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flugsimulation.com - Reviews - Payware - Flieger - Captainsim B727 Review: CaptainSim’s “Legendary 727 Professional Editon”

Vorwort:
Alte Flugzeuge boomen: Zuerst brachte Flight1 mit der DC-9-30 den ersten Teil ihrer “Iron Knuckles”-Serie unter die Simmer, nun folgte CaptainSim mit ihrer „Legendary 727“; und es sollen noch weitere folgen, zum Beispiel die 727 von Dreamfleet und die Boeing 707, ebenfalls von CaptainSim. Nach dem Review der Flight1 DC-9 möchte ich nun testen, ob der Boeing-TriJet aus dem Hause CaptainSim sein Geld wert ist, oder ob man lieber auf das Produkt der Konkurrenz warten sollte.

Preis, Kauf + Installation:
Die geboxte Version der 727 gibt es bei JustFlight zu kaufen, der Preis liegt momentan 34,95€. Die Kaufabwicklung gestaltet sich unproblematisch, vorausgesetzt man besitzt eine Kreditkarte. Das Produkt landet dann nach 3-4 Tagen im Briefkasten.
Die Installation selber ist unproblematisch und verläuft automatisch und fehlerfrei.

Inhalt:
Die Professional-Edition der „Legendary 727“ verspricht unter anderem folgendes:

- vier sehr detaillierte gmax-Modelle der Boeing 727 (-100, -100F, -200 und -200F)
- 20 detaillierte Bemalungen in den Farben bekannter Fluggesellschaften
- ein realistisches Cockpit mit „echter Pilotenperspektive“
- realistisches Flugverhalten, von realen B727-Piloten getestet
- ein Soundpacket für das JT8-D-15-Triebwerk
- Texture-Confic-Editor
- Checked&Set-Voice-Packet

Außenmodell:
Das mit gmax erstellte visuelle Modell der Boeing 727 ist wirklich sehr gut gelungen. Ecken sind fast nirgendwo anzutreffen und auch sonst ist der „kleine“ TriJet aus dem Hause CaptainSim mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Ja klar, natürlich sind auch die Piloten im Cockpit wieder von außen sichtbar ;-) Aber da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, lasse ich jetzt die einfach mal die Screenshots sprechen ;-) Vielmehr gibt es zum Außenmodell der 727 auch nicht zu sagen, außer, dass es eines der best modellierten Flugzeuge für den FS2002 ist, welches ich bis jetzt gesehen habe. Ein klarer Fall also, dass das visuelle Modell 10 Sterne verdient hat!

Animation:
Für die Animation des Flugzeuges gilt eigentlich das gleiche wie für das visuelle Modell: hervorragend! Alle Steuerflächen bewegen sich und auch die Landeklappen sind flüssig animiert (auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu schnell ausfahren; in Videos der realen 727 kann man eine viel langsamere Ausfahrgeschwindigkeit beobachten). Sogar die Türen, Cockpitfenster und sogar die Scheibenwischer (!) wurden animiert. Die Cargotüren und die hintere Passagiertreppe lassen sich mit den Befehlen für „Fanghaken“ und „Flächen einklappen“ bewegen.
Auch bei der legendären 727 von CaptainSim wurden wieder Gitter in die Triebwerke eingebaut. Ich wurde wieder oft gefragt, warum man die Reverser der 727 nicht animiert habe; darauf gibt es aber nur eine Antwort: Die Umkehrschubklappen sind auch beim Original im ausgefahren Zustand nicht sichtbar.
Was mir sehr gut gefallen hat: Geht der N1-Wert der Triebwerke über einen bestimmten Wert, kommt aus den drei Triebwerken dicker, schwarzer Ruß. Unterhalb dieses Wertes schaltet sich das Rauchsystem automatisch wieder aus. Dieses Special ist meiner Meinung nach sehr zu begrüßen, da man nun nicht mehr wie ein Wilder auf die „I“-Taste hämmern muss und sich auf andere, wirklich wichtige Dinge konzentrieren kann. Die Animation der 727 erhält von mir 10 von 10 Sternen.

Texturen:
Auch die Texturen unterscheiden sich in ihrer Qualität nicht sehr von Animation und Außenmodell; alle Texturen sind sauber gezeichnet, haben Reflektionen, weisen kleine Details (wie zum Beispiel Nieten und Schmutzspuren) auf und es gibt keine Missgeschicke, bei denen die Texturen nicht zusammenpassen würden, wie es bei anderen Produkten der Fall ist. Die 20 unterschiedlichen Bemalungen der Flugzeuge wurden sehr gut umgesetzt; hier kann ich nur gratulieren! Auch die Reflektionen wurden sehr geschickt eingesetzt; hier glänzt nicht der ganze Rumpf, sondern es wurden nur bestimmte Flächen mit diesem Feature ausgestattet. Eine tolle Sache, die unheimlich zur großen Realitätsnähe des Fliegers in der Außenansicht beiträgt. Ich muss zugeben, dass ich dieses Flugzeug viel lieber von außen als von innen fliege (jetzt bitte keine voreiligen Schlüsse auf die Qualität des Panels ziehen! ;-)). Die Texturen erhalten volle Punktzahl, also 10 Sterne.

3D-Panel:
Wenn wir schon gerade bei den guten Dingen der „Legendary 727“ sind, dann können wir auch mit dem 3D-Panel weitermachen. Ich bin wirklich nicht voreingenommen, aber auch hier muss ich wieder meine Gratulation aussprechen: Dies ist das beste virtuelle Cockpit, das ich je „betreten“ habe. Der Arbeitsplatz des Piloten ist sehr schön erstellt worden, besitzt saubere Texturen und Unmengen von funktionierenden Instrumenten. Auch sonst ist es mit tollen „Kleinigkeiten“ ausgestattet, so z. B. mit Seitenfenstern, die sich öffnen lassen! Sogar der Fensterhebel wurde animiert! Leider konnte ich im virtuellen Cockpit keine Piloten und schon gar keine Pilotinnen erkennen; schade, aber eigentlich aber kein gravierendes Problem.
Aus diesem Grund erreicht auch das virtuelle Cockpit volle „Sternzahl“ (ja, genau, es sind 10 ;-)

2D-Panel:
„Legendary 727“…hmm... klingt irgendwie so nach „alt“. Spätestens bei dem Wort 727 müsste echten Luftfahrt-Enthusiasten klar sein, dass es sich hierbei nicht um einen Computergesteuerten High-Tech-Flieger handelt: Nein, die 727 ist alles andere als hochmodern; aber gerade das lässt sie für manche ja so attraktiv erscheinen.
Und nach „alt“ sieht es auch im Cockpit aus: Fast überall sind nur analoge Instrumente anzutreffen, kein FMC in Sicht, nur sehr wenige Autopilot-Funktionen…sieht nach einer Menge Handarbeit aus! Und das ist auch gut so ;-)
So, nun aber zur Umsetzung des Panels:
Kurz vorweg, man kann zwischen zwei Panel-Versionen wählen: 6 Panelbitmaps mit virtuellem Cockpit oder 11 Panelbitmaps ohne virtuelles Cockpit. Obwohl das virtuelle Cockpit sehr gut gelungen ist, habe ich mich nun für die 11 Panelbitmaps entschieden; warum? Naja, wenn man nach rechts aus dem Fenster sehen muss werden die Blicke des Pilot in Commands unweigerlich über die hübsche erste Offizierin huschen, die man in das Panelbitmap eingebaut hat... Der Bordingenieur ist zwar nicht ganz so interessant, aber auch er wurde sehr gut umgesetzt ;-)
Im Ernst heißt das: Alle Panelbitmaps wurden ordentlich programmiert und lassen keine Wünsche offen. Sie stehen dem – spitzenmäßigen – virtuellen Cockpit in nichts nach. Generell ziehe ich realistische 360°-Sichten sowieso einem VC vor. Zusätzlich enthält das Panel noch zwei Passagiersichten, die so ähnlich wie die der Dreamfleet 737 aufgebaut sind.
Eine Besonderheit dieses Cockpits ist sicherlich, dass man großen Wert auf die reale Pilotenperspektive gelegt hat, d.h. man sieht im Cockpit alles aus der Position, aus der es ein echter Boeing 727-Pilot sehen würde (wenn er nicht allzu kurzsichtig ist ;-).
Nun zu den Instrumenten: Wie vorher schon „angekündigt“, besteht das 727-Panel hauptsächlich aus analogen Instrumenten. Diese wurden alle mit sehr großer Sorgfalt erstellt und sind auch sehr detailliert, lassen sich aber leider auf einigen Monitoren schlecht ablesen. Dazu hat CaptainSim digitale Gauges installiert, die sich ein- und ausschalten lassen. Diese digitalen Gauges legen sich über die Analoginstrumente und zeigen zusätzlich einen digitalen Wert an, der sich ohne größere Probleme ablesen lässt. Meiner Meinung nach eine sehr gute Idee von Captainsim.
Was mich im 2D-Cockpit sehr beeindruckt hat: Die Seitenfenster lassen sich durch einen Mausklick sogar im zwei-dimensionalen Hauptpanel (!) öffnen und auch der Haltegriff für die Piloten lässt sich nach unten klappen! Eine solche Detailgenauigkeit habe ich noch nie zuvor erlebt, oder zumindest nur sehr selten!
Natürlich sind auch ein Overhead- und ein Flugingenieurs-Panel enthalten; auch diese wurden in der richtigen Perspektive umgesetzt und trotz des schrägen Blickwinkels wurden die Gauges perfekt eingearbeitet. Leider lassen sich die meisten Beschriftungen entweder nur sehr schlecht oder überhaupt nicht ablesen; man muss jeden Winkel des 727-Cockpits also schon sehr genau kennen, um richtig damit umgehen zu können.
An dieser Stelle möchte ich gerne darauf hinweisen, dass ein ausführliches Studium des Handbuchs nötig sein wird, um die 727 korrekt „betreiben“ zu können.
Zusammengefasst heißt das, dass ich mit dem Panel der „Legendary 727“ eigentlich sehr zufrieden bin; es bietet viele Funktionen und man bekommt einen Eindruck davon, was ein Pilot eines Passagierflugzeuges zu tun hat(te), bevor Airbus Produkte wie den A320 auf den Markt brachte.
Mit dem Cockpit brachte CaptainSim auch noch ein nettes Feature in den FS2002: Die Crew sitzt nicht einfach nur im stumm im Cockpit, sondern liest Checklisten vor, gibt sonstige Kommentare ab und so weiter. Auch die Flugbegleiterinnen sind unentwegt am reden. Eine tolle Sache wie ich finde; jetzt brauch man beim Fliegen keinen besserwisserischen Kumpel mehr neben sich, dass erledigt jetzt alles die Crew der 727… ;-) Das Panel hat auf jedem Fall die volle Punktzahl verdient, auch wenn es manchmal etwas schwer ist die Instrumente abzulesen: 10 von 10.

Sound:
Mit dem Sound komme ich nun zu dem Teil der 727, der mir nicht so gut gefallen hat. Die Geräusche des Fliegers sind zwar nicht schlecht, aber auch nicht gerade das, was ich mir unter einem dröhnenden JT8-D-Triebwerks-Sound vorgestellt habe. Was ich etwas komisch finde: der Klappensound der 727 klingt etwas nach Standart-Learjet! Zu meiner Erleichterung hört sich das ganze im Flugsimulator dann doch nicht so schlimm an, wie ich dachte. Der Startup ist etwas leise gelungen, dreht man aber seine Lautsprecher auf klingt es schon besser, leider gibt es einen deutlichen Sprung zwischen Anlassergeräuschen und den Idle-Sounds.
Aber wie gesagt, so schlecht ist der Sound auch nicht, zumal sich die Geräusche im Cockpit schon viel besser anhören. Ja, hier könnte man meinen, wirklich in einer Boeing 727 zu sitzen. Da die Triebwerke in einiger Entfernung vom Cockpit montiert sind, hört man von ihnen im Cockpit nur ein relativ leises „Summen“ wie es auch in der Realität der Fall ist. Was mir sehr gut gefallen hat: Die Geräusche der APU, auch wenn diese etwas zu laut geraten zu sein scheinen.
Der Sound der „Legendary 727“ erhält von mir 9 von 10 Sternen, wegen dem teils nicht ganz so realistischen Außenklang.

Flugeigenschaften:
Mit den Flugeigenschaften der Boeing möchte ich genau so verfahren, wie ich es bei dem Testbericht der Flight1 DC-9 gehalten habe: Hier erfolgt keine Bewertung. Auf der Seite von CaptainSim steht, dass die Flugdynamik von echten Piloten getestet wurde. Bei Version 1 waren die Flugeigenschaften dann auch nicht besonders überzeugend: in vielen Foren las’ man heftigste Kritik. In Version 1.2 wurde die Flugdynamik dann jedoch aktualisiert und die Kritik wurde leiser.

Performance:

Die Captainsim 727 ist ein Performancewunder, man kann es nicht anders sagen. Obwohl die Texturen extrem hoch aufgelöst und die Modelle sehr detailliert sind bleibt die Framerate immer im flüssigen Bereich und ist kaum schlechter als die eines FS2002-Standartfliegers. Besonders gut ist die Performance im vCockpit, aber auch das 2D-Panel lässt nichts zu wünschen übrig. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: von einzelnen Usern wurde uns berichtet die Performance sei teilweise nicht überzeugend. Trotzdem 10 von 10 Sternen für ein hervorragendes Performance-Leistungsverhältnis

Texture-Confic-Editor (TCE):
Der „Legendary 727“ wurde außerdem ein Tool namens „Texture-Confic-Editor“ (kurz: TCE) hinzugefügt. Im Grunde ist es so etwas ähnliches wie eine Mischung aus den Programmen „Text-O-Matic“ und „Loadmanager“ der Dreamfleet 737. Allerdings kann man mit diesem Tool nicht nur Gewicht und Beladung seines Flugzeuges bestimmen oder Texturen hinzufügen, sondern auch auswählen, welche Version des Panels man nutzen möchte, welche Nationalität die Crew hat (Englisch oder Deutsch), welchen Triebwerkstyp man möchte und ob man das Smoke-System ein- oder ausschalten möchte. Da dieses Programm sehr nützlich ist, fließt es positiv in die Bewertung des Produktes mit ein.

Dokumentation:
Natürlich hat CaptainSim der 727 auch ordentliche Handbücher beigelegt. Diese sind im PDF-Format abgespeichert und können mit ganz einfach mit dem Acrobat-Reader eingesehen werden. Die Manuals des Produktes sind sehr informativ und beschreiben die Systeme und Handhabung des Flugzeuges sehr ausführlich. Fragen dürften nach dem Lesen der Handbücher eigentlich nicht aufkommen. Sollte dies dennoch der Fall sein, so kann man sich unter www.captainsim.com weiter informieren und/oder um Unterstützung bitten. Dies kann man natürlich am besten im Support-Forum tun. Allerdings muss man sich vorher registrieren, um Beiträge erstellen zu können.

Bewertung:
Außenmodell: 10 Sterne
Animation: 10 Sterne
Texturen: 10 Sterne
3D-Panel: 10 Sterne
2D-Panel: 10 Sterne
Sound: 9 Sterne
Performance: 10 Sterne

Durchschnitt: ~ 10 von 10 Sternen
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Zum guten Schluss:
CaptainSim ist es gelungen, mich mit einem weiteren „Classic Airliner“ zu beeindrucken: Die CaptainSim 727 ist wirklich eine Meisterleistung, und nicht „vorschnell auf den Markt geworfen“, wie es öfters zu hören ist. Der Flieger überzeugt in allen Bereichen und darf in keiner Oldtimer-Sammlung fehlen!

Weitere Screenshots und Informationen: hier bei Justflight
 

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editiert von Jorin Bonney


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