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Review: Captainsim C130 "Herkules"

 

Vorwort
Bei der Lockheed C-130 „Hercules“ dürfte es sich um das wohl bekannteste Transportflugzeug der Welt handeln. Seine Geschichte geht bereits auf das Jahr 1951 zurück, als die U.S. Air Force die Entscheidung traf, neue Transporter für den Military Air Transport Service (MATS) zu beschaffen. Hierbei kam das Konzept des amerikanischen Flugzeugherstellers Lockheed den Vorstellungen der USAF am nächsten, so dass der erste Prototyp, die YC-130, schon drei Jahre später ihren Jungfernflug antreten konnte. Nur ein paar Monate später begann Lockheed dann mit der Produktion der ersten Serienmaschinen. Bis heute hat sich die Hercules bei unzähligen Luftstreitkräften einen guten Namen gemacht – sie gilt als sichere, robuste und zuverlässige Maschine, die darüber hinaus über hervorragende Leistungsdaten verfügt und auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden kann. Unter den über 2000 gebauten Exemplaren befinden sich auch „modernisierte“ Versionen mit Glas-Cockpit und stärkeren Motoren – es scheint fast so, als würde die C-130 niemals aus der Mode kommen… Dies muss sich auch die Softwareschmiede CaptainSim gedacht haben, die den Transporter für den Microsoft Flight Simulator 2004 in einer dreijährigen Entwicklungsphase nachgebildet hat: Seit kurzem ist das bis dato teuerste Produkt in der Add-On-Geschichte nun erhältlich. Doch ist CaptainSims neuester Schützling sein Geld auch wert?

Kauf & Installation
Im Vorwort haben wir es bereits angedeutet- die CS Herkules ist nicht gerade das billigste Addon für den Flugsimulator: ganze $51,30 muss man für die Pro-Version hinblättern. Gegenüber der Standardversion, die "nur" $41,30 kostet, verfügt die Pro-Version über mehrere Varianten des Aussenmodelles. Weitere Unterschiede gibt es nicht. Der Kauf wird über die Homepage von Captainsim abgewickelt. Bald soll der Flieger auch im Simmarket verfügbar sein. Um zu einer Kopie der C130 zu gelangen, braucht man eine Kreditkarte oder einen Account bei PayPal, über den auch eine Abwicklung mittels normaler Überweisung möglich ist.
Ist der Kauf einmal abgeschlossen, bekommt man eine Bestätigungsmail mit einem speziellen Code und einem Downloadlink zugeschickt. Diesen Code muss man bei der Installation angeben und dieser wird über das Internet überprüft. Hat der Installationsrechner keinen Internetanschluss, kann man die Freischaltung auch über ein Zusatztool und damit per eMail durchführen.
Die eientliche Installation verläuft dann problemlos und nach wenigen Minuten steht die C130 im FS zum ersten Testflug bereit.

Aussenmodell
Dass die C130 Hercules keine Schönheit unter den Flugzeugen ist, ist kein Geheimnis. Der Bestimmungszweck dieser Maschine ist auch nicht auf das Abräumen von Schönheitspreisen ausgelegt, sondern darauf, Frachten sicher von A nach B zu transportieren.
In einem ersten Überblick handelt es sich bei der C130 um einen, mit vier Propeller-Turbinen betriebenen, Hochdecker, der jedoch einwenig Grösser ist als seine europäische Schwester Transall. Eine Review über diese militärische Frachtmaschine gibt es übrigens hier.
Im Einleitungstext befinden sich unzählige Informationen zur realen Maschine, in diesem Abschnitt möchte ich euch jedoch die Umsetzung im Flugsimulator näher bringen und klären, ob sie durch die bekannte Designer-Gruppe CaptainSim gelungen ist.

Als ich zum ersten Mal einen Blick auf die C130 warf, war ich von der Bulligkeit der Maschine beeindruckt. Wie ein träger Potwal lag die Maschine auf einer Militärbasis "vor Anker". Sämtliche Türen und Tore waren einladend geöffnet und das Betreten der Maschine fiel somit nicht schwer. Doch die Innereien der Maschine betrachten wir in andern Abschnitten. Hier geht es nun um die Äusserlichkeiten und somit begeben wir uns wieder nach draussen.

Der träge Krieger steht immernoch seelenruhig auf dem Vorfeld und wartet darauf in die Lüfte gehoben zu werden, doch zuvor wollen wir uns jedes einzelne Detail der Maschine genauer ansehen und machen uns auf zu einen Walk-around.

Beginnen wollen wir bei der entenähnlichen Nase, welche sicherlich DAS charakterisierenste Teil dieser Maschine darstellt. Erst jetzt fällt auf, dass die Maschine enorm tief liegt und mit ihrem breiten Bug beinahe am Boden schleift. Was man anonsten nur von aufgemotzten Wagen einer bekannten Show auf einem ebenso bekannten Fernsehsender gewohnt ist, trifft man im Flugsimulator wieder.

Doch der Grund für die eigentlich untypische Bauart liegt im Nutzungszweck dieser Maschine. Mittels der am Heck angebrachten Ladeklappe lassen sich problemlos Frachten an jeden beliebigen Ort auf diesem Planeten in die Maschine bugsieren. Nachdem nun die Frage über das tiefergelegte Fahrwerk geklärt ist, können wir unsere Inspektion fortsetzen.

Wie heben unseren Blick und betrachten die mit unzähligen Fenstern ausgestattete Pilotenkanzel. Mit insgesamt 23 einzelnen Fenstern sollte der Durchblick in beinahe jede Richtung des Cockpits garantiert sein. Zusätzlich zu den Fenstern nach vorne und der Seite, findet man bei der Hercules auch welche nach unten (ähnlich wie bei einigen Helikoptern) oder nach oben. Wir schreiten weiter und erreichen die Flügel und die Fahrwerksausbuchtungen. Die vier Triebwerke hängen schwer an den beinahe gerade verlaufenden Flügeln. Die vier Allison T56-A-7/15/16 Triebwerke sind mit jeweils 4 Rotorblättern ausgestattet und erlauben selbstverständlich eine Propellerblattverstellung in den negativen Bereich, um damit einen Umkehrschub zu erzeugen.
Unser Walkaround führt uns vorbei an einzelnen Kabinenfenstern hin zur Laderampe am Ende der Maschine und dem mächtigen Seiten- und Höhenleitwerk. Auf die Ladeklappe wird im Abschnitt Animationen näher eingegangen aber soviel vorweg: Sie lässt sich öffnen und gewährt damit Einblick in den Innenraum der Maschine.
Zu erwähnen wäre hier sicherlich noch der Umstand, dass mit der Pro- Version drei verschiedene Varianten geliefert werden. Diese Unterscheiden sich natürlich auch beim äusseren Erscheinungsbild und so ziehrt die C130K zum Beispiel eine vorstehende Betankungskumplung für die Luftbetankung.

Abschliessend betrachtet mag die Umsetzung durch CaptainSim in allen Belangen zu überzeugen. Die Proportionen der Maschinen sind sehr stimmig und es scheint, dass sämtliche Öffnungen, Ausbuchtungen oder Geräte enthalten sind. Erwähnenswert ist hier sicherlich noch die markante Antennenbespannung, die vom vorderen Rumpfbereich ans Seitenleitwerk reicht.
In einem Satz zusammen gefasst erhält man beim Kauf eine wunderbar modellierte Umsetzung eines Flugzeuges welches sicherlich nicht aus der Feder eines Formendesigners stammt.
9 von 10 Punkte.

Animationen
Die Fülle an Animationen ist bei der Captain Sim C130 Hercules beinahe unantastbar gross. Diese Dichte und Fülle an Animationen ist sicherlich ein Novum in der Szene, obschon jede Animation in dem Sinne bereits bekannt ist und somit nicht einen gewaltigen Innovationsschritt durch CaptainSim bedeutet.
Beginnen wir bei einem Blick ins Handbuch, welcher uns offenbart, dass insgesamt 28 verschiedene Animationen enthalten sind, hinzu kommen noch unzählige Effekte am Aussenmodell. In der Anleitung decken die Beschreibungen für die Eye-candies gut 2 Seiten ab. Doch genug der theoretischen Ansätze: Werden wir zu Praktikern und begutachten die CS C130 ein weiteres Mal im Flugimulator:

Am auffallensten ist sicherlich die Möglichkeit, dass sich mittels Icons ein Fahrzeug am Ende der Maschine zuschalten lässt. Drückt man einen weiteren Button im Cockpit, fährt dieses Fahrzeug ins Innere der Maschine und auf Wunsch wieder nach draußen. Die Bewegungsabläufe sehend abei hervorragend aus und könnten aus einem guten Animationsfilm stammen.
Durch weitere Tastenkombinationen oder Icons lassen sich z.B. sämtliche Türen öffnen, durch ein zuschaltbares Panel lässt sich die Cargo- Ramp langsam absenken um anschliessend das sich oberhalb befindliche Cargo- Door zu öffnen.

Natürlich lassen sich im Flug weitere Animationen entdecken. So besteht die Möglichkeit Infrarot- Flares abzuwerfen, die einen allfälligen Beschuss durch Infrarot-gelenkte Waffen erfolgreich abzulenken versuchen.
Auch das Fuel dumping wird durch eine gelungene Animation realistisch dargestellt und Rauch aus den Triebwerken verfärbt die durchflogene Luft leicht schwarz.

Zu erwähnen wären hier sicherlich noch die Möglichkeiten, dass sich sowohl mittels Tastenkombination wie auch durch Clickspots im virtuellen Cockpit die Cockpitfenster öffnen lassen oder die Scheibenwischer den Regen von der Scheibe wischen.
Nur noch repräsentativen Charakter hat der Fakt, dass sich natürlich sämtliche Steuerflächen realistisch bewegen lassen und sogar die Rotorblätter ändern ihren Anstellwinkel entsprechend der angebrachten Änderung.

Captain Sim hat hier sicherlich einen Grossteil der Möglichkeiten im Bereich der Animationen ausgeschöpft und alle heute gängigen Animationen in die Hercules eingepackt. Dennoch funktioniert noch nicht alles einwandfrei und benötigt einige Verbesserungen, deshalb vergeben wir hier 8 von 10 Sternen.

Texturen
Was wäre ein Flugzeug ohne Texturen?
So etwas wie ein Vogel ohne Federn vielleicht. Dennoch ist die Realisierung der Texturen im Flugsimulator ein wichtiger Betrachtungspunkt und verdient die entsprechende Aufmerksamkeit. Obschon ein Flugzeug grundsätzlich aus dem Cockpit geflogen wird - uns erreichen immer wieder E-Mails, die das Gegenteil behaupten - "verkam" der Flugsimulator in der Vergangenheit immer stärker zu einem Augenschmaus.

Nach dem uns die Umsetzung des Aussenmodells überzeugen konnte, wollen wir natürlich ebenso kritisch auf die Texturen, welche das Aussenmodell verzieren, schauen.

Mit dem Kauf der Captain Sim Hercules erhält der Kunde bei der Standard- Version 7 Bemalungsvarianten und in der Pro- Version deren 10. Diese decken bei der Standard- Version jedoch nur die C130E Version ab, wo hingegen die Pro-Version mit zwei weiteren Varianten aufwartet. Auf AVsim.com findet man bereits unzählige weitere Bemalungen und innert kürze werden dort sicherlich alle gängigen Texturierungen für die Hercules zu finden sein.

Ein Blick auf die Umsetztung im Flugsimulator lässt auf den ersten wie auch zweiten Blick ausgezeichnete Arbeit erkennen. Die Texturen sind akkurat umgesetzt und zeugen von Detailreichtum bis ins Kleinste. Schön sind auch die vereinzelten Abnutzungserscheinungen oder Verschmutzungen an den Maschinen. Gerade dieser Umstand macht den Flieger so realitätsnah.

Bei der Texturierung mag die Umsetzung durch Captain Sim zu überzeugen und erreicht Vollpunkte.

2D-Panel


Fotorealistische Grafik auf dem 2D Instrumentenbrett

Als Captainsim gerade neu am Markt war, musste sich die junge Firma natürlich profilieren, denn auch damals gab es schon viele Hersteller. Also begann man, als erste Firma völlig fotorealistische Instrumentenbretter herzustellen. Den Anfang machte da die L-39, dicht gefolgt von der Mig-21. Es war damals neu, dass jeder Schalter, jedes Licht und jedes Instrument exakt fotorealistisch nachgebildet war.
Bei der C130 setzte man diesen Trend fort: Hintergrundbitmap, Instrumente und Schalter sind zu 100% fotorealistisch und sehen einfach nur genial aus. Hinzu kommen 2D Innenansichten des Panels und zwei Passagiersichten, die intelligent mit dem 3D Panel verbunden wurden, sodass man draußen die animierten Flügel und die laufenden Triebwerke sehen kann.
Doch was bringt die beste Grafik ohne Funktion? In diesem Bereich setzt sich der hervorragende Eindruck fort: die Instrumente funktionieren sehr gut und lassen sich einfach bedienen. Dank modernster Programmierungsmethoden lassen sich alle Instrumente darüber hinaus auch noch sehr gut ablesen, auch wenn es keine Digitalanzeige mehr gibt, wie sie bei vielen CS-Produkten bisher üblich war.
Die C130 Herkules ist ein altes Flugzeug und daher müssen die meisten Funktionen auch noch manuell gesteuert werden. Das führt bei 4 Triebwerken natürlich zu einer Unmenge an Schaltern und Rundinstrumenten, die geschickt auf eine größere Anzahl Unterpanels verteilt wurden. Damit die Übersicht nicht verloren geht, hat man intelligente Features eingebaut. Ist man beispielsweise auf dem Teil des Overheadpanels, auf dem man die Triebwerke starten kann, sieht man die wichtigen Anzeigeinstrumente normalerweise nicht. Das Panel blendet diese aber automatisch ein, sobald man den entsprechenden Starter betätigt, eine sehr praktische Funktion!
Die Bedienung der Systeme ist nicht einfach und auch erfahrene Simmer werden ihre Mühe haben, die C130 vom Cold&Dark Cockpit aus zum Laufen zu bekommen. Damit das nicht ganz so schwer ist, haben wir unten auf der Seite ein kleines Tutorial verlinkt. Soweit ich das beurteilen kann, ist die Bedienung der Simulation jedoch der des Originals sehr ähnlich.
Besonders interessant ist der Autopilot, denn für ein so großes FLugzeug verfügt er über relativ wenig Funktionen und die Bedienung unterscheidet sich sehr von den Verkehrsflugzeugen, mit denen man normalerweise zu tun hat. Prinzipiell kann auch dieser AP die üblichen Funktionen übernehmen, nur über das Triebwerk herrscht er nicht und daher muss der Schubhebel immer manuell geführt werden. Mit etwas Übung sind aber auch kompliziertere Autoland-Manöver mit diesem System möglich.
Die Nachtbeleuchtung ist ein weiteres Aushängeschild der CS-Instrumentenbretter und so kann auch die C130 mit einem schönen Nachtambiente glänzen.
Insgesamt präsentiert uns CS wieder einmal ein hervorragendes Instrumentenbrett, dessen Bedienung auch erfahrene Simulanten ins Schwitzen bringt. Nach einer genaueren Begutachtung dieses Panels, versteht man vielleicht auch besser den hohen Preis, denn hinter jedem einzelnen Schalter stecken sicherlich einige Stunden Programmierarbeit. 10 Sterne für ein fotorealistisches Panel der Extraklasse!


Das Panel des Navigators


Eines der zwei Overheadpanels: Auch hier herrscht Fotorealismus vor


Die 2D Innenansichten wurden intelligent mit dem virtuellen Cockpit zu Wingviews zusammengefügt.

Virtuelles Cockpit/virtuelle Kabine





Für all diejenigen, die virtuelle Cockpits als „unnötige Performancefresser“ abstempeln, gibt es an dieser Stelle eine gute Nachricht: Das 3D-Panel ist im ACE-Manager mit Hilfe weniger Mausklicks zu- und abschaltbar. Doch auf diese Weise wird einem ein weiteres Highlight dieses Produktes entgehen: Zwar ist die Inneneinrichtung der C-130 nicht ganz ohne Mängel – doch wer sich im Produktekatalog von CaptainSim etwas auskennt, wird schnell feststellen, dass virtuelle Cockpits schon immer eine Stärke der Softwareschmiede waren. Nach dem – zugegebenermaßen doch recht lange dauernden – Laden der Texturen wird der Käufer zuerst einmal in Staunen versetzt werden: Das 3D-Panel zeichnet sich durch ein kanten- und fehlerfreies Design und größtenteils scharfe und realistisch wirkende Hintergrundbitmaps (vor allem im Bereich der Hauptinstrumentenbretter!) aus – lediglich die Circuit Breakers und das Navigator-Panel „verschwimmen“ etwas, doch diese Tatsache ist leicht verschmerzbar. Der erste Eindruck ist also mehr als nur positiv! Es gibt allerdings auch eine Kehrseite der Medaille: Die Instrumenten-Updaterate ist eher schlecht als recht und auch die Gesamtperformance schreckt etwas ab. Daher kann ich an dieser Stelle nur 8 von 10 möglichen Sternen verleihen!
Es gibt übrigens auch eine virtuelle Kabine – allerdings wurde diese nicht „überdetailliert“, was der Performance wiederum zu Gute kommt und auch nicht wirklich als störend empfunden wird. Eine Art „Beigabe“, auf die bei diesem Produkt nicht allzu viel Augenmerk gelegt werden sollte – schließlich liegen die Schwerpunkte dieser Simulation an ganz anderen Stellen.





Sound
Die Geräuschkulisse vermag zu überzeugen: Im Leerlauf klingen die Motoren zwar ein wenig schwach, bei Vollgas jedoch schön „kernig“ und „kräftig“ – dies gilt sowohl für die Innen- als auch für die Außenansicht; selbst der typische Klang der GTC (APU der Hercules) wurde nicht vergessen! Um das „Gesamtambiente“ noch realistischer zu gestalten, hat CaptainSim die Cockpitschalter mit so genannten „Clicksounds“ versehen; da dies allerdings die einzigen „Soundfeatures“ zu sein scheinen (kein virtueller Copilot oder ähnliche Gimmicks), kann ich an dieser Stelle nicht die volle Punktzahl verleihen. 8 von 10 Sternen sollten aber angemessen sein.

Flugeigenschaften
Hiermit sind wir wieder bei dem am schwersten zu beurteilenden Teil der Review angekommen. Niemand von uns hat verständlicher weise Erfahrung mit einer echten C130 und so können hier nur Vermutungen dargelegt werden.
Zuersteinmal spürt man die Trägheit der Herkules, zumindest am Boden. Denn in der Luft ist sie erstaunlich agil. Wenn man einmal eine C130 bei einer Flugvorführung gesehen hat, ist man schnell erstaunt über die Wendigkeit und diese ist im FS ebenso vorhanden. Da man mit ausgefahrenen Klappen sehr langsam fliegen kann, sind Drehungen mit einem erstaunlich kleinen Radius kein Problem.
Besonders spannend sind natürlich die militärischen Manöver wie der Kosovo-Approach und Lastenabwürfe in geringer Höhe bei geringer Geschwindigkeit. Beides ist auch mit der simulierten Version problemlos möglich.
Die Fliegerei der Herk sollte keinem FS-Piloten Probleme bereiten. Der Vogel ist gutmütig und problemlos beherrschbar.
Soweit wir das also beurteilen können, ist die Flugdynamik gut gelungen.

Performance
Da es sich bei diesem Produkt um eine sehr komplexe Simulation der Lockheed C-130 handelt, sind auch die PC-Anforderungen und die Beeinflussung der Framerate entsprechend hoch; auf detaillierten Flughäfen kann der Transporter unter Umständen schon einmal zur Diashow verkommen, was natürlich alles andere als angenehm ist.

Genaue Werte finden sich wie immer in der detaillierten Bewertung.

Handbuch
Insgesamt bringt die C-130 3 Handbücher mit: "Aircraft", "Normal Procedures" und "Flight Characteristics and Performance Data". Alle Bücher zusammen haben ca. 200 Seiten und sind ansprechend gestaltet. Der Inhalt ist gut erklärt und auch mit dem normalen Schulenglisch ohne größere Probleme zu verstehen. Viele Bilder tragen ebenfalls zur Übersichtlichkeit bei. Mit etwas Zeit kommt man den Systemfunktionen der C-130 gut auf die Spur. Für diejenigen allerdings, die gerne sofort loslegen möchten, fehlt ein Tutorial mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung.

Zusatztool (ACE)
Jedes Captainsimprodukt bringt eine mehr oder weniger umfangreiche Konfigurationssoftware mit, die seit einiger Zeit ACE (Aircraft Configuration Editor) heißt. Das Programm ist in 3 Bereiche unterteilt: Liveries, Preflight und Tools.
Unter "Liveries" kann man neue Bemalungen installieren und bestehende löschen. Das alles geschieht mehr oder weniger automatisch und sollte keinerlei Probleme verursachen.
Unter "Preflight" kann man die meisten Einstellungen tätigen, die direkt mit dem Flugzeug zu tun haben. Also beispielsweise Effekte einstellen, Änderungen am Cockpit vornehmen sowie Betankung und Beladung regeln.
Unter "Tools" dann findet man die Webbezogenen Dinge wie Dowloads von Updates. Die anderen Funktionen sind für die Benutzung in Zusammenarbeit mit dem Support gedacht.
Der ACE ist ein einfach zu bedienendes Tool in ansprechender Aufmachung. Ohne Probleme können hier Änderungen gemacht und in den Flugsimulator übernommen werden. Vorbildlich!

Endwertung

Detaillierte Bewertung

Pro & Contra
+ sehr gutes Modell
+ viele Animationen
+ feine Texturen
+ fotorealistisches Panel mit vielen Funktionen
+ gutes virtuelles Cockpit
+ gutes Zusatztool ACE

- Sound nicht ganz ausgereift
- Updaterate im virtuellen Cockpit
- Tutorial fehlt
- hohe Ansprüche an den PC

Fazit
Captainsim versteht sein Handwerk, das hat man mit der C-130 ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen. Alle Komponenten passen sehr gut zusammen und sind von hervorragender Qualität. Besonders das Aussenmodell mit den vielen Animationen und das 2D Panel konnten uns überzeugen. Der hohe Preis mag abschrecken, aber man kann ja $10 "sparen", wenn man auf 2 der 3 Modelle verzichtet und das ist wirklich nicht so schwer, denn prinzipiell sind sich all diese Modelle sehr ähnlich. Ist man ein Fan von großen Propellermaschinen, kann man mit dem Kauf der C-130 kaum etwas falsch machen!

 

Infos und Kauf bei Captainsim.

 

Sascha Gräfe, Sales Wick und Jorin Bonney für flugsimulation.com | Sascha im Impressum | Sales im Impressum | Jorin im Impressum | Veröffentlicht am 20.12.2005 | Counter: 12166 Besucher

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