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Review: Aerosoft A-10

Die A-10 ist ein besonderes Flugzeug. Betrieben wird sie von der US Luftwaffe, ihre Funktion: die Bodenunterstützung, besonders das Zerstören von Panzern. Auf Grund ihres äußerst stabilen Aufbaus und der Art ihrer Konfiguration (mit den Triebwerken außerhalb des Rumpfes), ist sie deutlich unempfindlicher gegen Schüsse vom Boden aus, das macht die Einsätze in so geringen Höhen möglich. Pilot und wichtige Systeme werden durch eine Titankonstruktion geschützt. Die A-10 wurde um eine sehr starke Kanone herum gebaut, die auch die Primärwaffe des Fliegers ist, außerdem kann die A-10 eine Menge weiterer Waffen mitnehmen.
Insgesamt ist die A-10 äußerlich sehr funktional gestaltet, Piloten und Fans gaben dem Flugzeug auf Grund seines daher weniger hübschen Erscheinungsbildes den Spitznamen "Warzenschwein".
Für den FS gab es bisher kaum Umsetzungen der A-10, erst Recht nicht als Payware. An eine hochwertige Umsetzung machte sich jetzt ein Team von Aerosoft.

Kauf&Installation:
Der Kauf der A-10 kann prinzipiell auf zwei Wegen erfolgen: erstens in einem Downloadshop oder bei Aerosoft als Version auf CD. Schneller geht es natürlich bei Simmarket. Die Bezahlung erfolgt mit Kreditkarte, der Download ist 55MB groß und der Preis liegt bei ca. 30€. Nach erfolgreicher Abwicklung wird der Flieger auf deinem Account freigeschaltet. Damit die Installation funktioniert, muss der Rechner dabei im Netz sein. An sonsten verläuft die Installation jedoch problemlos.
Die Version auf CD von Aerosoft kann man auch im Fachhandel erwerben, an sonsten ist neben den üblichen Kreditkarten auch eine Bezahlung per Rechnung möglich. Vorteil dieser Version: es liegt ein gedrucktes Handbuch bei und der Rechner muss nicht mit dem Internet verbunden sein. An sonsten unterscheiden sich die Versionen nicht.

Außenmodell:
Auf seiner Homepage schreibt Aerosoft es handle sich bei der A-10 um eines der besten Modelle überhaupt und tatsächlich kann sich das Modell sehen lassen. Das Design ist insgesamt sehr ordentlich und man hat sogar auf kleinste Details wie beispielsweise die Waffenaufhängung unter den Flächen inklusive der Schrauben gedacht. Sehr schön sind auch die Animationen. Neben den Standards gibt es einen Wartungsmodus, in dem man ins Triebwerk hineinsehen kann, die Klappe der Betankungsöffnung lässt sich nach unten schieben und, ganz besonders schön, die Pilotenfigur bewegt sich entsprechend den Steuereingaben und auch einfach so, auf jedem Fall sieht das sehr realistisch aus. Insgesamt liefert Aerosoft 3 Modellvarianten mit unterschiedlichen Waffensystemen, auch hier wurde viel Aufmerksamkeit in Kleinigkeiten investiert.
Über die Reflexionen des Modells konnte man sich nicht ganz einig werden. Normalerweise werden militärische Flugzeuge matt lackiert, damit man sie schlechter erkennen kann, die Reflexionen im FS haben aber den Vorteil, dass das Modell sehr viel besser aussieht - aus dem Grund hat Aerosoft zwei Modellvarianten erstellt, optional kann man die ohne Reflexionen herunterladen.
Auch die Texturen sind sehr schön, Logos und Zeichnungen sind sehr detailliert, der Rest leicht verschmutzt - fotorealistisch ist das Modell jedoch nicht, das könnte noch verbessert werden.
Zum Außenmodell gehören sicherlich auch die Effekte, auf sie wurde nämlich besonders großer Wert gelegt. Da ja die üblichen Funktionen eines Kampfflugzeugs im FS normalerweise nicht implementiert sind, wurden sie mittels Effekten umgesetzt, gemeint sind die Kanone und Flares. Diese Funktionen wurden mit bestimmten Lichtfunktionen gekoppelt, was heißt, dass man die Lichter nicht mit "L" einschalten sollte, sondern auf dem Panel. Mit "O" kann man also die Flares abwerfen, in der Luft mit eingefahrenem Fahrwerk über die Bremstaste die Kanone aktivieren. All diese Effekte sehen wirklich nicht schlecht aus, wenn man bedenkt, dass so etwas eigentlich gar nicht vorgesehen ist.
Die Einsätze eines Kampfflugzeugs erfordern besondere Beleuchtungseinrichtungen, so muss das Flugzeug beim Formationsflug gut erkannt werden, andererseits sollte es von Gegnern möglichst nicht gesehen werden. Eine Lösung für dieses Problem bringen, an der Seite angebrachte, Leuchtstreifen, die schwach grün leuchten. Sehr schön umgesetzt wurde dieses Feature an dieser A-10, auch wenn sie eigentlich nicht für Nachteinsätze gedacht ist. An sonsten stehen natürlich auch die anderen Beleuchtungssysteme zur Verfügung.
Insgesamt kann das Aussenmodell auf der ganzen Linie überzeugen, hervorragende Modellierung und schöne Animationen werden von nicht übertriebenen und sinngemäß eingesetzten Effekten abgerundet.

Panel:
Der Fs2004 ist nicht für die Umsetzung von Kampfflugzeugen gemacht und genau das ist auch das Problem, vor dem die Entwickler der A-10 standen als das Panel erstellt wurde. Bei einer Menge von Systemen ist es praktisch unmöglich diese realistisch umzusetzen und es müssen Kompromisse gefunden werden, aber dazu später mehr.
Ersteinmal zum Äußeren: die Panelbitmaps stehen in einer sehr hohen Auflösung von ca. 1600x1200 Pixeln zur Verfügung und das heißt, dass man bei der entsprechenden Auflösung eine sehr gute Bildqualität hat. Im Umkehrschluss heißt das jedoch auch, dass man bei kleineren Auflösungen Probleme mit der Ablesbarkeit bekommen kann, so wie beispielsweise auf unserem Testsystem geschehen, denn Schriften werden bei so großen Panelbitmaps etwas kleiner. Die Qualität der Umsetzung ist allerdings sehr gut, die Grafiken sehen wirklich super aus, auch Schalter und all die anderen Instrumente und man hat wirklich Freude damit, auch wenn die Auflösung ein bisschen geringer ist.
Die Gauges wurden für diesen Flieger praktisch alle speziell programmiert und dabei traten natürlich die oben erwähnten Probleme auf, prinzipiell findet man also in dem Flieger die Kommunikationseinrichtung vergleichbarer Zivilmaschinen, also beispielsweise VOR, Transponder und COM-Instrumente. Besonders schwierig war die Umsetzung des Navigationssystems, da ein solches im FS laut Aerosoft nicht umsetzbar ist. Eine große Besonderheit des Navigationssystems ist, dass es nicht vom Piloten programmiert wird, sondern von einem anderen Computer aus, über eine Schnittstelle wird die Route dann eingelesen. Hier wird die Route über das Flugplanungsmodul des FS eingegeben, die A10 lädt diese Route dann automatisch. Schön ist die Umsetzung der Anzeige des Navisystems geworden: erstens gibt es einen Punkt auf dem HUD, den man einfach anfliegen muss um den Wegpunkt zu erreichen, zweitens werden die Wegpunkte nacheinander detailliert im Navigationsmodus des Bildschirms angezeigt. Bei der Umsetzung der Anzeigen auf diesem Schirm hat man sich allgemein viel Mühe gegeben, prinzipiell alle jemals benötigten Werte sind dort ablesbar.
Auch das HUD an sich ist sehr schön gelungen: auf dem Panel kann man mehrere Modi dafür auswählen, Helligkeit und weitere Optionen einstellen, etwas zu langsam ist meiner Meinung nach jedoch die Bildaktualisierungsrate, denn gerade beim HUD finde ich es wichtig, sehr aktuell über die Lage des Flugzeugs informiert zu sein.
Auch sonst war es offensichtlich nicht ganz so einfach die Systeme umzusetzen, denn viele Schalter sind schlicht und einfach ohne Funktion geblieben. Für eine Simulation, die sehr akkurat sein soll, finde ich das eigentlich zu wenig, denn ich bin sicher, dass man mit den Gauges hätte Scheinfunktionen erstellen können, die immerhin den Spaßfaktor angehoben hätten.
Die Nachtbeleuchtung ist schön gelungen, ein militärtypisch rötliches Licht hüllt das gesamte Cockpit ein.
So bleibt das Panel von der Optik her sehr schön, von der Funktion her allerdings teilweise ein wenig eingeschränkt, was wirklich schade ist.

3D Panel:
Natürlich bringt die A-10 auch ein virtuelles Cockpit mit, das auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Die Texturen sind sehr hoch aufgelöst und hervorragend ablesbar, ebenso die Gauges, das Modell ist detailliert. Außerdem sind die Instrumente klickbar. Das Problem mit der Aktualisierungsrate besteht allerdings auch hier, außerdem ist es in dieser Sicht praktisch unmöglich gleichzeitig Instrumente und Außenwelt im Blick zu haben ohne extrem heraus zu zoomen, was dann zu Performanceproblemen führen kann. Leider sind auch nicht alle Schalter 3D modelliert, was aber natürlich der Performance zu Gute kommt. Insgesamt bleibt der Eindruck des virtuellen Panels jedoch positiv.

Geräusche:
Natürlich bringt die A10 auch Geräusche mit. Am wichtigsten natürlich die der Triebwerke, sie sind in Ordnung aber eben nicht viel mehr, es fehlt meiner Meinung nach ein wenig der Pep, man hat ein wenig das Gefühl mit einer 737 zu fliegen und das kann nicht ganz stimmen. So kleine Triebwere wie die der A-10 kreischen normalerweise recht laut, das fehlt. Allerdings habe ich auch nie eine echte A10 gehört. An sonsten bringt der Flieger noch weitere kleinere Geräusche mit, beispielsweise das keuchen des Piloten wenn die G-Belastung zu hoch wird oder Bingo-Sounds, die vor mangelndem Treibstoff warnen. Diese Geräusche sind insgesamt gut gelungen.

Flugdynamik:
Wie stellt man sich die Flugdynamik eines Kampfflugzeugs vor? Problematisch im unteren Geschwindigkeitsbereich und äußerst reaktionsfreudig im oberen - genau das vermittelt die A-10 sehr gut. Im schnellen Tiefflug reagiert sie sehr schnell und lässt sich wunderbar an den Konturen des Bodens entlang fliegen, nur die Trimmung reagiert etwas zu aggressiv. Die mächtigen Bremsklappen an den Flügelenden führen zu einer enormen Verzögerung. Im Langsamflug wird die A-10 problematisch, kippt leicht ab und reagiert nicht mehr so gut, die saubere Landung wird zu einer Herausforderung.
Ich habe keine Berichte von A-10-Piloten gelesen, denke aber dass das Verhalten dieses Fliegers immerhin dem eines Kampfflugzeuges sehr nahe kommt, über Details kann ich natürlich keine Aussage machen.

Performance:
Die Systemanforderungen für diesen Flieger sind recht hoch angesetzt und das nicht ohne Grund: besonders das Außenmodell macht dem System zu schaffen, fliegt man im komplexer Szenerie kann es auch bei dem verlangten System zu Verzögerungen kommen. Im 2D Panel und auch im virtuellen Cockpit sind die Einbußen aber nicht so hoch, Genaueres in der Bewertung.

Fazit:
Aerosoft hat mit der A-10 sicherlich eine würdige Umsetzung dieses Fliegers präsentiert, der auf jedem Fall sehr viel Spaß macht. Modell, Animationen und Texturen sind sehr gut, ebenso die schönen Waffeneffekte. Das Panel hat mich nicht ganz so sehr begeistert, zwar ist die Grafik top, die Funktionen gehen mir aber teilweise nicht weit genug für einen Flieger dieses Preises, das virtuelle Panel ist in Ordnung. Die vielen Details des Aussenmodells machen jedem Rechner zu schaffen, besonders in komplexerer Szenerie, in der wir ja auch unsere Performancemessungen gemacht haben, kann es zu Aussetzern kommen. Da die A10 aber meistens in offenem Gelände geflogen wird, kann man damit leben, es bleibt jedoch ein Minuspunkt.
Insgesamt also eine rundum saubere Umsetzung mit ein paar kleineren Schwachstellen, 8(,41) von 10 Sternen.
Detaillierte Bewertung

Pro&Contra:
Pro:
-
sehr schönes Aussenmodell, Texturen und Animationen
- gute Panelgrafik
- schöne Sounds + Effekte

Contra:
- Funktionen im 2D Panel gehen nicht weit genug
- Performance

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