Flight1 ATR 72-500
Einleitung:
Als die ATR72 von Flight1 angekündigt wurde, musste man aufhorchen. Eine
Weltpremiere sollte mit diesem Addon bevorstehen. Erstmals trat ein
Flugzeugbauer an einen Addonhersteller heran, und bat um eine Umsetzung für den
Flugsimulator von Microsoft. So etwas hatte es wirklich noch nicht gegeben. Für
die Umsetzung verantwortlich zeigen sollte sich ein Team um Hans Hartmann, das
schon mit der Dreamfleet B737 von sich Reden gemacht hatte. Die
Flugsimulatorwelt erwartete also ein Addon mit enormer Detailgetreue, vor allem
was die Simulation der Systeme anging.
Im Oktober 2004 war es dann endlich soweit. Können die hohen Erwartungen erfüllt
werden? Mit Hilfe des Realpiloten Christian wollen wir dieser Frage auf den
Grund gehen...

Kauf und Installation:
Der Kauf dieses Pakets kann bisher nur direkt über Flight1 erfolgen. Bald soll
es aber auch eine Version auf CD geben. Bisher ist die ATR nur für DSL-Inhaber
geeignet, 149MB müssen heruntergeladen werden. Zur Bezahlung wird der Flight1
Wrapper verwendet, der das Produkt nach erfolgreicher Bezahlung mittels
Kreditkarte auch gleich freischaltet. Die Installation danach verläuft
problemlos, es muss allerdings auf dem FLUSI-PC ein Internetzugang bestehen um
die ATR installieren zu können.
Insgesamt funktioniert die Installation sehr gut.

Außenmodell:
Bei diesem hochkarätigen Team war es eigentlich nicht anders zu erwarten: das
Modell ist hervorragend. Ecken und Kanten fallen keine auf, auf kleinere Details
wie Staurohr oder Klappenanlenkungen wurde geachtet. Sehr schön sind auch die
Animationen, besonders die der Frachttür. Da Klappen und Fahrwerk mit den realen
Geschwindigkeiten simuliert werden, ruckeln die Animationen ein wenig, das ist
aber ein Problem des FS.
Die Texturen konnten mich nicht ganz so sehr überzeugen. Die Auflösung könnte
ein wenig höher sein, Auf den Screenshots kann man die grauen Punkte auf dem
Rumpf der Eurowings ATR sehr gut erkennen. Die Texturen sind weder ganz
fotorealistisch noch ganz gezeichnet sondern irgendwo in der Mitte. Im Internet
gibt es die der größeren Fluggesellschaften zum Download. Eingebunden werden
diese über die Text-o-Matic, dazu aber später mehr.
Insgesamt ist das Modell sehr gut, die Texturen könnten aber etwas detaillierter
sein.

Panel:
Die nächste Sektion in unserem Review ist das Panel. Hierbei wollen wir nicht
zwischen VC und 2D Cockpit unterscheiden, da beide über identische Funktionen
verfügen, und sich lediglich in der Perspektive unterscheiden. Auf die geringen
Unterschiede zwischen den beiden Panelvarianten kommen wir später in der Sektion
zu sprechen. Wir werden die Systeme der ATR näher beleuchten und deren Umsetzung
im Flugsimulator. Auch werden wir einen Abstecher ins Außenmodell machen, um
eine Funktion des Cockpits demonstrieren zu können. Worauf wir nicht zu sprechen
kommen werden, ist die vorhandene Kabine, die wird das Thema in der nächsten
Sektion sein, aber nun genug geredet, fangen wir an.
Die Grundlage eines Cockpits für den Flugsimulator sind ja bekanntlich die
Bitmaps, worauf die Gauges platziert werden. Alleine nur deswegen hätte die ATR
einen Award verdient, gestochen scharf, fotorealistisch, aber trotzdem kaum
Performanceprobleme. Und das in jedem Panel Modus.
Eine Besonderheit der ATR ist die Propbrake. Flight1 hat es erstmals bei einem
Paywareaddon geschafft, eine solche Propellerbremse realistisch umzusetzen.
Heißt also, wenn wir den Schalter für Propbrake im Overhead Panel umlegen, und
dann das Triebwerk starten, fährt es zwar hoch, aber der Propeller bleibt
stehen. Das dient als Ersatz für die APU und soll den Flieger alleine mit
Elektrik und Druck versorgen. Da wir ja schon das Overheadpanel erwähnt haben,
wenden wir uns ihm direkt zu. Das Overheadpanel eines Verkehrsflugzeuges ist wie
das Gehirn für den Menschen: Von hier werden die meisten Systeme des Fliegers
gesteuert. Klar, dass bei der ATR einiges an Funktionen zusammen kommen müssen,
z.B. Hydraulik, Lichter, Elektrik, Kabinendruck usw. Das Overhead ist bei der
ATR klar strukturiert, aber das lässt sich besser in einem Bild zeigen als mit
Worten beschreiben.

Auf näheren Funktionsweisen der Systeme möchte ich nicht eingehen, das würde
das Review zum Platzen bringen und das Lesen des immerhin 450 Seiten starken
Manuals unnötig erscheinen lassen. Jeder Schalter im Overhead Panel bewirkt
irgendwo irgendwas, sei es das Ausfallen eines Triebwerks oder ganz simpel
Erleuchten eines Lämpchens. Einige Fehlerchen sind mir hier jedoch beim Light
Test aufgefallen. Hier leuchten einige Lämpchen auf, die es eigentlich nicht
sollten und umgekehrt.
Jetzt senken wir unseren Kopf und betrachten das Mainpanel. Und hier gibt es
einen großen Unterschied zwischen den einzelnen Panelvarianten. Die
Condensed-Version des Panels umfasst die Hauptinstrumente wie PFD, ND, Altimeter,
TCAS etc. und die Triebwerksinstrumente für beide Triebwerke. In der
Defaultversion (Full Cockpit) sind zwar PFD, ND etc. besser lesbar, dafür fehlen
die rechten Triebwerksinstrumente komplett. Sie lassen sich zwar einblenden,
verdecken dafür aber wieder andere Teile des Panels. Außer vom Aufbau der
Instrumentierung unterscheiden sich beiden Mainpanelvarianten von den Funktionen
gar nicht. Das PFD, ND sowie das TCAS wurden, wie wir das von Hans Hartmann
bereits gewohnt sind, mit GDI+ programmiert. Dadurch ist eine gute Performance
der genannten Gauges gewährleistet, man kann sogar die Bildwiederholungsrate der
Instrumente im Konfigurationstool der ATR nach belieben einstellen, dazu kommt
später mehr. Wir wollen uns vor allem diese 3 Instrumente ansehen, da sie über
einige Funktionen verfügen, die bisher nur bei einem Zusatzflugzeug
implementiert wurden. Gemeint sind damit das PFD und das ND, die einen so
genannten Composite-Modus unterstützen. Falls eines der beiden Instrumente
während eines Fluges ausfällt bzw. ausgeschaltet wird, wechselt das übrig
gebliebene Instrument in einen Modus, in dem alle Informationen auf einen Blick
verfügbar sind. Im Einzelnen sind das die Fluglage, Kurs, Autopilotmoden und der
reale Abstand zum Boden (bei weniger als 2000ft Höhe). Durch einen kleinen
Zusatzdownload auf der Homepage lassen sich die Bildschirme auch vergrößern. Das
Tcas besitzt eine Fähigkeit, die ein bestimmtes Programm, das unter
Onlineflieger weit verbreitet ist, unnötig erscheinen lässt. Die Rede ist von
dem Programm Ai-Bridge, welches TCAS-Gauges, ob Freeware oder Payware,
onlinefähig macht. Hans Hartmann hat es geschafft, ein TCAS zu entwickeln, das
weder Ai-Bridge noch irgendein anderes Programm benötigt, um online andere
Flieger anzuzeigen und gegebenenfalls entsprechende Meldungen ausgibt. Auch
wurde das Testbild des TCAS integriert. Die restlichen Gauges sind eher
unspektakulär, alles was der Flusipilot zum navigieren braucht ist da. Das Power
Management System ist noch erwähnenswert, darauf möchte ich aber zu einem
späteren Zeitpunkt eingehen. Wir wollen noch auf den Autopiloten und das FMC zu
sprechen kommen. Aber zuerst mal der Autopilot. Dieser wurde hervorragend
umgesetzt. Er hält die Höhe hervorragend, fliegt weiche Kurven und interceptet
den GS und Loc richtig. An sich nichts zu bemängeln. Um das FMC mit der
Lnav-Funktion des AP zu koppeln und die im FMC einprogrammierte Route anzeigen
zu lassen ist es nötig, im EFIS Control Panel von V/L auf RNV umzuschalten und
den Map-Mode zu aktivieren. Auch lassen sich im EFIC-Control-Panel noch die
Reichweite des Map-Mode, Helligkeit des PDF und Nd und die Decision Height
einstellen. Mehr Funktionen zum EFIS findet man im Manual. Jetzt befassen wir
uns mit dem FMC. Diejenigen unter uns, die sich mit dem 737-FMC von Dreamfleet
auseinander gesetzt haben, werden sich sofort heimisch fühlen. In vielen Punkten
stimmt die Benutzung mit der des 737-FMCs ein, auch das Erscheinungsbild einiger
Pages sollte einem bekannt vorkommen. Trotzdem unterscheiden sie sich doch in
einigen Punkten recht stark, so z.B. in der Eingabe eines Directs oder der VNAV
Seite (nein, der Autopilot verfügt über keine solche Funktion; sie ist lediglich
als Information für den Piloten gedacht).
Wir senken unseren Kopf abermals und betrachten das Pedestal Panel näher. Bei
der ATR findet man auf dem besagten Panel alle Kommunikationsinstrumente und die
Schubhebel, wo die zentrale Steuerung des Power Management Systems zu finden
ist. Um das Power Management zu aktivieren muss man lediglich die Schubhebel in
die Notch schieben und auf dem Mainpanel die aktuelle Flugsituation (Take-off,
Maximalen Schub, Climb oder Cruise) per Drehschalter angeben. Dann sollte der
Schub richtig gehalten werden. Auch die Np regelt das PM selber. Com1, Com2,
Transponder und die beiden ADF’s finden sich hier ebenfalls. Der Transponder
soll sogar Squawkbox3 fähig sein (konnte ich leider nicht nachvollziehen, muss
ich mich hier auf einer Aussage von einem Beta-Tester beider Addons stützen).
Das Panel ist hervorragend umgesetzt worden und bietet Funktionen, die es bisher
noch nie gab. Wenden wir uns nun der...

Virtuellen Kabine
zu. Flight1 liefert mit dem Paket insgesamt 4 unterschiedliche
Konfigurationsmöglichkeiten der Kabine mit. Hauptunterschied ist die Farbe der
Bestuhlung(Standard Blue, Elégance Blue, Elégance Green, Elégance Red). Man kann
die Türen zum Cockpit öffnen und sich mittels Active Camera oder dem Flight1
Tool in der Kabine bewegen. Interessant erscheint einem in diesem Addon die
Toilette, die ebenfalls umgesetzt wurde, samt Spülung! Direkt gegenüber der
Toilette kann man mittels Konfigurationstool den Namen des Piloten und Copiloten
auf einer Tafel darstellen lassen. Auch die Gepäcknetze zwischen Cockpit und
Kabine wurden umgesetzt. Ein sehr gutes Abbild der Kabine wurde hier umgesetzt.

Geräusche:
Flight1 hatte Zutritt zu einer realen ATR und das spiegelt sich auch ganz
besonders bei den Geräuschen wider. Die Enginegeräusche selber klingen schön
voll und satt, sowohl innen als auch außen. Einen kleinen Fehler gibt es
dennoch: bremst man den rechten Propeller mit der Prop-Brake ab, hört man statt
dem Pfeifen der Turbine noch weiterhin das dumpfe rattern des Propellers.
Zu den Geräuschen gehören jedoch nicht nur die Motoren, auch die unzähligen
Geräusche im Cockpit wurden vorbildgetreu eingebaut, das bestätigt unser
Realpilot. So scheinen alle Geräusche Original zu sein und auch zum richtigen
Zeitpunkt abgespielt werden (zwischen Trimmen und dem entsprechenden Geräusch
liegt eine Sekunde, das ist exakt), kleinere Fehler wie ein wenig zu viel
Lautstärke können sicherlich schmerzlos verziehen werden.
Insgesamt sind die Geräusche perfekt.

Handbuch:
Das Handbuch der F1 ATR 72 ist ein Superlativ: 481 Seiten ist es dick. Darin
enthalten sind ein Operations- Manual für die simulierte Version, ein Original
Aircraft Flight Manual mit Systembeschreibungen und den Leistungstabellen und
-diagrammen sowie zwei Tutorialflüge. Man sollte sich wirklich Zeit nehmen, das
einmal durchzulesen, es ist sehr gut gemacht und enorm informativ. Ich wage zu
behaupten, dass es ein so detailliertes Handbuch für einen simulieren Flieger
bisher noch nicht gab. Absolut Top!

Konfigurationstool:
Normalweise kommen die meisten Addonprodukte mit 2 unterschiedlichen
Konfigurationsprogrammen. In der Regel sind das Programme um bestimmte
Einstellungen im Panel vorzunehmen und ein sogenannter Loadeditor, womit man das
Gewicht des Flugzeuges nach eigenen Wünschen einstellen kann. Flight1 hat sich
nun für ein kompaktes Tool entschieden, und beide Programme in ein einziges
zusammengeschlossen. Als erstes behandeln wir den Aufbau der GUI. Um zu den
verschiedenen Sektionen zu kommen muss man in einer oberen „Menü“-Leite auf ein
Bild klicken. Was genau hinter einen Button steht kommt erst durch ein
sogenanntes Hint heraus, das sich nach einer bestimmten Verweildauer auf dem
Button einblendet. Nach dem Programmstart wird zuerst der „Instrument Panel
Settings Screen“ eingeblendet. Hier kann man zwischen Full Panel, 1st Officer
Panel und Condensed Panel wählen, und das sogar in 2 verschiedenen Farben. Zur
Auswahl stehen zum einen die braune Cockpit Farbe der ATR und die seit Anfang
des Jahres verfügbare, Airbus typische blaue Farbe. Auch lassen sich die
2D-Umsichten einschalten, falls einem die 3D-Varianten nicht gefallen. Um die
Performance zu steigern, kann man zwischen 2 Auflösungen der Texturen und Gauges
im virtuellen Cockpit wählen.
Wir gehen nun im Programm auf den nächsten Menüpunkt und befassen uns mit dem
Loadeditor. An sich gibt es hier keine Besonderheiten, jeder einzelne Passagier
kann an seinen Sitzplatz gesetzt und das Cargo-Gewicht bestimmt werden. Aber
eine erste Erneuerung gibt es. Man kann erstmals zwischen Männer, Frauen und
Kinder unterscheiden und das ZFW entsprechend anpassen.
Als nächstes schauen wir uns die Konfigurationsmöglichkeiten der einzelnen
Gauges und Sounds an. Hier kann man die Framerate der Instrumente beeinflussen
und die Lautstärke der Sound-Dateien einstellen. Das kann später ebenfalls zu
Performance-Gewinnung führen, da weniger Bilder berechnet werden müssen.
Die letzte Sektion des Tools befasst sich mit dem Modell. Man kann das VC, die
Tragflächen und die virtuelle Kabine ein – bzw. ausblenden. Auch die Sitzplätze
in der Kabine lassen sich hier in 4 Farben konfigurieren. Als letztes ist es
möglich, sich einen Sitzplatz einzustellen. Dieses Möglichkeit ist jedoch nur
bei aktivierten 2D-Innenansichten möglich.
Nicht vergessen sollte man die Text-o-Matic, die bei Flight1 inzwischen Standart
ist. Damit ist es sehr einfach, neue Bemalungen zu installieren.

Flugdynamik:
Diesmal kommt nicht das Übliche an dieser Stelle, nein, diesmal hatten wir einen
Realpiloten der ATR im Team dabei, der uns bei Panel und Flugdynamik tatkräftig
unterstützt hat. In diesen Teil werden seine Eindrücke mitverarbeitet.
Los geht's mit den Triebwerksstart, er funktioniert exakt wie beim Original.
Auch die bei der ATR so wichtige Propellerbremse für die rechte Seite
funktioniert wie beim Vorbild. Beim Rollen scheint ein wenig mehr Power benötigt
zu werden. Normalerweise kann man mit der ATR rückwärts rollen, im FS
funktioniert das nicht so gut, nur ganz langsam und mit viel "Gas" geht das.
Beim Startvorgang beschleunigt sie korrekt, auch der Abhebvorgang entspricht der
Realität. Nach dem Abheben wird der Yaw Damper eingeschaltet, er arbeitet aber
nicht ganz korrekt, bei einer Kurve, nur mit dem Querruder geflogen, sollte die
Kugel eigentlich beinahe in der Mitte bleiben, das tut sie aber nicht.
Auf 1500 Fuß geht es dann ans Beschleunigen, vorher wird der Power Management
Schalter aber auf "Climb" gestellt, dabei fährt die Propellergeschwindigkeit
(NP) etwas zu schnell auf 82% zurück. Die Steigperformance ist aber sehr
realistisch umgesetzt, mit 170 Knoten steigt man zwischen FL200 und FL240 mit
nur 400-700ft/min. Bei der Reisegeschwindigkeit auf Flugfläche 240 liegt die
simulierte ATR ca. 10 Knoten über ihrem Vorbild, auf FL180 liegt sie aber schon
deutlich näher an am Original.
Nun wollen wir uns der Landung zuwenden: die Performancedaten für den Sinkflug
sind wieder recht gut getroffen, die F1 ATR ist bei 1-2° weniger Anstellwinkel
ca. 10 Knoten schneller. Unrealistisch ist das Aufleuchten des Lo Pitch-Lichts.
Dieses ist abnormal und führt normalerweise zum Abschalten des Triebwerks.
Der Effekt, welcher beim Ausfahren der Klappen eine Reduzierung des Sinkwertes
bewirkt, wurde sehr gut getroffen. Es gibt jedoch noch einen kleinen Fehler bei
der Motorensimulation: Power Management steht auf "Take Off" und der Schubhebel
ist auf 100% Torque eingestellt, normalerweise sollte dann auch die
Propellerdrehzahl wieder auf 100% gehen, das bleibt aber leider aus.
Damit wären wir am Ende unseres ausführlichen Tests der Flugdynamik. Am Ende
bleibt ein positiver Gesamteindruck: Flight1 hat es weitestgehend geschafft, dem
Original sehr nahe zu kommen - Kleinigkeiten gibt es, aber nach wie vor bringt
Flight1 Servicepacks heraus, in denen weitere Punkte korrigiert werden. Im
Endeffekt wertet die Flugdynamik das Produkt auf.
Performance:
Bei einem derart komplexen Flieger erwartet man natürlich eine problematische
Performance, ganz so schlimm ist es aber nicht. Im Vergleich beispielsweise zur
CS707 bleibt die ATR gut fliegbar. Deutlich sind jedoch die Unterschiede
zwischen den Panelansichten. In der Anflugsicht hat man beispielsweise nur halb
so viele Bilder pro Sekunde wie in der normalen Panelsicht. Im virtuellen Panel
jedoch ist trotz zwei unterschiedlichen Texturvarianten für unterschiedliche
Systeme, die Performance problematisch, 10 fps werden im Anflug auf Seattle
nicht überstiegen. Das Außenmodell bewegt sich im Mittelfeld, bleibt aber meist
unter 20fps. Die Ladezeiten sind in Ordnung. Die Zahlen im Einzelnen:
Anflug KSEA Tag:
2D Panel: 14
3D Panel: 08
Kabine : 11
Modell : 15
Anflug KSEA Nacht:
2D Panel: 17
3D Panel: 07
Kabine : 12
Modell : 18
Für einen Flieger dieses Detailgrades jedoch ist die Performance nicht zu schlecht.

Fazit:
Wenn man schon die Liste der Beteiligten liest, die die ATR programmiert haben,
lässt einen vor dem Kauf vorschweben, auf welchem Niveau sich das Produkt
befinden muss. Namen wie Lous Betti, Alexander Metzger oder Hans Hartmann sind
populär in der Szene und stehen für extrem hohen Realismus. Und den haben sie
ohne Zweifel auch bei der ATR wieder geschaffen. Sie verfügt über alles, was das
Flugsimulator Herz höher schlagen lässt, sei es Panel, Außenmodell oder Sounds.
An Innovationen mangelt es nicht, z.B. die Propbrake oder das Online fähige TCAS.
Daher lass ich es mir nicht nehmen, und verleihe ihr den Award für Innovation,
und spreche eine eindeutige Kaufempfehlung aus. Insgesamt kann die ATR auf der
ganzen Linie überzeugen, allein die Performance trübt den Eindruck ein wenig.
Dennoch ein absolutes Must-Have!
Knapp schrammt die ATR an 10 Sternen vorbei, verantwortlich dafür: die
Performance.
Detaillierte Bewertung

Mehr Infos und Kauf: http://atr.flight1.net
Jorin Bonney und Felix Schmidt für flugsimulation.com




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