der Triebwerke, ist schnell ersichtlich, dass CLS grossen Wert auf ein authentisch aussehendes Cockpit legt, jedoch der Freude nicht mit kompliziert realistischen Prozeduren Abbruch tun will. Es gibt viele Knöpfe auf den Panels und Unterpanels. Jedoch die Wenigsten sind mit Funktionen versehen. Schon das taxeln zeigt, das die Dynamics recht ausgefeilt sind. Das Gewicht der Maschine kommt gut rüber, braucht sie doch einiges an Schub, bis sie sich schwerfällig in Bewegung setzt, aber Vorsicht! Wenn sie mal rollt, tut sie das auch und ist nicht mir nichts dir nichts zu bremsen. Das Handling am Boden ist ausgesprochen gut. Trotz ihres Gewichts lassen sich die Kurven einfach meistern und es ist auch möglich, die Maschine beinahe an Ort und Stelle zu drehen, was ein Back-Track umso einfacher macht. Wir setzen Startleistung und wie schon vorher, setzt sie sich langsam in Bewegung um dann rasend schnell an Fahrt aufzunehmen. Die Kraft ist auch hier gut zu spüren und der Sound trägt seiniges zum Feeling bei. Die Maschine steigt ohne Probleme und der Autopilot, welcher recht intuitiv gestaltet ist, spielt ausgezeichnet mit. Auch fliegt er den Kurs des rudimentären FMS genau ab. A propos FMS: wie schon erwähnt, wird der System-Fetischist nicht das finden was er sucht. Microsoft Standardflugpläne (SID, STAR) kann es bewältigen ebenso die Berechnung der V-Speeds und das Anzeigen des Fuelstatus. Das war's dann auch schon. Dafür muss ich nicht zig Seiten Handbuch durchgehen, bis ich in der Luft bin. Dabei sei doch noch erwähnt; CLS bietet als Download ein Downgrade an, sprich, es ist möglich, das FMC durch ein INS zu ersetzen um danach „authentischer“ zu navigieren. Dieser Download ist kostenlos für alle DC-10-Käufer. Jedoch verzichte ich auf einen Test dieses Mini-Add-Ons, da es nicht Bestandteil des Produktes an sich ist.
In der Luft, schalte ich den AP mal aus, um zu sehen, wie das Flugzeug manuell zu fliegen ist. Sie wirkt recht agil, jedoch nicht so, dass es unrealistich wirkt. Es ist schön, diese Maschine von Hand zu fliegen, und einmal sauber ausgetrimmt, gelingt es mir spielend leicht, den geplanten Kurs zu fliegen. Ich beschäftige mich noch so mit den Unterpanels und dabei fällt mir auf, es gibt sogar eine Fuel-Dumping-Funktion! Super. Doch ein Spürchen Realismus.
Langsam nähern wir uns unserem Ziel. Die Maschine ist nach wie vor einfach und intuitiv zu bedienen und macht auch beim Approach auf EDDH keinerlei Anstalten. Ich habe bei den FDs keinerlei grobe Schnitzer entdeckt; jedenfalls nichts, was einem Laien auffallen müsste. So finde ich auch den Fuel-Verbrauch für diesen kurzen Flug äusserst sinnvoll. Auf längeren Strecken gilt es diesen noch auf’s Exempel zu testen. Im Final fliege ich wieder manuell und die Maschine kann ich bereits im ersten „echten“ Anflug butterweich auf der Centreline aufsetzen. Gekonnt eben.

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Fazit

Wie immer überzeugt das Produkt von CLS auf den Gebieten, die sie auch offenkundig als ihre Stärken anpreisen: Tolles Aussenmodell, saubere und gekonnte Texturen, ein einfaches aber frustfreies Panel und gut ausbalancierte Flight Dynamics. Die Maschine macht wirklich Spass. Wer nach einer authentischen System-Simulation einer DC-10 sucht ist hier falsch. Wer aber ein Kraftpaket nach wenigen Minuten meistern möchte und Spass am Fliegen hat ohne grosses Panel-Geklicke und sich an einem tollen Modell erfreuen möchte, dem ist CLS DC-10 wärmstens zu empfehlen.

Bewertung:

Facts & Figures
DC-10
 
 
Hersteller
CLS
Preis
29.95€
Veröffentlichungsdatum
22.3.07
Systemanforderungen gemäss Hersteller
1.6 GHz AMD or Pentium
512 MB RAM
128 MB Video Card
1.3 GB Harddisk
Link zur Produktseite
 
Pro
Contra
 
 
-Schönes Aussenmodell
-Tolle Texturen
-Angenehmes Flugverhalten
-Sound klingt echt

-wenig Systemtiefe (kann auch als Plus gesehen werden)

 
Einzelkriterien
Kommentar
Bewertung
 
Kauf, Installation und Einbindung
Der Preis ist gerade obere Limite für das, was geboten wird
Handbuch/Beilagen
90-seitiges Tutorial, alles dabei
Außenmodell, Texturen und Animationen
Sehr guter CLS-Standard
2D-Panel
Übersichtlich und einfach, keine Systemsimulation
Virtuelles Cockpit / Cabin
Weniger brauchbar
Flugeigenschaften
Macht Spass
Sound
Klingt echt
Performance
Keine Einbrüche, bei schwächeren Rechnern sind die Aussentexturen sehr performancehungrig
Innovativität
Nichts aussergewöhnliches
Spaßbewertung/Langzeitmotivation
Hält eine Weile in der Luft
 
Gesamtbewertung
Auszeichnungen:
keinen
 

 

Yves Kaulitz für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 17.12.2007 | Counter: 8804 Besucher

Kommentare
von KR
geschrieben am 18.02.2010 um 18:21:15
Auch wenn die CLS DC 10 nicht wirklich viel Systemtiefe besitzt, muss man doch sagen das dieses Flugzeug die einzige realistische DC 10 ist.
Obwohl ich auch eher der PMDG 747, RFP 747, LVLD 767, etc. flieger bin, fliege ich auch gerne diese Flugzeug.
Ich kann es allen DC 10 Freunden empfehlen.

MFG

 

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