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Review: CERA Bell 212 / UH-1N für den FS2004

 

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„Teppichklopfer“, nennt man sie mit einem schelmischen Schmunzeln im deutschen Sprachraum. Die Rede ist von den bekannten, molligen mittelgrossen Hubschraubern mit Zweiblattrotor aus dem Hause Bell. Sie sind bekannt dank geschätztem Einsatz bei staatlichen Organen wie z.B. beim Militär, der Polizei oder der Rettung. Nebst der Bell UH-1D (auch bekannt als „Huey“ oder Bell 205) ist dies genauer gesagt aber auch die Bell 212 / UH-1N, um die es sich nun im folgenden Artikel dreht. Sie unterscheidet sich mit der UH-1D als deren Nachfolger mit einer anderen Drehrichtung des Rotors und aus militärischer Motivation mit dem Einsatz von 2 Turbinen, warum sie auch „Twin-Huey“ genannt wird.
Dieser Heli mit Erstflug im Jahre 1968 wurde von der noch etwas unbekannten Designerschmiede „Cera Simaircraft“ für den FS9 nachgebaut. Zu haben ist der Heli bei simmarket.com für neu 19.99€.


Wie man es installiert – Installation, Begleitumfang etc.
Die Downloadgrösse von 67MB ist relativ zügig „gesogen“ und ebenso schnell wird das Paket durch einen Installer installiert.
Im Lieferumfang ist ein englisches Handbuch mit 25 Seiten enthalten. Es erklärt säuberlich die einzelnen Instrumente (interessant für Neueinsteiger und Vergessliche!) und den bei Flugbeginn etwas speziellen Startvorgang. Geschichtlicher Hintergrund zum Luftfahrzeug und eine allgemeine Checkliste mit den Procedures fehlen zwar, letzteres ist aber im Kniebrett des FS ausführlich zu finden (inkl. Leistungslimits, Flugzustände etc.). Mit ein wenig Wissen lässt es sich von dort ausdrucken.
Unerklärlicherweise hat das Manual eine Drucksperre. Gegen eine Mailanfrage erhält man aber schnell und löblich ein druckbares PDF.


Wie es denn so aussieht - Modell, Texturen und Animationen

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Es gibt insgesamt 7 verschiedene Modelle gepaart mit 7 unterschiedlichen Bemalungen (siehe Bild). Dabei wird zwischen Zivil- und Militärversion (Bell 212 und UH-1N) unterschieden. Ebenso gibt es unzählige Details. Dies wären beispielsweise Cable-Cutter, Handgriffe für die Windenbesatzung, diverse Antennen, Lasthaken, Landescheinwerfer, Skier als Einssinkschutz oder auch das unabdingbare Pitot-Rohr. Die Details richten sich jeweils nach dem Einsatzgebiet der anwählbaren Modelle. Ausarbeitung von Haupt- und Heckrotor knüpfen diesen positiven Eindrücken nahtlos an.
Auch nach gründlicher Suche wurde an Rundungen und der restlichen Modellierung keine störenden Patzer gefunden.

Die künstlich erstellten Aussentexturen variieren in Nahaufnahme jedoch in ihrer Qualität. Sie wurden detailreich gezeichnet mit Nutzungsspuren, sind aber teilweise verzerrt, verschoben und vernichten einen real wirkenden Eindruck. Ganz anders die Rotortexturen, die eine fantastische Wirkung erzielen.

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An dieser Stelle ist noch das Bambi Bucket detaillierter zu erklären. Es wird mittels Tastendruck oder Panel ausgefahren und ausgelöst, worauf eine Rauchwolke als Wasserladung niederprasselt. Obschon die ganze Konstruktion steif ist, gefällt mir, dass sie nicht im Boden versinkt. Dies ähnelt der Nachgiebigkeit eines Kampfjet-Fanghaken, genau auf dieser FS-Funktion basiert das Bucket auch. Dies hat dann aber auch die Folge, dass sich der Löschssack auf dem Wasser teils nicht vollständig versenken lässt. Aus dem virtuellen Cockpit ist das „Bambi“ leider nicht sichtbar.

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Die Twin-Huey bietet, abgesehen von den Cockpittüren, quer durchs Beet alle möglichen Animationen, insbesondere sämtliche Steuerbewegungen an Haupt- und Heckrotor wurden dargestellt. Sebst ein aus der Kufe ausfahrbarer Trittsteg als Einstiegshilfe lässt sich über das Panel ausfahren.
Übertrieben bzw. gepatzt wurde aber am Kreisel-Stabilisator, der durch seine Animation überspitzt bis zur absoluten Unmöglichkeit wirkt (siehe Bild). Er lässt sich in echt überhaupt nicht steuern, sondern dämpft nur Steuerausschläge. Ebenso lässt sich im Sim die Heckflosse durch Nickbewegungen bewegen. In der Realität ist dies zwar möglich, wird aber über eine Trimmfunktion sichergestellt und nicht durch den Stick!

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Was sich tut – Sound und Effekte
Auch wenn durch militärische Austauschprogramme die Teppichklopfer relativ häufig in der Schweiz zu hören sind, musste ich mir zum Vergleich im Internet reale Tonaufnahmen beschaffen. Der Vergleich fällt aber sehr positiv aus, auch wenn die Rotorblätter noch ein wenig mehr „knattern“ dürften bzw. die Turbine zu markant und hochtourig tönt.
Im Innern sind die Rotorgeräusche viel gedämpfter und ist nur noch das Sirren der Turbine gut zu hören, was mir sehr gut gefällt. Der Sound ist leider nicht abhängig vom Blattwinkel, beim Start- und Abschaltverfahren (resp. Drehzahlwechsel) wurden die „Noten“ aber toll getroffen.
Sehr gut gemacht sind die Sounds der einzelnen Turbinen. Entgegen gewisser Konflikte im Sim ist es gelungen, dass die beiden Triebwerke unabhängig voneinander ihre Geräusche von sich geben. So addieren sich zum Beispiel das Abschaltgeräusch der einen Turbine und das Leerlaufgeräusch der anderen.

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Wie es im Inneren der Bell so ist – Panel und Cockpit

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Schaltet man in die Panelansicht, erblickt man ein fotorealistisches 2D-Panel. Auch wenn die Texturqualität als Ganzes überzeugt, ist durch das Zusammenbasteln der einzelnen Instrumente teils die Tiefenwirkung zerstört worden und die Lesbarkeit gewisser Anzeigen eingeschränkt.
Ein Panel „zum Arbeiten“ ist es aber auf jeden Fall, hat es doch nicht weniger als 9 Unterpanels parat. Das verbaute Wetterradar ist allerdings nur eine Attrappe.
Bei der Nachtbeleuchtung half man sich mit Bitmap-Texturen, die eigentlich ebenfalls sehr stimmungsvoll sind, HSI und Fluglageanzeiger bleiben jedoch dunkel.

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Das virtuelle Cockpit hat ebenso seine Schwächen. Die Fototexturen wurden zwar beim Cockpit fortgesetzt, die restlichen Texturen sind aber allesamt gezeichnet und schaffen es dadurch nicht, ein sehr glaubhaftes Bild zu vermitteln. Die Militärcockpits wurden vermutlich bewusst abgedunkelt. Die schlechte Einbettung der Instrumente etc. hinterlässt jedoch den Eindruck, als ob eine Textur fehlen würde.
In der Nacht ist die Nachbeleuchtung tendenziell ungenügend und reicht für das Ablesen der Instrumente nur sehr schwach aus.

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Es ist nicht so, dass diese gezeichneten Texturen im Innenbereich unanschaulich oder fehlerhaft sind, doch im Bereich Payware resp. dieser Preisklasse hat sich durchaus der Standard von Fototexturen oder zumindest professionellen Texturen (weiche Konturen an Nähten, Details, Abnutzungs- oder Schmutzspuren...) breit gemacht. Hier befinden wir uns aber „nur“ auf Niveau eines Freeware Top-Downloads, bei dem es allenfalls an brauchbarem Material oder Know-How mangelt. Die Schalter und Knöpfe sind nur teils modelliert und auch die Bildqualität gewisser Oberflächen im Cockpit lassen zu wünschen übrig.
Je nach gewählter Version ist die Kabine leer, mit Bestuhlung für bis zu 14 Passagiere oder mit Krankenbarre und medizinischen Einrichtungen anzutreffen.

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Wie es sich denn anfühlt – Flugeigenschaften
Fliegerisch liegt die Maschine agil und angenehm in der Hand. Es braucht etwas Übung im Helifliegen, aber macht es auch sehr viel Spass, zumal die Flugbewegungen sehr glaubhaft rüberkommen (als fliegerischer Laie betrachtet). Speziell zu betonen gilt hier, dass der Heli ein spürbares Drehmoment erzeugt, was bisher nur Dodosim und neueren Heliaddons im FSX gelungen ist. Ebenso können sich Turbinebrände ereignen. Auf weitere aerodynamische Eigenschaften wie etwa einen Vortex wurde aber verzichtet. Mit genügend Reserve gestaltet sich auch die Autorotation als durchführbar. Verglichen zwischen Realität und Simulation hat der Heli sogar zu viel Reserve bei einem Test der maximalen Flughöhe und auch zwischen 1 und 2 Turbinen hat der Heli einen zu geringen Kraftunterschied.
Auch die Prozeduren überzeugen mit einer an der Realität nahe liegenden Umsetzung. Das altbekannte Problem der Doppelturbine wurde hier objektiv betrachtet fehlerlos gelöst (beide Turbinen sind einzeln bedienbar). Da und dort kann sich das System aber doch noch verheddern und der Heli muss für einen korrekten Ablauf frisch geladen werden. Wenn man sich vorbildsgetreu benimmt, funktionieren die Abläufe im Allgemeinen jedoch gut. Dinge wie etwa die Hydraulik können zwar bedient werden, sie haben aber keinen spürbaren Einfluss auf die Flugeigenschaften. Wohl schon viel zu oft in Helireviews aber auch hier sei wieder erwähnt, dass den Entwicklern im FS an dieser Stelle für Helisimulationen ganz klar die Hände gebunden sind!


Wie es denn so läuft – Performance
Die Bell 212 ist ausserordentlich gutmütig auch bei bereits älteren oder schwächeren Systemen und somit für diese wohl DEN Addon-Tipp unter den aktuellen Paywareaddons. Woran dies liegt, ist von aussen schwierig zu beurteilen, aber wenn man so will, ist sie mit einem etwas älteren „Baustil“ (wahrscheinlich mit FSDS von Abacus, wer sich mit Designarbeit auseinandersetzt) erstellt worden, als man heute hightechmässig Addons für die FSX-Generation mit Unmengen an Polygonen und hochaufgelösten Texturen erstellt. Die „Einfachheit“ der Texturen wirkt sich somit auf die Dateigrösse aus und verkürzt die Ladezeit des Drehflüglers...

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Wie es im FSX so ausschaut – FSX-Kompatibilität
Wie so häufig ist auch dieses FS9-Produkt im FSX nicht uneingeschränkt geniessbar. Die Transparenz der Scheiben stimmt nicht. Die Triebwerkssteuerung ist aufgrund der technischen Weiterentwicklung zwischen den beiden Simulatoren fehlerhaft und auch die Performance wird gnadenlos in den Boden gezogen. Der Heli empfiehlt sich also noch vorwiegend für den FS9. Upgrades sind anhand der Homepage in Planung, bis jetzt wurde allerdings noch nichts veröffentlicht.


Wie man denn so hilft – Support
Nebst einem Formular auf der noch eher jungen aber einladenden Homepage von Cera Simaircraft ( http://www.cerasimaircraft.com ) hat man noch eine Mailadresse, bei der man sich für allfällige Fragen melden kann. Getestet wurde die Mailadresse, die eine mittlere aber akzeptable Auskunftszeit ergibt. Auch die Antwort bei meiner Testanfrage fiel hilfreich aus.


Wie wir ihn schlussendlich finden – Das Fazit
Mit 19.99€ anstatt 29.99€ wurde das Produkt gerade noch rechzeitig zum Weihnachtsgeschäft in einen angemessenen Preis reduziert. Nichts desto trotz kann das Endprodukt optisch nicht bei den aktuell Besten mithalten. Auch das virtuelle Cockpit hat optisch und funktionell gewisse Schwächen. Hier kann nur das fotorealistische Panel ein wenig aufwerten.
Entscheidende Pluspunkte verschafft sich die Maschine allerdings in der Modellvielfalt, dem Sound und den Flugeigenschaften/Procedures. Wer wohl weder angefressener Helipilot mit Drang nach Realismus oder Bell-Sympathisant ist, kann somit auf den Heli verzichten.

Mit dem Bambi Bucket oder der Seilwinde bei der vorangehenden Bell 412 inkl. der realistischen Handhabung des Helis zeigt den Drang zu Innovation und Realismus bei Cera Simaircraft. Und dies lässt uns natürlich nebst den angekündigten FSX-Updates aber auf weitere, sehr unterhaltsame Addons dieser (noch?) unbekannten Firma hoffen.
Ein zukünftiges Produkt von Cerasim soll nämlich die beliebte „Huey“ werden. Ab wann wir uns aber dem Risiko von nur einer Turbine aussetzen können, ist derzeit noch unbekannt.

Tipp für Sammler: Derzeit bietet Cera in Zusammenarbeit mit simmarket.com ein Bundle-Kauf von Bell 212 und 412 an für 32.99€. Die Review zur vielseitigen Bell 412 gibt es ebenfalls bei uns auf flugsimulation.com.

Bewertung:

Facts & FiguresCERA - BELL 212 / UH-1N 
     
Hersteller
Cera Simaircraft
Preis
19.99€
Veröffentlichungsdatum
28.5.2006
Systemanforderungen gemäss Hersteller
• FS2004
• Acrobat Reader to view the manual
• Pentium IV 1.4 Ghz or equivalent
• 256 Mb RAM
• 700 Mb of free space on HD
• 64 Mb 3D accelerated Video Card
• DirectX compatible Sound Card
Link zur Produktseite
 
Pro
Contra
 
 
-Modell- u. Animationsvielfalt
-Flugverhalten/Systemtiefe
-Performance

-Texturen
-Diverse Bugs u. Ungereimtheiten

 
Einzelkriterien
Kommentar
Bewertung
 
Kauf, Installation und Einbindung
Seit Preissenkung ausreichende Preisleistung, problemlose Konfiguration
Handbuch/Beilagen
25 Seiten in englischer Sprachausgabe, umfassend jedoch ohne Umrahmungen (Geschichte und Co.)
Außenmodell, Texturen und Animationen
Schön designt und vielfältige Animationen, teils ungenügende Texturqualität sowie Animationsbugs
2D-Panel
Fotorealistisch mit viel Systemtiefgang, teils unscharf
Virtuelles Cockpit / Cabin
Fotorealistisches und funktionales Cockpit, teils nur texturiert anstatt modelliert, leblose Kabine mit gezeichneten Texturen
Flugeigenschaften
Gefühlsecht mit Drehmoment, tiefgehende Prozeduren
Sound
Sehr schön umgesetzt. Das Knattern der Blätter dürfte stärker sein, die Turbine ist eine Spur zu dominant
Performance
Schonendes Addon für den heimischen Flugsimulator
Innovativität
Bambi Bucket, frühere Innovationen leider nicht fortgesetzt
Spaßbewertung/Langzeitmotivation
Vielfältige Modellauswahl gepaart mit Realismus. Garantiert durchaus für den Enthusiasten die eine oder andere unterhaltsame Flugstunde.
 
Gesamtbewertung
Detailierte Bewertung
 
 
Auszeichnungen:
keine
 

 

Adrian Durrer für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 22.12.2007 | Counter: 8762 Besucher

Kommentare
von Adrian fs.com
geschrieben am 03.02.2010 um 18:59:49
Ja gibt es!
http://secure.simmarket.com/cera-bell-212-fsx-sp2-(de_4226).phtml
von Hubert Ringel
geschrieben am 03.02.2010 um 07:49:40
Hallo, gibt es diesen Heli auch für den FSX?

 

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