Review: Dreamfleet Raytheon Beechcraft B58 "Baron" Reality XP
Dreamfleet gibt sich nicht mit Kleinigkeiten zufrieden: Emsig setzen sie einen Klassiker der Luftfahrt nach dem anderen um. Begonnen hatten sie einmal mit der C172, es folgte die B737 und später die Beech A36 "Bonanza". Die neueste Umsetzung ist mit diesem Flieger eng verwandt: Die B58 Baron hat beinahe den gleichen Rumpf, aber zwei anstatt einem Triebwerk. Die A36 war ein großer Erfolg und hat den Standard für GA-Flugzeuge im FS neu definiert. Kann die B58 daran anknüpfen?
Das reale Vorbild:
Die Flugzeuge von Walter und Olive Ann Beech gehören zu den bekanntesten
in der Geschichte der Allgemeinen Luftfahrt. Begonnen haben sie 1930 mit der
Beech Model 17 'Staggerwing', 1947 folgte die unsterbliche V35, die als
eines der robustesten Flugzeuge gilt und noch immer im Einsatz ist.
Die Geschichte der Baron 58 begann 1956, als sie, noch mit V-Leitwerk,
geboren wurde. Nach einigen Modifikationen erschien 1970 die B58 mit dem
neuen Rumpf der A36 und deren Innenausstattung. Über die vielen Jahre wurden
unterschiedlichste Versionen gebaut, teilweise mit Druckkabine oder mit
Turbolader. Seit einem Uplift des Instrumentenbrettes 1984 hat sich an der
Maschine nichts Grundlegendes mehr verändert, abgesehen einmal davon, dass
Beech heute zu Raytheon gehört.
Kauf und Installation:
Wie immer bei Dreamfleet, erfolgt die Kaufabwicklung über den Flight1
Wrapper. Diesen läd man sich von der DF-Homepage herunter und kann den
Flieger sofort nach erfolgreicher Bezahlung installieren. Zur späteren
Neuinstallation bekommt man eine key-Datei zugeschickt. Der
Installationsrechner muss jedoch unbedingt ans Internet angeschlossen sein,
sonst funktioniert die Registrierung nicht.
Die Installation selbst ist ein wenig umständlich, da auch die Instrumente
von RealityXP installiert werden müssen. Sogar ein virtuelles Hardwaregerät
wird dabei installiert. Nach einiger Zeit und unzähligen Installern kann man
den Flieger dann endlich im FS bewundern.
Außenmodell:
Schon bei der Vorgängerversion gerieten wir beim Außenmodell ins
Schwärmen. Die Fülle an Details hatte uns auf der ganzen Linie überzeugt.
Bei der B58, die ja den gleichen Rumpf hat, ist das genau so. Das Design ist
rund und weist keine Fehler auf. Viele Kleinigkeiten und Sonderfunktionen
verschönern dabei den Gesamteindruck. Bei Bedarf kann man alle möglichen
Klappen öffnen und auch hier kommen weitere Details zum Vorschein,
beispielsweise ein wunderbar gestaltetes Interieur.
Der Texturüberzug kann ebenfalls überzeugen, wirkt aber etwas zu neu.
Abnutzungsspuren hätten dem Realismus gut getan. Dafür ist die Auflösung
sehr gut und die Darstellung verschwimmt bei stärkerem Zoom nicht.
Animationstechnisch hat Dreamfleet wieder herumgespielt: Neben den üblichen
Dingen wie Türen, Klappen, Fahrwerk und so weiter, lassen sich am Boden
Remove-Before-Flight-Fähnchen über die Pitotrohe stülpen, die sachte im Wind
baumeln. Schöner Effekt.
Insgesamt ist das Aussenmodell sehr gut und erfüllt alle Erwartungen voll
und ganz.
2D Panel:
Und damit kommen wir schon zum Herzstück dieses Fliegers: dem
Instrumentenbrett. Wir testen hier die Variante mit Reality-XP-Instrumenten.
Die Unterschiede zur Lite-Version werden am Ende dieser Review kurz
erläutert.
Das Panel kommt zuerst einmal sehr bekannt vor: Auch hier ist der
Unterschied zur A36 bemerkenswert klein. Farbe und prinzipieller Aufbau
wurden von der Einmot übernommen. Aber natürlich verfügt die B58 über
deutlich mehr Schalter und Knöpfe. Die Qualität der Darstellung ist sehr gut
und die Instrumente wurden unter Verwendung der aktuellsten Techniken
programmiert. Die Bedienung ist sehr komfortabel.
Wie bereits die A36, ist auch die B58 mit viel Avionik von RealityXP
vollgestopft. Folgende Instrumente sind dabei: Das Garmin GNS530, das Sandel
SN3308 EHSI, das Garmin GMA340 Audio Panel, der Garmin GTX 327 Transponder
sowie VOR-Geräte von Garmin. Das ist eine ganze Menge, auch wenn das
Wetterradar aus der A36 leider nicht mehr dabei ist. Dafür verfügt auch das
SN3308 über einen Modus, in dem Blitze angezeigt werden. Auch all diese
Instrumente haben einen beeindruckenden Funktionsumfang und sind problemlos
zu bedienen. Sehr gut ist auch die Zusammenarbeit von GPS und Autopiloten.
RealityXP liefert übrigens auch das Tool zum Navigieren im Panel: Geht man
mit der Maus darüber, öffnet sich der RealityXP Radio Stack, über den man
die verschiedenen Unterpanels anwählen kann.
Bei den Innenansichten geht Dreamfleet einen, meiner Meinung nach, optimalen
Weg. Dabei werden 2D Innenansichten mit 3D Wingviews kombiniert und so wird
ein hervorragend realistischer Effekt erzielt.
Auch nachts macht das Instrumentenbrett eine gute Figur: die Beleuchtung
vermittelt eine wunderbare Stimmung und ist weder zu hell noch zu dunkel.
Wieder einmal hat Dreamfleet gezeigt, dass sie hervorragende Panels machen.
3D Panel und Kabine:
Das virtuelle Panel wollte ich mir bei diesem Flieger einmal genauer
anschauen. Denn Dreamfleet wirbt speziell mit einer besonders flüssigen
Darstellung der Instrumente im VC. Der FS2004 kann nur eine bestimmte Art
von Instrumenten auf einmal aktualisieren und offensichtlich hat DF diese
Einschränkung ausgetrickst: Alle Instrumente bewegen sich ebenso flüssig wie
im 2D Panel und das erhöht den Spielspaß im 3D Panel sehr. Man kann nun
eigentlich auf die 2D-Variante verzichten, denn sie bietet keine Vorteile
mehr. Dass sich die Bedienung der beiden Varianten des Intrumentenbretts
nicht unterscheidet, braucht da beinahe nicht mehr erwähnt zu werden.
Die Modellierung ist sehr akkurat, jeder Schalter und jeder Hebel ist
dreidimensional umgesetzt. Die Kabine kommt aus der Bonanza sehr bekannt vor
und verfügt über zahlreiche, interessante Animationen. Wenn man Lust hat,
kann man sich die Flugzeit mit dem Hoch- und Herunterklappen des Tisches in
der Mitte vertreiben. Auch die Texturierung ist hervorragend gelungen und
wirkt an den meisten Stellen fotorealistisch.
Besonders beeindruckend ist die Nachtbeleuchtung, sowohl der Kabine als auch
des Instrumentenbretts. Es entsteht eine unvergleichliche Atmosphäre, die
man eigentlich nur anhand von Bildern zeigen kann.
Im Bereich des 3D Panels und der Kabine konnte DF die A36 nochmals toppen.
Besonders die flüssige Animation der Instrumente steigert den Spielspaß
deutlich.
Geräusche:
Auch bei diesem Addon hatte Dreamfleet bei der Entwicklung Zugang zu
einer echten Baron und so sind natürlich auch die Geräusche ganz besonders
gut geworden. Die beiden Motoren haben einen satten, differenzierten Klang
und die Geräusche vermitteln gut die Power dieses kleinen Flugzeuges. Es
gibt übrigens wieder 2 Soundvarianten: einmal für Träger eines Headsets und
einmal für Benutzer eines anderen Soundsystems. Erstere erhalten die
Triebwerksgeräusche stark gedämpft, sodass sie wie durch ein Headset mit 'Active
Noise Reduction' klingen. Auch die weiteren Sounds wie Klappen, Fahrwerk
oder diverse "Äußerungen" der unterschiedlichen Instrumente sind von
hervorragender Qualität. Das Geräuschpaket ist immer eine Stärke bei
DF-Addons, so auch bei der B58.
Flugynamik:
Bei diesem Teil treten wieder die üblichen Beurteilungsprobleme auf. DF
hatte Zugang zu zwei echten B58 und damit natürlich auch zu deren Piloten.
Sie haben das Team tatkräftig unterstützt und so soll eine realistische
Umsetzung der Flugeigenschaften gelungen sein. Stichprobenartiges Erfliegen
der Polaren hat ebenfalls gezeigt, dass akkurat gearbeitet wurde.
Performance:
Wie bei der Bonanza warnt DF auch hier vor der Komplexität der
Simulation und den damit verbundenen Performanceproblemen. Auf unserem
System war davon jedoch nicht besonders viel zu merken. Zwar dauert das
Laden etwas länger als gewöhnlich, die Fliegerei wird aber kaum durch
Ruckler gestört. Nur beim Wechseln der Ansichten können kleinere Wartezeiten
auftreten, das ist aber sehr abhängig von der Festplattengeschwindigkeit.
Insgesamt ist die Performance für ein Flugzeug dieses Detailgrades
überraschend gut.
Zusatztools und Handbuch:
Die Konfiguration des Fliegers erfolgt vollständig über das eingebaute
Interface im 2D Panel. Dort kann man das VC ein- oder abschalten, den
Piloten einstellen und viele andere Änderungen vornehmen. Das ist sehr
komfortabel, da alle Einstellungen sofort wirksam sind, ohne Neustart des
FS.
Möchte man jedoch Bemalungen installieren, steht ein anderes Tool zur
Verfügung: Der DreamManager, der bei der B58 zum ersten Mal zum Einsatz kam.
Dieses Tool bietet außerhalb des FS eine 3D Vorschau der B58 in der
entsprechenden Bemalung. Ohne Probleme können damit außerdem neue Varianten
erstellt oder bestehende bearbeitet werden. Besonders praktisch ist das für
Repainter, denn sie müssen nicht unbedingt den FS starten um zu schauen, ob
ihre Kreation auch gut aussieht. Allerdings ist anzumerken, dass die
Qualität der Darstellung in diesem Programm eher schlecht ist.
Das Benutzerhandbuch besteht aus mehreren Teilen: zuerst werden die
Funktionen des Fliegers erklärt und zwar all diejenigen, die von Dreamfleet
erstellt wurden. Angehängt ist dann das Benutzerhandbuch der "Flight Line
430XP/530XP" von RealityXP und noch weiter unten das des "Sandel SN3308". Im
letzten Abschnitt findet man dann die Original Tabellen und
Performancekarten der B58. Insgesamt ist das Handbuch vollständig und
übersichtlich, nur die Integration der RealityXP-Handbücher könnte noch
besser sein.
Fazit:
Wieder einmal hat es Dreamfleet uns gezeigt: nach dem Kauf hält der
Kunde ein hervorragendes Addon in der Hand, an dem alle Komponenten sehr gut
überzeugen können. Vom Außenmodell über die Instrumentenbretter bis zum
Sound und der Performance: Nirgends traten irgendwelche Probleme auf.
Wünschenswert wäre nur gewesen, dass Besitzer der A36 ein günstiges Upgrade
auf die B58 erwerben können. Aber die 29$ wirken für das Paket angemessen,
ein hervorragendes Produkt!
Bewertung:
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Detaillierte Bewertung
Pro:
- hervorragendes Aussenmodell
- sehr gute Texturen
- 2D Panel mit vielen Instrumenten
- 3D Panel mit flüssigen Instrumenten
- satte Geräusche
- kaum Performancebeeinträchtigung
Kontra:
- hier kann man nichts schreiben
Kauf und mehr Informationen bei Dreamfleet.
Unterschiede der beiden Versionen:
Für Interessenten an der B58 gibt es auch noch die Lite-Version, die mit
$19 zehn US Dollar weniger kostet als die Standardvariante. Der einzige
Unterschied liegt in der Avionik: die Lite-Version enthält keine Reality-XP
Avionik und ist damit weitaus weniger komplex. Das GNS530 wurde einfach
durch das Standard-GPS des FS04 ersetzt und das EHSI durch einen künstlichen
Horizont (nicht durch einen normale Kompassrose?).
Für Anfänger oder preisbewusste Kunden eine super Alternative. Bald soll es
übrigens auch ein Upgrade von Lite auf Reality-XP geben.
Jorin Bonney für flugsimulation.com |
Jorin
im Impressum | Veröffentlicht am 29.10.2005 |
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