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Review: Freeware Avia BH-5 und BK-11

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Der grobe Überblick

Seit Dezember 2007 gibt es die Avia für den FS2004 und den FSX bei Avism.
Das Paketchen wurde von Štìpán Obrovský geschrieben und für den FS9 bis heute über tausendmal heruntergeladen.
FS9 Link: http://library.avsim.net/download.php?DLID=113600
FSX Link: http://library.avsim.net/download.php?DLID=113601
Die Avia ist ein Oldtimer aus den zwanziger Jahren – klingt nicht wirklich spannend, aber abwarten!
Nach dem Download der 32 Megabyte findet sich ein Autoinstaller auf der Festplatte wieder, der, wenn mit den richtigen Pfaden gefüttert, die beiden Modelle und drei Bemalungen extrahiert. Ein Handbuch ist nicht dabei.


Die Avia BH-5 und BK-11 in der Realität...

BH-5
Die erste (und leider auch einzige) BH-5 wurde um 1920 herum von den tschechoslowakischen Ingenieuren Pavel Beneš und Miroslav Hajn gebaut.
Die Avia erregte bei einem Sportflugzeugwettbewerb einiges Aufsehen, da ihr Design damals sehr ungewöhnlich und fortschrittlich war.
Aus der BH-1 heraus entwickelt, hatte die BH-5 ein dickes Flügelprofil. Die Flügel wurden von zwei Streben mit dem oberen Rumpfsegment verbunden, was die Geschwindigkeit reduzierte.
Der Sechs-Zylinder-Sternmotor mit 70PS der Maschine stammt aus den Werken von Allessandro Anzani – der Konstrukteur, der auch den Motor für den ersten Ärmelkanalflug 1909 baute.

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BK-11
Die Bk-11 war das Nachfolgemodell der BH-5. Sie wurde drei Jahre später von denselben Konstrukteuren gebaut, die wichtigsten Änderungen erfolgten im vorderen Rumpfsegment und bei der Flügelform. Auf die Flugeigenschaften hatten diese Veränderungen jedoch keinen merklichen Einfluss. Von den 20 gebauten Exemplaren der BK-11 sind heute noch zwei im Prager Flugmuseum zu sehen.

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...und im Flight Simulator.

Außenmodell & Texturen


Das Außenmodell der Avia ist sehr gelungen, schon der erste Eindruck zeigt hier dem virtuellem Piloten wie emsig der Autor gearbeitet hat.
Das Modell ist sehr detailliert – er ist einfach eine Pracht:

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Alle Kabel wurden berücksichtigt. Schade, dass ich kein Foto von dem echten Motor habe – ich würde zu gerne vergleichen oder suchen, ob etwas fehlt. Alles, was ich zum Vergleich hatte, war ein Bild eines älteren Zwei-Zylinder Motors dieses Ingenieurs, aber selbst so erkennt man die Detailfülle des Modells im Simulator.
Bei jedem Saughub des einzelnen Zylinders spannt sich eine Feder, die wieder in den normalen Zustand zurückkehrt.

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Es wurden sehr viele Schrauben und Seile eingearbeitet. Bedient man die Steuerelemente, kann man an der entsprechenden Stelle beobachten wie sich das dünne Stahlseil bewegt.
Der Pilot bewegt den Kopf fortwährend, nicht nur im Kurvenflug. Er dreht den Kopf mal nach links, mal nach rechts. Oder er bewegt ihn nach vorne oder hinten.

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Man kann von außen sehen wie der Pilot das Flugzeug steuert und die Bewegungen der Steuerknüppel und Schubhebel mitverfolgen. Die Texturen sind ebenso schön wie das Modell. Sehr scharf sind sie auch, erkennt man doch sogar, dass alle Schrauben Schlitzschrauben sind, zudem sieht man die Knöpfe auf dem Bezug des Cockpits und die Nähte der Außenhaut. Ebenso der Pilot: Er ist in eine Lederjacke mit einem Innenfutter aus Fell geschlüpft, trägt Schal und Fliegerbrille.

Flugdynamiken

Hierzu kann ich leider kaum etwas schreiben, und was ich schreiben kann sind einzig Folgerungen aus dem Bau der Maschine.
Mit den 70PS des Motors und dem nicht idealen Design des Flugzeuges schafft die Avia es in beiden Versionen auf gerade einmal 150kph, in der Regel kann man dem Motor 80% der Leistung auf Dauer abverlangen und so liegt die Reisegeschwindigkeit bei ungefähr 130 bis 140kph.
Achtung! Wo Militär draufsteht muss nicht Militär drin sein. Mit der Avia lassen sich keine Rollen fliegen, dreht sich der Flieger auf den Kopf verliert er sofort an Leistung und stirbt ab (liegt wahrscheinlich am Vergaser - wie es sein soll). Loopings sind auch erst nach einem Sturzflug aus 500 Metern über Grund möglich, aber das hält der Flieger normalerweise nicht aus (hehe, hab ich ausprobiert!).
Die Landung gestaltet sich nicht ganz ungefährlich, einige Meter über der Piste hat die Avia die Angewohnheit plötzlich mit einer Tragfläche, meist der rechten, wegzusacken.
Ich kann nur sagen, dass die Dynamiken passend erarbeitet wurden, denn die Avia verhält sich wie man es von einem 90 Jahre alten Flugzeug erwarten kann.


Animationen

Viel kann man bei einem solch kleinen Flieger nicht verlangen, würde man zumindest vermuten können. Das hatte ich ursprünglich auch gedacht.
Nach der Landung und dem Rollen auf das Vorfeld die Parkbremse ziehen, Motor abstellen und dann aussteigen. Doch welch Überraschung! Stellt man den Motor ab und zieht die Parkbremse, tauchen Werkzeugkiste, ein ölverschmiertes Brett unter dem Motor, eine ausgetretene Trittleiter und Radklötze aus Metall auf. Nicht neu, aber sehr schön gemacht.
Drückt man dann Umschalt und E um die Tür zu öffnen, verschwindet der Pilot aus dem Cockpit.

 

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Er macht sich aber nicht einfach so aus dem Staub: Brav schnallt er sich vorher ab und legt den Sicherheitsgurt ordentlich auf den Sitz. Das ist etwas ganz neues.

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Des Weiteren findet sich noch ein rotes Fähnchen vor dem Staurohreinlass, und das Höhenruder hängt ordnungsgemäß nach unten. Genauso wie der ganze Flieger sind die Animationen sehr originell und einfallsreich.

3D-Cockpit

Ein 2D-Cockpit gibt es nicht, was auch völlig Sinn macht, denn das virtuelle ist wunderbar gemacht. Die Gauges, die auf einer scharfen Textur liegen, sind sehr flüssig animiert und sehen gut aus.

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Der Altimeter ist besonders hübsch gemacht. Er hängt an vier Federn und ist ein französisches Fabrikat. Möchte man ihn einstellen, dreht sich das gesamte Ziffernblatt.
Der Treibstoffstandanzeiger verbirgt sich hinter milchigem Glas, das aber noch durchsichtig genug ist.
Nach dem Kompass musste ich suchen, dieser befindet sich unter dem Bein des Piloten. Es wird auf Knopfdruck (mit der Maus darauf klicken) durchsichtig.

Systemtiefe

Der einzige Punkt, den ich hier ansprechen kann ist der Motorstart. Dieser geht recht einfach von Statten: Zwei Hebel umlegen, den Magnetschalter drehen und schon sieht man wie Treibstoff durch eine kleine Birne im Cockpit fließt, und man hört, wie der Motor anspringt.
Wie zuvor schon beschrieben, stirbt der Motor ab, wenn sich der Flieger auf den Kopf dreht. Nett, dass der Designer dies berücksichtigt hat!

Sound

Die sechs Zylinder sind nicht viel, und das kann man hören. Nicht, dass der Sound nichts zu bieten hätte – er ist sehr stimmig, und wie es sich für die paar PS gehört, nicht besonders laut. Im Leerlauf hört man den Motor knattern und husten. Wenn man aber das Gas aufdreht, merkt man wie er auf Touren kommt. Keine unterschwelligen Geräusche wie das Quietschen einer Endlosschleife stören diese Musik. Während des Fluges hört man den Wind im Cockpit pfeifen, beim Zuhören spürt man förmlich die Kälte.

Performance

Ich habe die Avia auf Aerosofts Helgoland getestet und kann nur sagen: Hut ab! Ich hatte in keiner Ansicht, weder bei schönem, noch bei schlechtem Wetter, weder bei Tag noch bei Nacht weniger als zwanzig Frames. Einfach klasse!


Fazit

Die Avia von Štìpán Obrovský ist eine Perle. Es ist beinahe schade, dass ich keine Sterne verteilen darf, denn diese Freeware ist super. Es ist ein wunderbares Zusammenspiel von ruckelfreien Gauges, einem sehr schönen Außenmodell, scharfen Texturen und witzigen Animationen.
Trotz der läppischen 70 Pferdestärken ist sie der Ferrari unter den Oldtimer-Produkten.
Sollte ich etwas zur Langzeitmotivation sagen, bliebe nur: Suchtgefahr!

Pro und Contra

+Außenmodell
+Virtuelles Cockpit
+Sounds
+Animationen
+Performance

-Handbuch fehlt

 

 

David Kusserow für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 26.03.2009 | Counter: 3146 Besucher

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