NewsReviewsArtikelRubrikenAirlinersearchForumImpressum

Review zur Cirrus SR20 G2

Zum Original

In der General Aviation gibt es Neuigkeiten. Lange Jahre waren fast nur Cessna und Piper die großen Lieferanten von kleinen 2- oder 4-sitzigen einmotorigen Sport- und Reiseflugzeugen. Inzwischen hat sich das geändert und an Namen wie Cirrus, Diamond, Maule oder Socata hat man sich schnell gewöhnt, nachdem ihre Produkte das Bild auf den kleinen Flugplätzen verändert haben.

Cirrus Design begann im Jahre 1984 in Baraboo/Wisconsin mit dem Bau und Vertrieb von Kit-Flugzeugen, also Maschinen, die in einem großen Bausatz angeliefert wurden. Die stolzen Besitzer schraubten ihre Flugzeuge dann selbst zusammen oder beauftragten Firmen wie Cirrus mit dem Zusammenbau. 1994 wurde das alte Firmengelände zu klein und so erfolgte der Umzug nach Duluth/Minnesota.
In dieser Zeit begann die Konzeption für das erste eigene Flugzeug, die SR20, der bereits im Jahre 1998 die FAA-Zulassung erteilt worden ist. Im Jahr 2000 folgte die SR22. Sie ist gegenüber der SR20 eine Weiterentwicklung in Composit-Bauweise und mit einer höheren Nutzmasse. Beide Maschinen sind ausgestattet mit einem Sicherheitssystem eigener Konstruktion (CAPS – Cirrus Airframe Parachute System). In der Version G2 erhielten sie ein „Glascockpit“ ähnlich dem der großen Airliner. Es gibt ein Primary Flight Display sowie ein MFD mit vielen nützlichen Funktionen... das Avidyne Flightmax Entegra.

Hier geht´s zu Cirrus: Klick
und hier zu Avidyne: Klick

Kauf und Installation

Die Firma Eaglesoft, bisher durch die Umsetzung einer ganzen Reihe von Geschäftsreiseflugzeugen für den Flusi bekannt, hat sich jetzt der SR20 G2 angenommen. Seit dem 26.8.05 kann man dieses schöne Sport- und Reiseflugzeug in einer ordentlichen Umsetzung für den FS 2004 zu einem Preis von

29.95 Dollar erwerben.

Hier geht es zu Eaglesoft: klick


Der erste Download von rund 30 MB beinhaltet den „Wrapper“ und nach der Eingabe der Daten und der Kreditkartennummer erfolgt die Installation. 172MB an Daten machen sich auf der Festplatte breit, eine ganze Menge für so ein kleines Flugzeug. Die eigentliche Installation erfolgt vollkommen reibungslos und das Flugzeug findet sich beim Start des Flusi unter „Cirrus“ im Auswahlmenü.

7,45 MB der Installation umfassen die Dokumentation mit 124 Seiten, die in 5 einzelne Manuals im PDF-Format aufgeteilt sind. Nanu – keine Checklisten oder Performance-Daten, was hat das zu bedeuteten? Die Erklärung erfolgt später... Leider werden die Handbücher nur in den Flugzeug-Ordner kopiert und eine Verknüpfung auf den Desktop oder in die Rubrik „Programme“ erfolgt nicht. Ich hätte mir gewünscht, nicht nur die Systeme der Maschine würden beschrieben, sondern die Entwickler wären mehr auf das Flugzeug selbst, seine Performance und „wie man das Flugzeug richtig fliegt“ eingegangen.


Außenmodell und Texturen

Es gibt lediglich eine Maschine, die N200SR in 3 verschiedenen Bemalungs- und Detailvarianten. Die Texturen selbst bieten keinen Grund zur Klage und sind auch nachts ansehnlich. Die geometrischen Proportionen und die Optik des Modells können überzeugen. Da ist nichts, was den guten Eindruck stört. Mich irritiert, dass die Maschine nur an den Tragflächen Positionslichter hat, aber nicht am Heck. In Deutschland ist dies verbindlich vorgeschrieben, aber diese Maschine ist ja in den USA registriert. Original-Aufnahmen von US-Flugzeugen zeigen ebenfalls kein Positionslicht am Heck. Der Landescheinwerfer ist nicht überdimensioniert, sondern vollkommen ausreichend. Ein Paintkit habe ich auf der Site von Eaglesoft nicht gefunden, hoffe aber, dies wird sich ändern. Das Flugzeug sieht übrigens fabrikneu aus, Gebrauchsspuren fehlen. Das kann man den Entwicklern aber in diesem Fall wohl nicht vorwerfen.

Auch die Nachttexturen sehen annehmbar aus. Es ist ein Erlebnis, die Cirrus mal nachts zu fliegen...

oder?

Innenraumgestaltung

Die Kabine des Flugzeuges ist hübsch gestaltet und zeigt uns auch hier ein neues, beinahe noch werkfrisches Flugzeug ohne augenfällige Gebrauchsspuren. Das ist zumindest möglich, denn diese Variante ist noch nicht lange auf dem Markt und so teure kleine Flugzeuge wie diese werden von ihren Besitzern gehegt und gepflegt. Es gefällt mir, dass die Avionik-Suite sich beim Blick in der 3D-Sicht so präsentiert, wie sie gerade im 2D-Panel konfiguriert wurde. Mann kann im 3D-Modus übrigens prima mit dem Rad der Mouse hin- und herzoomen, wodurch immer wieder interessante Perspektiven entstehen. Man hat ja genug Zeit dazu, denn die Avionik-Suite und der Autopilot lassen einem auch im Flug Zeit für solche Spielereien.

Animationen

Wenn man „cold and dark“ startet und mal in die Außenansicht schaltet, sieht man ein abgestelltes und verzurrtes Flugzeug mit Gepäck daneben und keinen Piloten. Der Ölstand wird gerade geprüft, jedenfalls ist die Wartungsklappe geöffnet.

Mit der Tastenkombination Shift+9 gelangt man zu einem Menü, wo man dann sein Flugzeug äußerlich startklar machen kann.

Ansonsten erwarten den virtuellen Piloten keine Überraschungen. Alle üblichen Animationen wie das Bewegen der Fahrwerke, Klappenregulierung und das Öffnen der Türen sind natürlich vorhanden.

2D/3D-Panel

Das ist der eigentliche Clou dieses Flugzeuges. Das Avionik-Paket Avidyne Flightmax Entegra wird in vielen seiner Funktionen (aber nicht in allen) nachgebildet und zeigt uns, das auch in ein kleines, viersitziges Flugzeug mit Kolbenmotor nicht unbedingt Doseninstrumente, sondern auch ein modernes Glascockpit eingebaut werden können. Das Instrumentenbrett beinhaltet 2 Bildschirme und einige Sekundärinstrumente, sowie die beiden GPS, den Autopiloten und den Transponder. Die Bildschirme sind einzeln aufrufbar und füllen dann den gesamten Bildschirm. Die Benutzerführung des Flightmax Entegra ist eingängig und die Grundfunktionen ohne Handbuchstudium in der Praxis erlernbar.

Etwas habe ich allerdings lernen müssen. Diese Instrumente brauchen im Gegensatz zu herkömmlichen immer einige Zeit zu Initialisierung. Das zeigt sich im Cockpit folgendermaßen:

Wenn es dann soweit ist, ändert sich das Bild.

Auf dem anderen MFD findet sich nach dem Statusbericht die Kraftstoff-Anzeige wahlweise in Gallonen oder Liter.

Angenehm ablesbar auch ohne die Vergrößerung sind die Triebwerksinstrumente. Durch die farbigen „Säulen“ ist man stets über den Zustand des Treibwerks rein optisch im Bild.

Eine Besonderheit im rechten MFD ist die Map-Funktion mit integriertem TCAS. Das TCAS schlägt auch akustisch Alarm, wenn sich etwas in der Umgebung tut, auf das man vorbereitet sein sollte. Auf einem Flug von Miami nach Tampa schlug das TCAS nach dem Start im Minutentakt an und auch im Luftraum über Rio fühlte man sich gut bewacht.

Eine Baron fliegt über uns...

... und wird im TCAS dargestellt... (Raute fast direkt unter dem eigenen Flugzeug)

Insgesamt würde ich im Flug und vor allem bei der Landung dem 2D-Cockpit gegenüber der §D-Ausführung den Vorzug geben, denn es gibt ein nicht zu unterschätzendes Problem damit: die Performance. Im 3D-Cockpit sackt die Frame-Rate nicht unbeträchtlich ab. Auch die Ablesbarkeit und die Funktionalität sind im 3D-Cockpit nicht so gut, da die Anzeigen für meinen Geschmack zu klein sind. Da ich aber nur eine Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten benutze, ist dies mit höheren Auflösungen sicher besser, die Performance geht jedoch noch weiter herunter...

Aber es sieht natürlich edel aus.

Sound

Hier gibt es nichts Negatives zu berichten. Der Triebwerkssound ist gut und glaubwürdig, eventuell ein wenig zu zahm. Im Cockpit gibt es ein sattes Geräusch, wenn man Schalter umlegt oder wenn die Klappen ausfahren. Besonders gut gefällt mir das warnende „Traffic! Traffic! Des TCAS.

Performance

Hier gibt es ein wirkliches Problem zu vermelden. Wie bereits angedeutet, ist das „Vollmodell“ mit 3D-Cockpit ein ziemlich leistungshungriger Flieger, die hungrigste Einmot, die mir bisher begegnet ist. Deshalb ist es vernünftig, auf das 3D-Cockpit bei Flügen über Stadtszenerien und ähnliche Dinge lieber zu verzichten. In der „Lite-Ausführung“ kann man dagegen unbesorgt fliegen und braucht nicht davon auszugehen, dass es Einbrüche geben wird. Dies gilt auch bei Nachtflügen.

Aerodynamik und Flugeigenschaften

Das Modell der Cirrus SR20 G2 ist ein angenehm zu fliegendes und nicht unsportliches Flugzeug. Positiv aufgefallen ist mir die Steiggeschwindigkeit und die für einen Tiefdecker mit festem Fahrwerk hohe Reisegeschwindigkeit. Die Abstimmung der Ruder ist gut. Wendig ist die Cirrus ebenfalls, hat aber die unangenehme Eigenschaft beim Kurvenflug mit Autopilot nicht die Höhe halten zu können, wenn man nicht rechtzeitig und anständig Gas gibt. Start und Landung sind keine große Sache und auch mit eher rauen Landebahnen gibt es keine Probleme.

Eine Besonderheit: CAPS – Cirrus Airframe Parachute System

Bisher kannte ich den Rettungsfallschirm nur bei Ultraleicht-Flugzeugen, aber unsere kleine Cirrus hat so etwas auch ... und es funktioniert sogar...

Die Bewertung dieser Maschine ist mir nicht leichtgefallen. Wundervolles Design und ein bemerkenswertes Cockpit sind da auf der einen Seite, Performance-Probleme auf der anderen Seite gegeneinander abzuwägen. Es erscheint angemessen,

zu vergeben, obwohl die Optik und das tolle Cockpit sicherlich eine höhere Wertung zugelassen hätte. Aber auch auf weniger leistungsfähigen Computern sollte ein kleines GA-Flugzeug ohne Einschränkungen fliegbar sein. Da liegt leider das Problem.

Ausführliche Bewertung

Fazit:

positiv:

- leistungsfähiger kleiner Tiefdecker mit guten Flugeigenschaften.
- Avidyne Flightmax Entegra Avionik-Suite ist gut nachgebildet und bedienerfreundlich, fehlende
Funktionen werden als Update angekündigt. (Moving Map, Wetterdarstellung im MFD)
- TCAS ist integriert
- gute Sichtverhältnisse im 2D-Cockpit
- beachtliche Dokumentation über die einzelnen Systeme des Flugzeuges.

negativ:

- Nur eine Kennung und 3 Livreen für ein Full- und zwei Lite-Flugzeuge
- man braucht einen starken Rechner. Die Performance ist nicht sonderlich beeindruckend.
(Dies gilt nur für die Full-Ausführung)
- die Checklisten und Leistungsdaten werden zwar als Menüpunkt im rechten MFD angezeigt,
scheinen aber zu fehlen.
- In der Dokumentation hätte ich mehr Infos zum Flugzeug selbst, nicht nur zu seinen Systemen
erwartet.

Fazit:

An diesem Flugzeug werden sich die Anwender reiben und es wird keine einheitliche Auffassung geben. Hauptproblem ist die Performance des Vollmodells. Auch die Verfechter klassischer Instrumentierung bei GA-Flugzeugen werden diesen Trend nicht gern sehen.

Ich schätze diese Maschine und hoffe, dass die fehlenden Angaben auf der Site Checklisten im MFD sowie die Moving Map und die Wetterdarstellung im MFD noch nachgeliefert werden. Die Flugeigenschaften sind annehmbar und die Avionik so ziemlich das Modernste, was es an Avionik für Kleinflugzeuge zur Zeit gibt.

Eaglesoft hat als 1. Firma diese neuen „Glascockpits“ für kleine Sport- und Reiseflugzeuge im Flusi nachgebildet. Insofern ist diese Premiere bemerkenswert.

 

Kauf bei Eaglesoft: Klicken!

 

Nachtrag (20.11.2005):
Mit dem Anfang November erschienen Patch sind die oben beschriebenen Performance-Probleme erledigt. Es ist übrigens nicht nicht nur ein Patch, sondern die komplette Installation muss ausgetauscht werden.

 

Andreas Schmidt für flugsimulation.com | Andreas im Impressum | Veröffentlicht am 08.09.2005 | Counter: 8933 Besucher

Kommentare
Zu dieser Review gibt es noch keine Kommentare.

 

Kommentar schreiben
Name:*
E-Mail:*
Kommentar:*
Max. 1000 Zeichen
Bitte abtippen:*


Die eMailadresse wird nur intern verwertet und nicht an Dritte weitergegeben!

Vereinbarung über die Nutzung des Kommtarbereichs:
Mit dem Abschicken seines Kommentars aktzeptiert der Autor, keine Inhalte mit illegalen Inhalten zu posten, speziell auch nicht mit solchen, die auf File-Sharing von Payware hinweisen. Solche Kommentare könnten auch den Herstellern gemeldet werden. Die IP-Adresse des Posters wird in der Datenbank gespeichert.