Review: FFS/Aeroworx Beechcraft KingAir B200
Flight Factory Simulations war bisher noch keine Größe im Paywaregeschäft, ebenso Aeroworx. Bisher veröffentlichte man kleinere Freeware- und Paywareprodukte. Das hat sich nun geändert, mit der Veröffentlichung des Kooperationsprojektes Beech KingAir B200. Es sei die realistischste Umsetzung einer Turboprop bisher, ließ man verlauten, die Screenshots sahen vielversprechend aus. Was nun tatsächlich herauskam soll dieses Review klären.

Kauf&Installation&Support:
Der Kauf der B200 kann ausschließlich über die Homepage von FFS erfolgen. Der Preis bewegt sich zwischen ca. $30 und $45, je nach dem ob man die Downloadvariante (ca. 70MB) oder die CD-Version wählt. Ein gedrucktes Handbuch enthält die CD-Version jedoch nicht. Die Bezahlung kann mit allen gängigen Kreditkarten abgewickelt werden, nach dem Kauf kann man die B200 im Kundenbereich herunterladen. Die Installation verläuft problemlos, beim ersten Start im FS muss die B200 noch registriert werden, wird das unterlassen, bleiben die beiden Displays im Cockpit dunkel. FFS verspricht schnellen Support im Problemfall. Wir haben den Support ebenfalls getestet. 3 Möglichkeiten gibt es, mit dem Team von FFS in Kontakt zu treten: eMail, LiveHelp und das Forum. Bei allen Varianten wurde uns schnell und kompetent geholfen, besonders LiveHelp ist praktisch, dort kann man mit dem Entwickler chatten.

Das Außenmodell:
Mit kleineren Modellen hat FFS Erfahrungen im Modelldesign gesammelt und diese offensichtlich beim Erstellen des B200-Modells perfektioniert. Das Modell sieht sehr gut aus und beim näheren Hinsehen kann man diesen Eindruck nur bestätigen. Kleinste Details wie beispielsweise die Bremsleitungen am Hauptfahrwerk, Trimmruder oder die Scheibenwischer wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.
Auch die Animationen sind sehr schön gelungen. Die Propellerverstellung, die Scheibenwischer und die Bremskabel am Hauptfahrwerk wurden animiert, alle Animationen sind sehr flüssig.
Die Texturen sind fast schon eine Spezialität von FFS, sie haben eine sehr hohe Auflösung (1024*1024) und das kommt dem Aussehen der Maschine natürlich sehr zu Gute. Praktisch jede Niete ist genau zu erkennen und alle Schriftzüge sind sehr gut lesbar. Vergleichbar gute Texturen habe ich bisher selten gesehen. Es liegen 3 Bemalungen bei, ein Paintkit wurde veröffentlicht.
Auch die Beleuchtung ist sehr schön geworden. Der Flieger hat eine Leitwerksbeleuchtung (ähnlich wie die Großen) und eine De-Icing-Beleuchtung. All das wurde zeitgemäß und realistisch umgesetzt. Auch die dezent gelbliche Innenbeleuchtung ist von außen gut zu sehen.
Gerade die Modellierung bei kleineren Flugzeugen ist kompliziert, da man auf viele Details achten muss. FFS hat das mit Bravour hinbekommen, ein perfektes Modell mit sehr schönen Animationen und hochdetaillierten Texturen. 10 von 10 Sternen.

Panel:
Auch in das Panel der B200, das dem der KingAir 350 etwas ähnlich ist, hat man viel investiert. Jedes Instrument wurde speziell erstellt, die Panelbitmaps sehen sehr gut aus. Wirklich jeder schalter dieses Instrumentenbretts wurde umgesetzt und beinahe jeder ist auch tatsächlich funktionsfähig. Das ist auch der Grund, warum die Originalchecklisten angewendet werden können und müssen. Denn die Bedienung dieses Fliegers ist aufgrund seiner Nähe zur Realität sehr komplex. Man muss tatsächlich auf die Triebwerkstemperatur beim Start achten, sonst kann es zu Schäden kommen. Besonders schön ist die Umsetzung der Displaysysteme gelungen. Die spezielle Programmiertechnik hat sehr gut ablesbare Displays erzeugt, die auch eine sehr gute Performance haben und zudem sehr gut aussehen. Das Standart-GPS wurde etwas modifiziert und eingefügt, so hat es nun auch die Möglichkeit implementiert, über das GPS Frequenzen einzurasten. Besonders sticht auch das TCAS hervor. Mit Liebe zum Detail hat man die Funktionen umgesetzt, sogar die Audiowarnungen funktionieren. Leider nicht umgesetzt wurde das Wetterradar, es dient ausschließlich als zweites Navigationsdisplay. Das soll die Wertung allerdings nicht trüben.
Nicht nur das Piloten-Panel sondern auch das Panel des Copiloten wurde umgesetzt. Auch hier sind nochmals einige spezielle Gauges programmiert worden, darunter ein sehr schöner Radarhöhenmesser.

Das Aufrufen der Unterpanels von denen es 11 Stück gibt, erfolgt über kleine Thumbnails an der oberen Bildschirmkante (diese sind auch ausblendbar), den Unterpanels wurde genau so viel Liebe gewidmet wie den Hauptpanels. Ein besonder schönes Gimmick gibt es hier: drückt man den Knopf für die Kaffeemaschine, hört man wie eine automatische Maschine im Hintergrund eine Tasse Kaffe kocht, sehr lustiges Feature!
Die Nachtbeleuchtung ist auch noch eine extra Erwähnung wert: die Beleuchtung jeder einzelnen Instrumentengruppe kann man über das Overheadpanel steuern. Diese Beleuchtungseffekte sehen sehr gut aus.
Dieses Panel ist auf jedem Fall das beste, das ich bei einem Flugzeug dieser Kategorie im FS jemals gesehen hab, daher wohl verdiente 10 Sterne!
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Virtuelles Panel + Kabine:
Ein großes Augenmerk hat FFS auch auf das Design des virtuellen Cockpits gelegt. Alle Schalter sind klickbar, was heißt, dass der Flieger auch komplett aus dem virtuellen Cockpit geflogen werden kann. Optisch zumindest ist sehr attraktiv, denn das virtuelle Panel sieht sehr gut aus und überzeugt insbesondere auch durch hochausgelöste Texturen, außerdem wurde fast jeder Schalter auch in 3D umgesetzt. Es wurde ein sehr guter Kompromiss aus Detailgetreue und Performance gefunden.
Das alles trifft auch für die virtuelle Kabine zu. Dort lassen sich zwei Türen per Klick öffnen, die Texturen sehen gut aus und auch die Modelle sind nicht zu kantig.
Die Nachtbeleuchtung ist auch hier sehr gut gelungen. Einserseits die Hintergrundbeleuchtung der Instrumente und andererseits die Komplettbeleuchtung des Panelraums und der Kabine mit GMAX-Leuchteffekten.
Auch hier 10 Sterne.

Geräusche:
Die Geräusche wurden von Meatwater gemacht, einer Größe im FS-Sounddesign. Entsprechend schön sind sie gelungen, inklusive des Gimmicks mit der Kaffeemaschine. Sie klingen alle satt und sind qualitativ sehr hochwertig. Keine Frage, dass er die Aufnahmen an echten Flugzeugen durchführen konnte. Einen ganz kleinen Fehler gibt es dennoch: reduziert man die Drehzahl der Turbine, drehen sich die Blätter irgendwann nicht mehr mit, in diesem Modus hört man trotzdem den brummenden Sound der Propblätter. Ich weiß allerdings nicht, ob das technisch überhaupt anders lösbar ist: 10 Sterne.

Flugdynamik:
Die Flugdynamik wurde in Zusammenarbeit mit einem B200-Piloten erarbeitet, der auch für das Handbuch geschrieben hat. Wie immer kann ich hier nichts genaues zum Realismus sagen, der Flieger fühlt sich aber sehr gut an. Besonders interessant ist das Verhalten bei Motorausfall auf einer Seite. Die Maschine bleibt im angegebenen Geschwindigkeitsbereich gut fliegbar. Mein Gefühl ist, dass die Flugdynamik durchaus realistisch ist, das fließt positiv in die Bewertung ein.

Performance:
Die Systemanforderungen empfehlen ein System mit 1.8 echten GHZ, 512 MB RAM und eine 128MB-Grafikkarte. Das Testsystem liegt etwas darunter und trotzdem bleibt die Maschine fliegbar, auch wenn die Performance nicht optimal ist. Die Ladezeiten sind zwar gering, es kommt aber selten zu den eingestellten 25 fps. Dennoch ist die Performance für ein Flugzeug mit so vielen Details recht gut, man hat viel Zeit in die Optimierung investiert und so bleibt die Maschine in jeder Kombination gut fliegbar. Ich empfehle aber eine schnelle Grafikkarte mit viel Speicher und einen fixen Prozessor. Das Verhältnis zwischen Details und Performance ist aber dennoch sehr gut, daher 9 von 10 Sternen.

Sonstiges:
Auf der Homepage von FFS kann man kostenlos das 109-seitige Pilots Operating Handbook herunterladen. Enthalten sind sehr viele Infos zu den Instrumenten und besonders auch zur echten B200, so auch die Checklisten. Außerdem steht am Anfang eine schöne Einleitung von einem echten B200-Piloten. Wer wissen möchte, worauf er sich mit diesem Flieger einlässt, sollte das Handbuch lesen, sehr informativ und schön aufgemacht.
Die B200 enthält noch ein Modul, das FSMaintenance (LAGO) ein wenig ähnelt. Erstens kann man generelle Konfigurationen (Refreshrate der Displays) vornehmen. Zweitens bietet das Modul eine Maintenance-Simulation. Wenn man das aktiviert, wird beispielsweise Öl verbraucht, die Reifen werden abgenutzt und das Triebwerk muss in die Wartung. Mißachtet man diese Wartungsnotwenigkeiten, kann es zu Systemausfällen kommen. Mit virtuellem Geld (das aber offensichtlich grenzenlos zur Verfügung steht) kann man Mängel beheben. Dieses Modul ist eine sehr nette Erweiterung zu dem Flugzeug, das den Spaß deutlich erhöht.

Fazit:
FFS und Aeroworx haben die realistischste Umsetzung einer Turprop bisher versprochen und damit haben sie nicht übertrieben. Alle Teile des Pakets wurden mit viele Liebe zum Detail gestaltet und funktionieren sehr gut. Schöne Texturen, super Animationen, gute Flugdynamik, akkurat simulierte Systeme. Für die realistischste Turboprop bisher gibt's 10 Sterne und einen Award.
**********
Pro:
- Schönes Modell, schöne Animationen + Texturen
- super Panel mit akkurater Systemsimulation
- 3D Interior
- super Geräusche
- Performance-Detaillevel in gutem Verhältnis
Kontra:
- nix

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- AMD Athlon 1500+
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- ATI Radeon 9100 128MB
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